Frage im Expertenforum Entwicklung von Babys und Kindern besser verstehen an Ingrid Henkes:

Angst vor Käfern/Wiese

Ingrid Henkes

 Ingrid Henkes
Analytische Kinder- und Jugendlichen­psycho­therapeutin

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Frage: Angst vor Käfern/Wiese

shiny-one

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Liebe Frau Henkes,       meine Tochter (22 Monate alt) ist eigentlich ein mutiges und aufgeschlossenes Mädchen. Sie mag Trubel und ist selten schüchtern. Seit zwei Wochen allerdings bekommt sie in der Kita wie auch zuhause sehr schnell Angst vor der Wiese bzw. vor etwas auf der Wiese oder auch auf anderem unübersichtlichem Untergrund. Das kann ein Käfer sein oder ein Strauch in der Wiese, der ihren Schuh unerwartet streift. Oder auch nur das Gras auf der Wiese. Letztens war es auch mal Spinat, der beim Essen auf ihrem Fuß gelandet ist. Sie bekommt panische Angst und möchte auf den Arm. Man bekommt sie dann nur noch schwer auf den Boden. Letztens haben wir eine Schlange erwähnt (gemeint war nicht das Tier, sondern eine Schlange Kinder, die zum Rutschen anstand) und sie geriet wieder richtig in Panik. Wir kennen das Verhalten bisher nicht und es gab meines Wissens auch keinen konkreten Auslöser. Wir selbst zeigen uns auch nicht ängstlich vor Insekten. Nun frage ich mich, ob das eine normale Entwicklungsphase ist, weil sie ihre Umwelt vielleicht momentan detailierter wahrnimmt als früher oder ob sie eine Phobie entwickelt. Wie sollen wir damit umgehen? Behutsam konfrontieren und zeigen, dass es nicht gefährlich ist oder nicht näher thematisieren und warten bis die Phase (?) vorüber ist?   Vielen Dank für Ihren Rat Julia


Ingrid Henkes

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Guten Tag, dieses Phänomen ist sicher Teil der normalen Entwicklung. Wenn Kinder beginnen, ihre Umgebung bewusster wahrzunehmen, können sie manche Reize oder Wahrnehmungen zunächst als ängstigend erleben. Vor allem Insekten sind ja für ein Kind überhaupt nicht kontrollierbar. Sie sind schnell, wechseln häufig die Position und machen manchmal auch noch unangenehme Geräusche. Ein Kind kann gar keinen Kontakt zu ihnen aufnehmen, wie das z.B. bei einem Hund oder einer Katze möglich ist. Die kann ein Kind aus sicherem Abstand oft erst mal beobachten. Bei Insekten geht das meist nicht und das Kind kann nicht aus eigenem den Abstand wahren. In der Regel gewöhnt sich ein Kind im Laufe der Entwicklung an Insekten. Wenn Denkvermögen und Verstand weiter entwickelt sind, können Sie mit Ihrer Tochter auch über Insekten und deren Verhalten sprechen. Das reduziert ebenfalls Ängste. Auch auf einer Wiese wartet viel Unbekanntes auf ein Kind. Ihre Tochter nimmt jetzt wahr, dass der Untergrund anders ist als zuhause oder im Kiga. Das ist zunächst befremdlich, aber sie kann sich ja vorsichtig herantasten. Auch Ihr Vorbild wird sich da positiv auswirken. Ihrer Tochter hilft es, wenn Sie sie bei diesen Erfahrungen behutsam begleiten und ansonsten das gezeigte Verhalten nicht besonders thematisieren.  Ich wünsche ihnen alles Gute. Ingrid Henkes


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