Lavea915
Liebe Frau Dr. Dotzauer, unser Sohn wird Anfang Oktober 1 Jahr alt. Er ist ein sehr reizoffenes High-Need-Baby. In den letzten Wochen wurde die Einschlafbegleitung zunehmend schwieriger. Deshalb haben wir die Wachzeiten vor einigen Tagen von 3 – 3,5 – 4 Stunden auf ca. 3,5 – 3,75 bis 4 – 4 Stunden verlängert. Die letzte Wachzeit schafft er aktuell noch nicht länger. Der erste Tagschlaf ist meistens lang, zwischen 70 und 90 Minuten. Allerdings wird er auch während eines längeren Tagschlafs mehrfach wach. Bei einem Schlaf von etwa 1,5 Stunden wacht er teilweise bis zu drei Mal auf. Zum Weiterschlafen kann ich ihn bisher ausschließlich durch Stillen bringen (außer er schläft in der Trage). Beim zweiten Tagschlaf achten wir seit Verlängerung der Wachphasen darauf, ihn auf ca. 20–45 Minuten zu begrenzen, damit der Tag insgesamt nicht zu lang wird (je nach Dauer des ersten Schlafs). Nach seinem ersten Geburtstag möchten wir auf einen Tagschlaf umstellen. Einschlafen tagsüber funktioniert entweder durch seltener Wiegen oder meist Stillen, das Weiterschlafen nach dem Aufwachen gelingt wie gesagt ausschließlich durch Stillen. Alle Versuche, ihn auf andere Weise zum Weiterschlafen zu bringen, sind bisher gescheitert. Mein Mann kann ihn tagsüber nur in der Trage zum Schlafen bringen. Abends gelingt ihm das Einschlafbegleiten bisher nicht, da unser Sohn dabei so stark weint, dass mein Mann die Situationen abbrechen musste. Tagsüber dasselbe, dass er abbrechen und die Trage wieder zur Hilfe nahm. Tagsüber stille ich momentan nur noch zum Einschlafen bzw. Weiterschlafen, er isst bereits gut und gerne am Familientisch. Nachts wacht unser Sohn sehr häufig auf, meist etwa 7–10 Mal. Anfang November wird mein Mann für einen Monat in Elternzeit sein. Für mich ist zu diesem Zeitpunkt der richtige Zeitpunkt gekommen, vollständig abzustillen. Da mein Mann im Schichtdienst arbeitet, war es bisher auch schwierig, dass er regelmäßig das Einschlafen im Bett übernimmt bzw. dies mit unserem Sohn übt. Einen Schnuller nimmt unser Sohn zum Schlafen bei meinem Mann in der Trage. Dort hilft er ihm teilweise auch dabei, Schlafzyklen zu verlängern. Zwischendurch nimmt er den Schnuller eher sehr selten. Ich habe in den letzten Wochen versucht, ihm ein Kuscheltier am Tage näherzubringen. Bisher zeigt er daran allerdings kaum Interesse. Das Sortierkörbchen als Einschlafroutine klappt leider auch nur so halbwegs. Nun zu meinen vielen Fragen... 1. Ist es aus Ihrer Sicht sinnvoll bzw. noch zu früh, kurz nach seinem 1. Geburtstag auf einen Tagschlaf umzustellen? 2. Falls die Umstellung auf einen Tagschlaf jetzt sinnvoll ist: Würden Sie gleichzeitig versuchen, das Stillen zum Einschlafen abzuschaffen, oder wäre es besser, die Veränderungen zeitlich zu trennen? 3. Welche Einschlafroutine würden Sie für einen sehr reizoffenen bzw. schnell überreizten Einjährigen empfehlen, der schnell ins Weinen kommt? 4. Ist es sinnvoll, weiterhin am Schnuller festzuhalten, wenn er ihn bisher vor allem bei meinem Mann in der Trage akzeptiert? Oder wäre es besser, ihn nicht weiter zu fördern? 5. Haben Sie Ideen, wie wir das Kuscheltier für ihn interessanter machen und es als möglichen Schlafbegleiter etablieren können? Ist es besser, ein vertrautes oder neues Tier zu wählen (seit Geburt begleitet ihn z.B. immer seine Kuscheltier-Spieluhr und ist festes Bestandteil des Einschlafrituals). Zudem wäre es natürlich sehr wertvoll, wenn er es sukzessive tagsüber zur Regulation nutzen würde. 6. Wie kann mein Mann mich beim Abstillen am besten unterstützen? Insbesondere nachts: Wäre es trotz seiner bisherigen Schwierigkeiten beim Einschlafbegleiten sinnvoll, dass er in der Abstillphase die nächtliche Beruhigung übernimmt? 7. Ist es aus Ihrer Sicht realistisch, dass mein Mann während seiner Elternzeit zusätzlich das Einschlafen beim Tagschlaf im Bett mit unserem Sohn übt, oder wären das zu viele Veränderungen auf einmal? 8. Wenn wir mit dem Abstillen beginnen: Würden Sie zunächst die Stillmahlzeiten tagsüber oder nachts reduzieren bzw. ganz weglassen? Was wäre bei unserer aktuellen Situation der sinnvollere erste Schritt? Uns ist wichtig, die verschiedenen Veränderungen möglichst sanft zu gestalten und unseren Sohn dabei nicht zu überfordern. Gleichzeitig möchte ich das Abstillen im November gerne konsequent angehen, da sich der Zeitpunkt für mich dann richtig anfühlt. Herzlichen Dank schon einmal vorab und herzliche Grüße.
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