Frage im Expertenforum Babyschlaf an Dr. med. Daniela Dotzauer:

Kein Einschlafen, ewige Begleitung

Frage: Kein Einschlafen, ewige Begleitung

Jelina1994

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Hallo zusammen, ich schreibe hier, weil wir mittlerweile wirklich nicht mehr wissen, wo wir noch ansetzen sollen und gerne wissen würden, ob jemand Ähnliches erlebt hat. Die Geburt unserer Tochter war sehr schwierig. Nach einem vorzeitigen Blasensprung in der 41. SSW wurde eingeleitet. Insgesamt dauerte die Geburt etwa 84 Stunden und endete nach Geburtsstillstand trotz PDA in einem Kaiserschnitt. Während der Operation wirkte die Anästhesie nicht mehr ausreichend und ich hatte starke bzw. volle Schmerzen. Ich wurde schließlich bewusstlos. Zu einer Vollnarkose kam es nicht; die Situation war auch für das anwesende Team offensichtlich sehr schwierig. Seit ihrer Geburt ist Schlaf ein extremes Thema. Wir konnten sie von Anfang an praktisch nie zum Schlafen ablegen. Sie schlief fast ausschließlich auf uns und brauchte dabei zusätzlich Bewegung. Wir haben über die Monate wirklich alles genutzt: Trage, Federwiege, Pezziball und ständiges Hüpfen bzw. Bewegen. Im Kinderwagen und im Auto funktioniert Schlafen ungefähr in 50 % der Fälle. Was uns besonders beschäftigt: Sie schläft praktisch nie einfach ein. Es gibt dieses „Sie ist so müde, dass ihr irgendwann die Augen zufallen“ bei ihr scheinbar nicht. Selbst wenn sie offensichtlich völlig erschöpft ist, schafft sie den Übergang in den Schlaf nicht. Stattdessen wird sie unruhig, weint und kann sich teilweise scheinbar endlos gegen den Schlaf wehren. Unsere Einschlafbegleitungen dauern dadurch regelmäßig sehr lange, teilweise mehrere Stunden – und das nicht nur abends, sondern auch bei den Tagschläfchen. Sie wird jetzt bald 8 Monate alt und wir haben über die Monate wirklich sehr viel ausprobiert: Wachzeiten verändert, mehr oder weniger Tagschlaf, früher oder später ins Bett, Reize reduziert, Routinen verändert, unterschiedliche Formen der Einschlafbegleitung, mehr Bewegung, weniger Bewegung usw. Wir haben aber bisher keinen verlässlichen Zusammenhang gefunden. Manchmal funktioniert etwas, beim nächsten Mal überhaupt nicht. Uns geht es auch nicht darum, dass sie mit 8 Monaten unbedingt alleine in ihrem Bett einschlafen muss. Wir begleiten sie gerne. Aber dass nahezu jeder einzelne Schlaf von so viel Unterstützung abhängt und Einschlafen teilweise stundenlang dauert, belastet mittlerweile die ganze Familie enorm. Deshalb meine Frage an Eltern, die vielleicht ein ähnlich „schlafresistentes“ Baby hatten: Kennt jemand dieses extreme Nicht-in-den-Schlaf-Finden trotz deutlicher Müdigkeit? Was steckte bei euch dahinter? Gab es irgendwann etwas, das tatsächlich geholfen hat – oder eine Fachrichtung/Anlaufstelle, bei der ihr endlich ernst genommen wurdet? Wir sind mittlerweile wirklich an dem Punkt, an dem wir nicht noch den hundertsten Tipp zu Wachfenstern oder Abendroutinen ausprobieren möchten, sondern gerne verstehen würden, warum unser Kind so große Schwierigkeiten hat, überhaupt in den Schlaf zu finden.


Dr. Dotzauer

Dr. Dotzauer

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Guten Abend, Mein Rat für Ihre Situation wäre, an einer sozialpädiatrischen Einrichtung nach einer Ambulanz für Frühkindliche Regulationsstörungen zu fragen. Frühkindliche Regulationsprobleme betriffen jede 5.-10. Familie und fachkundiger Rat ist da sicher angebracht. Gerade weil Sie schon viele Tipps für Wachfenster oder Abendroutinen erhalten haben, werde ich mich diesbzgl. zurückhalten. Die einzige Anmerkung diesbzgl ist, dass ich Ihnen nur 2 Tagschläfchen empfehle und ansonsten mich auf die Schlafbereitschaft konzenrtrieren würde.  Das Sortierkörbchen (Objekte gucken im abgedunkelten Schlafzimmer bei Leselicht) oder ruhiges Schoßspiel kann hilfreich sein. Denn wenn Sie stundenlang in den Schlaf begleiten müssen, scheint etwas an ihrer Schlafbegleitung nicht zur Schlafbereitschaft zu führen. Aber das bedarf einer genaueren Sicht, es braucht ein Schlafptotokoll und mehr Zeit zur Therapie, als einige geschriebene Zeilen dies vermögen. Ich wünsche Ihnen viel Erfolg, bei der Suche nach einer geeigneten Beratungsstelle und würde auch noch mal den behandelnden Kinderarzt dazu befragen, denn er kennt die lokalen Angebote diesbzgl. Herzliche Grüße Daniela Dotzauer


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