Mitglied inaktiv
Hallo, unser Sohn ist inzwischen 3 Monate alt und wir planen weiter (siehe http://www.rund-ums-baby.de/entwicklung/beitrag.htm?id=35956) eine geteilte Elternzeit. Der Vater ist stark in die Betreuung eingebunden, was auch gut klappt - Beruhigen, Spielen, Wickeln, Baden, Tragen.. (also alles außer Füttern, da ich voll stille). Allerdings kann er momentan durch seine Arbeit ja nur abends (ca. 3 Stunden Wachzeit) und am Wochenende da sein. Eine strenge Aufteilung der Betreuungsaufgaben/Angebote ist damit wohl unmöglich, da ich ja tagsüber alles übernehmen muss. Ich werde inzwischen wohl als Hauptbezugsperson erkannt, bei großer Müdigkeit und besonders abends akzeptiert der kleine (fast) nur mich, sonst beide. Was können wir momentan tun, um die Umstellung im Herbst für ihn so einfach wie möglich zu machen? Sollten wir von unserem Plan abgehen und meinen Arbeitsbeginn auf das zweite Lebensjahr verschieben? Ich bin manchmal sehr verunsichert, obwohl ich gerne bei der Planung bleiben würde.
Stichwort: Bindungsverwirrung Hallo, grundsätzlich ist es etwas schwierig für einen Säugling, verschiedene Bezugspersonen mit gleichwertigem Angebot zu tolerieren. Da kann es passieren, dass der Säugling die eine Handlung bei der Mutter akzeptiert, beim Vater aber streikt oder umgekehrt. V.a. beim Gefüttertwerden oder beim Trösten kommen solche Zuweisungen vor. Auch das abendliche Ins-Bett-bringen kann problematisch werden (wie bei Ihnen). Nun nimmt die Gesellschaft mit ihren Ansprüchen auf solche "kindlichen Grillen" überhaupt keine Rücksicht. Da ist es schon glücklich, wenn ein Elternteil sich noch etwas länger von der Arbeit befreien lassen kann und erst zu einem günstigeren Zeitpunkt wieder anfängt. Das wäre dann der Fall, wenn die frühkindliche Entwicklung von sich aus eine Umorientierung vornimmt, also z.B. am Anfang des 2. Lebensjahres. Das heißt aus bindungstheoretischem Blickwinkel sollten sich die Eltern die ersten beiden Jahre hälftig teilen, wobei ein Elternteil dann primäre Bezugsperson ist und die andere "sekundäre" als Loslösungvorbild. Das Modell lange Stillen legt eigentlich schon die Mutter als primäre Bezugperson fest. Können wir Menschen, die wir alles besser wissen (wollen) noch akzeptieren, dass die Natur darin etwas zum Ausdruck bringt? Viele Grüße
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