AnaHata
Hallo, das Baby ist nun knapp 16 Wochen und die Nächte sind derzeit der Horror. Es wachr ca alle 45min auf, braucht dann die Brustwarze um weiterzuschlafen. Ich hab keine Ahnung, wie ich es in den Schlaf begleiten soll. Es schläft mit mir im Bett, lässt sich schwer ablegen und schläft bei mir nur an der Brust ein. Beim Papa funktioniert es durch tragen und schaukeln. Das fällt bei mir als Begleitung jedoch aufgrund einer Organsenkung weg. Schnuller nimmt es leider auch nicht. Und ich will es jetzt in dieser Zeit auch nicht komplett an die Brust als einzige Möglichkeit gewöhnen. Sobald ich abdocke, dauert es maximal 5 Minuten, bis sie es bemerkt und die Brust wieder lautstark einfordert. Haben Sie bitte einen Rat? Liebe Grüße
Liebe Ana, die Nacht wird am Tage vorbereitet. Hier sollten Sie zuerst etwas ändern. Ausserdem ist es wichtig, dass ein Kind mitbekommt, wenn man etwas verändert. Aber dazu komme ich später. Achten Sie am Tage auf die Signale des Babys wie z.B. niessen, hüsteln und Schluck auf. Kommen diese häufig vor, verändern Sie etwas in der Interaktion. Interagieren Sie langsamer und bauen Sie mehr Pausen ein. Auch ist es wichtig, den Kindern Zeit zu geben, Dinge zu verstehen. Ein Baby braucht 5 Minuten, bis es eine Situation versteht und es braucht 5 Minuten, bis es versteht, was es z.B. tun muss, um in eine andere körperliche Position zu kommen. Wenn wir die Kinder in diesen Situationen zu früh abfangen, staut sich oft etwas an, was sich dann in der Nacht entlädt. Seien Sie bei "Mini-Krisen" empathisch, geduldig und geben Sie kleine Impulse, aber lösen Sie die Situationen nicht direkt auf. Genauso ist es mit dem Abdocken von der Brust. Geben Sie dem Baby ein Zeichen bevor Sie es lösen, lösen Sie es langsam und wiegen Sie es dann sachte weiter. Wenn das Baby weint, geben Sie ihm Raum, über das Weinen zu kommunizieren und bgeleiten Sie es liebevoll. Wenn es zu stark weint, bauen Sie einen kurzen Überraschungseffekt ein. Trösten ist wichtiger als einfach nur zu beruhigen. Versuchen Sie schon ab 17.00 Uhr, die Nacht langsam vorzubereiten, mit "Langeweile" zu verbreiten. Sie können das Baby auch sachte sitzend auf einem Bürostuhl einschaukeln. Gucken Sie immer, dass es Ihnen selber dabei körperlich gut geht. Wichtig ist, dass Sie in der Einschlafsituation nicht mehr in den Blickkontakt gehen. Niemand möchte beim Einschlafen beobachtet werden. Sie können auch noch versuchen, das Baby an den Schnuller zu gewöhnen, das sollten Sie allerdings in den entspannten Momenten am Tage üben. Wie ich die Kinder in den Schlaf begleite, habe ich auf meiner Website unter Schlafberatungen beschrieben. Im Blog finden Sie zudem einen Artikel über den Unterschied zwischen trösten und beruhigen. Für weitere Fragen stehe ich Ihnen gerne in einer persönlichen Beratung zur Verfügung. Ich wünsche Ihnen viel Freude mit dem Baby und deutlich ruhigere Nächte, Margit Holtschlag
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