Frage im Expertenforum Entwicklung von Babys und Kindern besser verstehen an Dr. med. Rüdiger Posth:

Abschiede

Frage: Abschiede

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Sehr geehrter Herr Posth! mein Sohn ist seit Januar in der Kindergrippe. Bisher schleiche ich mich raus habe aber jetzt einen Artikel gefunden in dem geschrieben wurde das immer ein Abschied stattfinden sollte um Traumatiesierung zu vermeiden. ich habe geglaubt das es besser ist sich raus zuschleichen und den Abschied nicht soviel Aufmerksamkeit zu geben sondern mehr der Abhohlung. nun bin ich ganz unsicher was für meinen sohn wirklich besser ist ein rausschleichen wenn er spielt oder ein schmerzhafte Übergabe an Erzieher und doch die Tränen aushalten. ich habe nicht die möglichkeit das ihn wer anders hin bringt, von dem die lösung leichter fallen würde. ich bin ganz unsicher was nun für meinen Sohn gesünder ist. Herzlichen Dank für ihre Antwort Anja


Dr. med. Rüdiger Posth

Dr. med. Rüdiger Posth

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Hallo, das ist richtig und falsch zugleich. Es kommt auf das Alter des Kindes und die Situation an. Leider sind die meisten Dinge doch etwas komplizierter als geschrieben wird. Kleinkinder bis etwa 3 oder fast 4 Jahre verstehen den Abschied nicht als ein Ritual mit Wiederkommensgarantie. Das ist ein falscher Glaube. Sie erleben nur die Trennung und ängstigen sich und weinen. Schlimmstenfalls fühlen sie sich sogar noch abgelehnt. "Ich bin es nicht wert, dass meine Mami bei mir bleibt". Das wird zwar nicht gedacht, aber empfunden. Erst wenn die geistigen Voraussetzungen soweit sind, dass ein Kind das Abschiednehmen als eine Versicherung für das Wiederkommen verstehen kann, dann hat es Sinn sich offiziell zu verabschieden. Und dann sollte man es auch tun. Die Kleinkinder sollte man deswegen auch nur verlassen, wenn für sie durch eine anerkannte Ersatzbezugsperson im Falle von Kummer oder Angst gesorgt ist. Daher die Forderung nach einer Bezugsbetreuerin in allen frühen Fremdbetreuungen. Viele Grüße


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