Frage im Expertenforum Entwicklung von Babys und Kindern besser verstehen an Dr. med. Rüdiger Posth:

Baby meiner schwester schreit ohne Pause!

Frage: Baby meiner schwester schreit ohne Pause!

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Hallo, das Baby ist 9 Wochen alt und findet Vormittags niemals in den Schlaf! Trotz Tragetuch, trotz pucken, trotz tragen und Kinderwagen etc.pp. NICHTS hilft ihr, in den Schlaf zu finden. Erst am Nachmittag gelingt es und am Abend klappt das Einschlafen super. Tagsüber schläft sie max 20 Min. Ruhig. Tagesablauf hat die Kleine. Sie schreit ohne Pause. Organ. ist alles abgeklärt und KISS hat sie auch nicht. Was kann die Mama denn noch machen? Sie macht schon alles in Ruhe und das Baby kann nicht einschlafen! Die Hebamme und ich helfen - aber sie kann nicht annehmen, dass das Baby anscheinend das Schreien braucht ... Ich habe ihr gesagt daß ich unsere ewig und 3 Tage getragen haben, auch das unterbrach das Schreien zwar nicht, es hörte eben von alleine auf! Meine Schwester kommt nicht zur Ruhe! Ach, und das Baby verlangt auch i.d. Nacht alle 3 Std. die Flasche - sie trinkt somit in 24h mehr als empfohlen ... LG Jamu


Dr. med. Rüdiger Posth

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Stichwort: Säuglingschreien / Schreibaby Hallo, die Behauptung, eine Baby brauchte das Schreien, ist eine perfide Behauptung, um sich als Erwachsener aus der Verantwortung zu stehlen. Aber vielleicht habe ich Sie an dieser Stelle auch missverstanden. Nur: es gibt solche absurden Theorien. Auch das "Pucken" ist überflüssiger Aberglaube. Es stammt aus bestimmten Kulturkreisen, die meinen, ihre Sitten und Gebräuche unbedingt aufrecht erhalten zu müssen. Nur eins ist daran richtig: Ein erschreckter und ängstlich mit den Armen rudernder Säugling braucht zwei sichere Hände, die ihn "festhalten", denn er hat das Gefühl endlos zu fallen (Moro-Reaktion). Da sorgt eine sanfte und dabei sichere Umarmung für eine promte Beruhigung. Ein Säugling, der ständig schreit, hat Probleme, die nicht unerheblich sind. Wie jeder andere Mensch auch, hat er entweder Schmerzen oder Angst. Schmerzen kommen zu mindestens 90% aus dem Bauchraum und erklären sich in Koliken. Stichwort im gezielten Suchlauf: Trimenonkoliken. Dort finden Sie auch alle Angaben zu effektiven Behandlung. Die Angst lässt sich hingegen tatsächlich nur mit Zuwendung und Körpernähe beseitigen, auch wenn es anstrengend ist und mühsam. Das Tragen, Wiegen, Schaukeln, Musikhören und vieles mehr -auch manchmal die reine Abschirmung und Ruhe- sind die wichtigsten Methoden. Die Angst verschwindet in der entstehenden Mutter-Kind-Bindung. Sie helfen übrigens der Mutter am besten, in dem Sie ihr möglichst viele Arbeiten, die jetzt liegen bleiben, abnehmen. Viele Grüße


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