Frage im Expertenforum Entwicklung von Babys und Kindern besser verstehen an Dr. med. Rüdiger Posth:

Andere Kinder dürfen aber nicht.....

Frage: Andere Kinder dürfen aber nicht.....

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Guten Morgen Dr. Posth, meine T. ist jetzt 2,5 J. und seit einiger Zeit ist sie sehr besitzergreifend. Wenn es um ihre Spielsachen geht, finde ich es noch eínigermaßen okay, aber es geht jetzt schon auf dem Spielplatz los. Sie sagt häufig am Tag, ohne dass wir dort sind, "andere Kinder dürfen aber nicht schaukeln/ruschten". Es ist dann auch so, wenn wir dort sind, und es sind andere Kinder, will sie nichts machen, sie meckert und nölt nur herum. Zu Hause sagt sie immer wieder: "Der Luis (i.Freund) darf aber nicht meine Schaufel haben". Wie gehen wir damit am Besten um - ignorieren? Sie war bis vor einiger Zeit gar nicht so, ist aber sehr defensiv, wenn es darum geht, Spielsachen zurückzufordern, das muß ich dann machen. Ich habe halt Sorge, da sie im Nov. in den KiGa kommt, nicht dass sie da keine Freunde findet. Danke Gruß Carmen


Dr. med. Rüdiger Posth

Dr. med. Rüdiger Posth

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Stichwort: Tauschen und Teilen Liebe Carmen, in diesem Alter geht es den Kindern ganz stark um das Sammeln positiver Attribute, was soviel heißt wie Bestätigung für das gerade gewonnen Selbst zu erheischen. Die Selbstwertung eines Kindes hängt dabei nicht nur von Äußerungen und Reaktionsweise der Eltern oder anderer wichtiger Bezugspersonen ab, sondern auch von einfachen Gegenständen wie beliebten Spielsachen, von der eigenen Kleidung und dem Ausehen, aber auch von Macht. Dabei spielt die Bestimmungsmacht die entscheidende Rolle. Wer bestimmt, ist die uneingschränkt anerkannte Person. Sind KInder nun noch stark auf positive Selbstbewertung angewiesen, neigen sie je nach Charakter und Temperament dazu, sich in der Gruppe sehr fordernd aufzuführen und ihre Macht zu demonstrieren (oder es zumindest zu versuchen). Aber auch mit Spielzeug wird geprahlt oder scheinbar wertvolles Spielzeug wird dem anderen einfach entwendet. Kinder kennen noch keine Besitzrechte. Zeigt das eigene Kind solche Verhaltensweisen, sollte man sich zunächst fragen, was zu Hause vielleicht dazu beitragen könnte. Das wäre als erstes abzustellen. Die eher unangenehmenen Erscheinungen in der Gruppe federt man besser nur ab, als sie zu kritisieren oder zu bestrafen. Sonst beschneidet man ja wieder den Drang des Kindes, sich positiv zu bewerten und nimmt ihm die Chance, Selbstbewusstsein zu entwickeln. Z.B. bietet man dem Kind Alternativen an, um es aus dem Brennpunkt des Geschehens herauszuholen, oder man staffiert es für den Spielplatz gleich mit etwas vom eigene Spielzeug aus, auf das es stolz ist. Im gezielten Suchlauf unter "Tauschen und Teilen" finden Sie weitere Vorschläge. Viele Grüße


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