Frage im Expertenforum Babyschlaf an Dr. med. Daniela Dotzauer:

Unruhiger Nachtschlaf - Pucken?

Frage: Unruhiger Nachtschlaf - Pucken?

Kaffeetasse7

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Guten Tag, meine Tochter ist jetzt acht Wochen alt und schläft zur Zeit noch bei uns im Ehebett.  Nachdem ich aber nun vermehrt Kreuzweh hab, würde ich sie gerne ins Beistellbett neben unserem Bett legen, sodass sie zumindest einen Teil ihres Nachtschlafes dort verbringt. Die letzten Nächte ist sie jedoch sehr unruhig, sie rudert mit den Armen und Beinen und weckt sich - vor allem durch die Arme - immer wieder selbst auf. Ich halte ihre Arme dann vorsichtig an ihrem Körper, machen ein/zwei 'Sch-Sch' und sie schläft wieder. Wenn ich Pech haben wirft sie ihre Arme nach ein paar Minuten wieder in die Höhe und wacht davon dann auf.  Da wir bisher nicht gepuckt haben, ziehe ich dies nun in Erwägung.  Ist dies über Nacht sicher und sinnvoll? Können wir dies mit einem Mulltuch machen oder einen eigenen Pucksack kaufen?  Haben Sie sonst noch irgendwelche Tipps oder Tricks? Herzlichen Dank schon Mal für die Bemühungen und die Antwort  Liebe Grüße, Kaffetasse7


Dr. Dotzauer

Dr. Dotzauer

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Guten Abend, Nach der S1-Leitlinie zur Prävention des Plötzlichen Kindstods vom 06.11.2022 sollen Kinder zum Schlafen nicht fest eingewickwelt werden. Dieser Punkt wurde von den Experten der Deutschen Gesellschaft für Schlafforschung und Schlafmedizin u.a., neben den anderen bekannten Empfehlungen in die Leitlinie mit aufgenommen. In wie weit sich Eltern an jede einzelne Empfehlung halten, liegt in dem Ermessen eines jeden Einzelnen. Ich weiß, dass sehr zappelige, motorisch unruhige und schreckhafte Babys, von dem Ganzkörperhalt des Puckens profitieren. Gleichzeitig darf auf keinen Fall zu lange gepuckt werden (max bis zur 12. Woche), da im höheren Alter die Gefahr der unbeabsichtigeten Bauchlage in Puckhaltung besteht. Dieser Sachverhalt führte im Übrigen auch zur Aufnahme des Puckens in die Leitlinie. Also wenn Pucken, dann in sicherer Rückenlage und nicht nach dem 3. Monat. Ich persönlich finde die unnachgiebigen Klettverschlüsse der Pucksäcke eher problematisch. Gleichzeitig sollen die Kinder aber auch nicht unter das Pucktuch rutschen, denn es soll zu keiner Atemwegsbehinderung kommen. Sie sehen schon, es gibt viel für und wider. Ich würde mir an Ihrer Stelle, wenn Sie das Pucken planen, erst einmal am Tage, durch Beobachtung eine Meinung bilden und dann abwägen. Es handelt sich ja eh nur noch um 4 Wochen und manchmal hilft auch die ungepuckte, sicher gelagerte stabile Seitenlage, (mit Verhinderung der Bauchlage), um die Unruhe zu reduzieren. Die Entscheidung darüber bzw. die Verantwortungsübernahme liegt immer bei den Eltern.  Alles Gute Daniela Dotzauer


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