Frage im Expertenforum Entwicklung von Babys und Kindern besser verstehen an Dr. med. Rüdiger Posth:

Ängste

Frage: Ängste

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Meine Tochter ist 16 Monate alt.Sie ist äußerst kontaktscheu(lässt sich von niemandem auf den Arm nehmen oder anfassen,außer Eltern),läuft nur an meiner Hand und ist auffallend schreckhaft(Angst vor Staubsauger, Haarfön etc.)Sie steigert sich sehr stark in ihre Ängste hinein.Ihr Kuscheltier nimmt einen auffallend starken Platz in Ihrem Leben ein. Sie hatte eine HWS-Blokade die erst nach Kinderarzt Wechsel Ende des 3.Monats gelöst wurde,und bis einschließlich 8.Monat Krankengymnastik,wo sie nur schrie. Gleichzeitig wurde urticaria-pigmentosa festgestellt.Entsprechend machte sie einige negative Erfahrungen mit Ärzten(Untersuchungen sind kaum möglich).Wie kann ich sie unterstützen Ihre Ängste abzubauen und sie nicht noch zu fördern.Es fehlt Ihr weder an Führsorge noch an Zuwendung.Sie geht zum Baby-Schwimmen und in eine Spielgruppe in der sie sich im Hintergrund(bei mir)aufhält,sich jedoch offensichtlich wohl fühlt. Unser Familienleben ist ruhig und harmonisch,mit festem Rhythmus.


Dr. med. Rüdiger Posth

Dr. med. Rüdiger Posth

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Hallo, frühkindliche Ängste sind z.T. veranlagt. Aber sie werden natürlich schnell durch krankengymnastische Manöver, oder sonstige körperliche Eingriff geschürt, wenn dabei nicht ganz behutsam vorgegangen wird. Schließlich stellt sich im zweiten Lebensjahr ein ängstlich anklammerndes Kind heraus, das in seinem Bindungsgefüge verunsichert ist. Aus diesen Ursprungsängsten entwickeln sich dann neben der Fremden- und Trennungsangst auch solche Objektängste, wie Sie sie von ihrer Tochter schildern. Der beste Weg damit umzugehen ist der, als Mutter oder vor allem auch Vater sich mit dem Kind gemeinsam der vermeintlichen Gefahrenquelle zu nähern und diese schrittweise auf ihre Ungefährlichkeit hin untersuchen. Dabei darf man immer nur gerade so weit gehen, wie es das Kind ohne Panik aushält. Dasselbe gilt im sozialen Bereich. Auch hier geht man mit seinem Kind zusammen zu den anderen Kindern und bahnt die Kontakte an. Wenn das Kind dann mit den anderen Kindern ins Spiel vertieft ist und der Bann gebrochen, bleibt man erst einmal absichernd im Hintergrund. Jegliche Ablösung in die Gruppe muß unbedingt sanft erfolgen, als unter mütterlichem Schutz und mit Übergabe an eine Ersatzbezugsperson. Viele Grüße


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