Frage im Expertenforum Entwicklung von Babys und Kindern besser verstehen an Dr. med. Rüdiger Posth:

Ängste

Frage: Ängste

Mitglied inaktiv

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Lieber Dr. Posth Meine Tochter Sylvia, 4, fürchtet sich vor dem Kasperltheater. Sie fürchtet sich aber auch vor dem Laternenfest im Kiga (weil es da dunkel ist), vor dem Nikolaus - und als neulich die von ihr aufgeklebten Engerln über Nacht runtergefallen sind (die Heizung hat sie getrocknet), ist sie vor Angst aus dem Zimmer gelaufen, weil sei geglaubt hat, die hätten sich selbständig gemacht. Sie hat auch Angst vor dem Sterben ("Am liebsten würde ich gar nicht auf der Welt sein, dann müßte ich auch nicht sterben"). Sie ist aber sonst ein fröhliches Kind, von dem alle annehmen, dass es sehr stabil und durchsetzungsfähig ist, und sie hat auch in anderen Situationen (vor Hunden oder vor Menschen oder vor dem Wasser) keine Angst. Jetzt sind mein Mann und ich nicht gläubig. Wenn sie mich fragt, ob es einen Himmel gibt, sage ich, dass das möglich ist. Dass ich daran aber eher nicht glaube. Braucht Hannah den "lieben Gott"? Gibt es sonst etwas, was ihr die Ängste erleichtern könnten? Ist das nur eine Phase? Immerhin dauert die aber schon ein Jahr und es wird eher schlimmer. Für Tips wäre ich sehr dankbar. Maria


Dr. med. Rüdiger Posth

Dr. med. Rüdiger Posth

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Liebe Maria, die Ängste Ihrer Tochter beziehen sich nicht offensichtlich nicht so sehr auf konkrete Vorgänge oder klare Objekte, sondern auf alles Unerklärliche, was irgendwie Macht ausstrahlt. Ich kann Ihnen schwer sagen, wie das kommt, denn dazu weiß ich viel zu wenig von Ihrer Tochter. Auch die Befürchtungen mit dem Tod und die Frage nach dem Himmel beziehen sich mehr auf Mächte als auf religiöse oder biologische Hintergründe. Ich würde daher mit ihr nicht soviel von Gott reden, denn Gott ist gleich wieder eine große Macht, die zu ergründen und damit zu entzaubern unmöglich ist. Und gerade die Tatsache des Nicht-entzaubern-könnens läßt jede Macht ja so bedrohlich erscheinen. Es gibt in diesem Alter meines Erachtens nur die Möglichkeit , das Bedrohliche, Unheimliche dem Kind durch eine verläßliche Gegenmacht seiner angstmachenden Wirkung zu berauben. Das gelingt einzig durch Ihre elterliche Stärke und Zuverlässigkeit. Sie sind in der Lage Ihre Tochter zu beschützen! Das gibt ihr Vertrauen und macht sie sicher. Vielleicht besitzt sie auch ein Lieblingsstofftier oder eine Art Talisman. Beides könnte ihr Gegenmacht verleihen und Schutz bieten. Viele Grüße


Mitglied inaktiv

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Danke, das klingt sehr plausibel und es hilft mir weiter. Maria


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