EmiliaK
Hallo Frau Dr. Dotzauer, ich wende mich an Sie, da wir mittlerweile mit unserem Latein am Ende sind. Unsere Maus ist seit Geburt an super schlecht im einschlafen, es wird bis heute immer geweint/geschrien vor dem einschlafen. Wir achten sehr akribisch auf ihre Wachzeiten und ihre Müdigkeitssignale, manchmal klappt es dann fast ohne schreien, aber in super wenigen Fällen. Sie ist meist nach 1-1,5 Stunden wieder müde, reibt sich die Augen und gähnt. Sie schläft auch tagsüber nur in der Trage oder eingepuckt auf dem Arm mit Augen verdeckt. nachts schläft sie meist relativ gut, um 19 Uhr gehen wir meist ins Bett und i.d.R. Schläft sie dann nach kurzer Zeit ein. Immer öfter wird sie aktuell aber um 4:45 Uhr wach und schläft dann nicht mehr weiter. Tagsüber holt sie sich relativ viel Schlaf, schläft 2 mal meist 2 Stunden und die restlichen Schläfchen sind zwischen 30 min und 1 Stunde. sie schläft allgemein super unruhig und braucht ständig Bewegung und Körperkontakt, ablegen funktioniert gar nicht. Können wir da etwas optimieren, damit sie nachts länger schläft und tagsüber nur 3-4 Stunden? Ist das Schreien vor dem schlafen "normal"? Ist es noch "normal", dass sie sehr unruhig schläft und super geräuschempfindlich ist? Beste Grüße Emilia
Hallo Emilia, Was ist normal? Ich höre, dass Sie mit ihrem Kind Einschlafprobleme haben und es ist sinnvoll dies zu verbessern. Denn wenn jedes Einschlafen in einen Kampf mit Geschrei ausartet, verknüpft das Kind das Einschlafen, als etwas Schwieriges und hat schon beim Betreten des Schlafzimmers eine Abwerhhaltung. Sie versucht sich zu wehren und den Schlaf zu vermeiden und das ist das Gegenteil von friedlichem Einschlafen. Es ist meistens eine Abstimmungsthematik. Die empfohlenen Wachzeiten sind dabei nur eine grobe Hilfestellung und es hilft ihnen nicht, akribisch diese umzusetzen, wenn dabei ein Kampf ausbricht, der das entspannte Einschlafen unmöglich macht. Es kommt in diesem Alter sehr auf die Stimmung an und diese sollte gut sein zu Beginn der Einschlafbemühungen. Dann braucht es eine Art Vorschlafruhe (Tragezeit auf dem Arm: Umhertragen ohne Anforderungssituation, mit Blick nach vorne, nur zum ruhig werden) dann sollte bei Beginn der Einschlafroutine, welche ich ihnen am ersten Tagschlaf, auf dem Arm in der Senkrechten empfehle, es nicht zum Kampf kommen. Wenn sie sich wehrt, dann unbedingt Ablenken, zb nochmals ins Helle gehen und sie von der Verweigerungshaltung ablenken. Diese Mühe um das friedliche Einschlafen lohnt sich in jedem Falle, denn das heranwachsende Baby können sie immer weniger zum Schlaf "überreden". Auch das Pucken in diesem Alter sollte abgewöhnt werden, denn je älter und kräftiger Kinder werden, desto höher ist die Gefahr, dass sie versuchen sich zu drehen und auf dem Gesicht in der Bauchlage landen, was unbedingt im gepuckten Zustand zu verhindern ist. Darüberhinaus ist es sowieso wichtig, dass die Babys lernen mit ihren Zappelarmen zurecht zukommen. Es geht weniger um strikte Vorgaben bzgl. Wachzeit oder Lage, als mehr darum sein Kind vor dem Schlafen in Wohlgefühl einzuhüllen. Mit der Stimme, mit Körperkontakt und sanfter Bewegung. Erst wenn sich das Kind wohlfühlt kann es entspannen, und Entspannung ist eine Grundvorraussetzung für leichtes Einschlafen. Diese positive Erfahrungen brauche Kinder unzählige Male, bevor sie sich selber entspannen können. Sie beschreiben ja dass es schon manchmal gelingt und genau da setzen Sie an und bleiben dran. Wenn es nicht gelingt, können Sie immer noch wie üblich die Trage als Exitstrategie nutzen. Grundsätzlich wird jeder Schlaf schwieriger und natürlich ist die Trage ein bewährtes Mittel, aber achten Sie auf den Zustand des Kindes und seine Stimmung, denn diese beengte Situation führt oft zu kontraproduktiven Abwehrverhalten. Altersgmäß wären 4 Schlafchen über den Tag verteilt. Wachzeiten im Tagesverlauf ansteigend von 90/105 min bis 120/135min. Über die Tagesschlaflänge können Sie doch bestimmen. Erster Tagschlaf mit Einschlafroutine im Bett (ist eh kürzer als Trageschlaf), und die anderen Schläfchen begrenzen Sie, indem Sie sie aus der Trage nehmen, oder wecken. Das mit der ständigen Bewegung können Sie ja versuchen zu verändern ZB im Bett gemeinsam ablegen, wenn sie bei er Einschlafroutine (abgedunkelt, singen und wiegen, in aufrechter Position, Signal der Entspannung abwarten, dann in die Waagerechte in die Ellenbeuge rutschen lassen, sanft umhertragen, leise,langsam,langweilig eigenes ruhiges Nervensystem ausleihen) auf dem Arm eingeschlafen ist. Später muss sie natürlich registrieren das sie im Bett abgelegt wird. Aber es geht nicht alles auf einmal. Übrigens unruhiger Schlaf unf geräuschempfindlich sein ist für dieses Alter normal. Alles Gute und herzliche vorweihnachtliche Grüße Daniela Dotzauer
EmiliaK
Super, vielen Dank für die ausführliche Antwort!
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