Mitglied inaktiv
Lieber Dr. Posth, neuerdings spricht mich meine Schwägerin (die auch unsere Tochter, 2 Jahre, betreut) häufiger darauf an, dass unser Kind noch im Beistellbett mit Einschlafbegleitung einschläft. Wie lange "das denn noch so gehen" solle. Eine Freundin hätte ein Kind, das "deshalb" mit 11 Jahren noch im Elternbett schlafen wollte. Ich bin der festen Überzeugung, dass DAS nicht die Ursache ist und bin vom Co-Sleeping (zumindest bis zum KiGa-Eintritt) fest überzeugt. (Unser Kind ist ohnehin ängstlich veranlagt, wird aber dank Ihrer Tipps zunehmend selbstbewusst.) Wenn ich aus Ihren Büchern/Antworten erzähle, klingt das für sie sehr weit hergeholt. Ich will ihr ja damit auch nicht unterstellen, sie hätte etwas falsch gemacht. Wenn ich nur sage, dass das so richtig für uns ist, dann redet sie weiter auf mich ein bzw. das Thema steht weiter zwischen uns. Haben Sie einen Tipp? Mit IHR möchte ich mich bei diesem Thema nicht streiten :-) Vielen Dank für Ihre tolle Arbeit hier. Inga
Liebe Inga, die alte Geschichte von den Kindern, die noch in der Pubertät bei ihren Eltern schlafen, wenn sie als Kleinkinder im Bett der Eltern schlafen durften, sollte längst auf dem Index der Ammenmärchen landen. Aber diese Ammenmärchen sind ja nicht zufällig entstanden. Sie stammen aus einer Zeit, in der Erziehung ein reiner Willkürakt gewesen ist, und sich kein Mensch darüber Gedanken machte, dass Erziehung die menschlichen Beziehungen beeinflusst und bestimmten Gesetzmäßigkeiten unterliegt. Davon sollten wir heute weit genug entfernt sein. Tatsächlich ist es keineswegs so. Um die eigenen tradierten Erziehungsvorstellungen rechtfertigen zu können, wird immer wieder gerne auf die Ammenmärchen zurückgegriffen. Sie sehen das aber richtig, dass man mit Menschen, die (vielleicht in ihrer Not) ihre Erziehungsvorstellungen diesen alten Mustern überlassen und angeglichen haben, nicht gut diskutieren kann. Was ein Problem ist, dass sie immer wieder meinen, Ihre Vorstellungen mahnend anders Erziehenden entgegenhalten zu müssen. Letztlich kommt es für sie auf eine Selbstrechtfertigung heraus. Am besten sagt man dazu, dass man bereit sei, "die Folgen" zu tragen, man aber längst zu der Erkenntnis gekommen sei, dass die vorgetragen Ansichten noch nie gestimmt haben. Ammenmärchen bleibt eben Ammenmärchen. Viele Grüße
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