Frage: Permanentes Tragen und Schlafschwierigkeiten

ned

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Guten Tag, meine 8 Monate alte Tochter lässt sich kaum ablegen und möchte nur getragen werden. Sie möchte jedoch, dass man mit ihr im Raum geht. Mit ihr zu Sitzen führt zu Protest. Ich verwende regelmäßig eine Tragehilfe, was insbesondere aufgrund des Gewichts und der Hausarbeit nicht durchweg einzuhalten ist. Auf der Krabbeldecke verbringt sie nur wenige Minuten. Ich muss auch immer dabei sein. Nach kurzer Zeit schreit sie, weil sie getragen werden möchte. Auf dem Hochstuhl kann ich sie für einige Minuten zum Füttern lassen, danach folgt Geschrei. Im Kinderwagen schreit sie ebenfalls, um getragen zu werden. Die Situation besteht seit Geburt.  Nun zum weiteren (Haupt-) Problem: Sie möchte auch nur auf dem Arm schlafen. Wenn es gelingt, sie abzulegen, schläft sie um die Mittagszeit ca. 20 Minuten. Am Nachmittag erfolgt ein weiterer Schlaf von ca. 20 Minuten. Auf dem Arm schläft sie etwas länger. Das kommt nicht so oft vor, da ich sie wegen der Hausarbeit ablegen muss (Kochen,  etc.). Sie ist mittags sehr schläfrig, reibt sich oft die Augen, quengelt und wirkt müde. Allerdings wehrt sie sich gegen das Einschlafen. Ab 20.00 Uhr wird das Geschrei intensiver und ich lege mich mit ihr ins Bett. Nach ca. 30 Minuten ist sie wach, will spielen und schläft nicht mehr ein. Ich bleibe bei ihr, bis sie gegen 1.00 Uhr nachts einschläft. Sie schläft bis 10.00 Uhr morgens.  Wie kann ich mehr Schlaf und vor allem frühes Zubettgehen fördern? Das permanente Tragen ist für mich körperlich belastend. Was kann ich dagegen tun? 


M. Hoehl

M. Hoehl

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Guten Tag, Ihre Fragestellung ist fast für ein solches Forum zu komplex, dennoch versuche ich es einmal. Ein gesundes Kind mit 8 Monaten benötigt zwar zeitweise noch viel Körperkontakt, muss aber nicht permanent getragen werden. Das ist nicht nur für den Rücken der Mutter dauerhaft eine große Belastung, sondern hindert auch das Kind an seinen nächsten Entwicklungsschritten.  Es benötigt Zeit auf der Krabbeldecke, um die motorische Entwicklung vorran zu treiben. Die Ursachen für dieses intensive Bedürfnis muss daher herausgefunden werden: - Wie war die Schwangerschaft und Geburt? - Gibt es Gründe für diese Situation, z.B. Wahrnehmungsschwierigkeiten, Schmerzen, uvam. -Möglicherweise ist es die permanente Übermüdung, die es Ihrem Kind schwer macht, sich im Wachzustand zu regulieren, denn die 20 Minuten-Schlafhäppchen, lassen immer die Tiefschlafphase vermissen, in der das Gehirn die Sinneseindrücke einordnen könnte. - Dieser Stand-by-Schlaf ist wiederum die Folge des Bewegtwerdens beim Einschlafen, also ein Teufelskreis. Was können Sie tun. Planen Sie Ihren Tagesablauf so,  dass Ihr Kind 3 Tagschläfchen bekommt. Mindestens eines davon sollte deutlich länger als 30 Minuten dauern, hier ggf. einen Spaziergang o.ä. machen, wenn es im Liegen nicht funktioniert. Warten Sie mit dem Schlafen nicht, bis Ihr Kind bereits übermüdet ist, sondern machen einen langsamen Sinkflug zu den Schlafphasen mit Körperkontakt, ruhiger Beschäftigung, sanften Wiegen, welches immer ruhiger, langsamer und langweiliger wird, bis Sie sich irgendwann gar nicht mehr bewegen. Wenn Ihr Kind im Arm eingeschlafen ist, legen Sie es bewusst ab. Hierfür warten Sie bis die Atmung gleichmäßig ist und die Muskulatur erschlafft.  Dann setzen Sie das Kind mit dem Po zuerst ins Bett und rollen es in seine Schlafposition, halten die Hände auf das Kind, wiegen es ggf. noch mal sanft auf der Unterlage bis die Atmung wieder ruhig ist. Wenn es nach 20 bis 30 Minuten noch einmal wach wird, wiederholen Sie diesen Griff. Wir können gern ein 1-1-zoom-Meeting ausmachen, bei dem wir gemeinsam die Situation analysieren und ich Ihnen das Einlullen und Ablegen an einer Puppe demonstriere, oder Sie erfragen bei mir, ob wir bereits eine Frühe-Hilfen-Fachkraft in Ihrem Landkreis im "Familienorientierten Babyschlafcoaching" ausgebildet haben, die es Ihnen Vor-Ort bebringen könnte. Liebe Grüße, Mechthild Hoehl


ned

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Liebe Frau Höhl, vielen Dank für die ausführliche Rückmeldung. Sowohl Schwangerschaft als auch Geburt verliefen unkompliziert. Die Schwangerschaft war praktisch beschwerdefrei, allerdings von emotionalem Stress geprägt. Dieser hat sich nach der Geburt auch wegen der beschriebenen Belastung nochmals intensiviert. Ich war auch schon mehrfach bei einer Osteopathin. Körperlich ist das Baby unauffällig. Zudem ist meine Tochter sehr aufgeweckt, neugierig und fröhlich. Sie reagiert auch positiv auf "fremde Personen". Sie möchte eben immer Nähe. Auch beim Babysitten durch andere klappt der Umgang soweit gut. Aber auch andere Personen müssen sich mit ihr ständig beschäftigen. Alleine bleibt sie wie beschrieben auch nur kurzzeitig kaum gerne. Ich würde das Angebot der frühen Hilfen gerne in Anspruch nehmen. Eine Hilfe vor Ort erscheint mir sinnvoll. Wie sollen wir vorgehen?    Vielen Dank und ein schönes Wochenende!


M. Hoehl

M. Hoehl

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Guten Abend, schreiben Sie mir noch einmal auf info@kindergesundheit-trier.de Ihr Anliegen und erwähnen dabei in welchem Landkreis Sie beheimatet sind. Liebe Grüße, Mechthild Hoehl


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