Frage im Expertenforum Babyschlaf an Dr. med. Daniela Dotzauer:

Zwischen Verzweiflung und Tränen

Frage: Zwischen Verzweiflung und Tränen

Marta25

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Ich weiß garnicht wo ich anfangen soll, ich bin verzweifelt.  mein Sohn, aktuell 6 Monate, ist der Inbegriff von einem Horror-Schläfer. seit er ca. 3 monate alt war hat er angefangen alle 20-40 min aufzuwachen und sich nur durch Stillen und Dauergenuckel zum weiterschlafen überreden lassen. Laut meiner Smartwatch weckt er mich zwischen 6-8x auf durch sein Genuckel.  Einschlafstillen klappte ab 4 Monaten nicht mehr (er ist unruhig, braucht sehr lange zum einschlafen) und seit eben 2 Monaten lassen wir uns verschiedenste Dinge einfallen um ihn abends schlafen zu legen. Tagsüber schläft er nur im Kinderwagen, sprich da holen wir unseren Schlaf auch nicht nach. Das er sich überhaupt in den Kinderwagen oder im Auto ablegen lässt, hat langeee gedauert... wir waren die ersten 3 monate deshalb nur zu Hause. Er nimmt auch keinen Schnuller. Ich frage mich langsam ernsthaft ob ich nicht Abstillen sollte um einfach mal wieder zu schlafen. Aber ich habe Angst, dass Abstillen nix bringt und ich dann jede halbe stunde aufstehen und eine Flasche machen muss.  Ich habe ihn jetzt auch einpaar nächte nicht mehr nuckeln lassen und irgendwie versucht anderweitig zu kompensieren (tragen, singen, summen, streicheln), aber das hat ihn nur noch wacher gemacht. Schlafprotokoll führen wir da uns der kinderarzt den Tipp gegeben hat, aber das einzige das dabei rauskam war das er tagsüber nurmehr 3h schläft auf 3 schläfchen verteilt, um eben abends Schlafdruck zu generieren. Hat nicht viel gebracht, außer das wir nichtmehr 1-2h schlafen legen, sondern maximal eine stunde.  was kann ich noch tun? So gehts nicht weiter. Dieser masdive Schlafentzug macht mich wahnsinnig


Dr. Dotzauer

Dr. Dotzauer

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Guten Abend,  Ja, das kann ich gut verstehen. Allerdings liegt die Lösung nicht im Abstillen, denn nur weil sie etwas am Fütterregime ändern, kann das Kind ja noch nicht besser schlafen. Es sind die Schlafphasenwechsel, welche die Kinder in der Nacht regelmäßig erwecken Erstmal am Tage üben! 1. Grundsätzlich brauchen Kinder eine Ahnung von Ruhigwerden, Entspannung und Einschlafen, jenseits von schlucken saugen. Daher wäre es auch sinnvoll, wenn die Väter ihre Babys erreichen, mit einer entspannenden Beruhigungsbotschaft. Dies kann beim ersten Tagschlaf geübt werden, nach 2 Wachstunden mit sattem, müden und ruhigem Kind. Aber natürlich sollte auch das die Mama üben...und ihrem Kind zeigen: bei Hunger gibts Essen bei Einschlafen gibts Entspannung... 2. Einschlafroutine etablieren ohne Stillen gerne mit "Runterkuscheln"  Beruhighen im Dialog, ggfs ablenken... erst senkrecht, langsam-leise-langweilig, auf Zeichen der Entspannung warten und dann erst in die Waagerechte, dann ablegen erst schlafend gemeinsam dann immer wacher... 3.Beim Zwischenerwachen immer wieder gestuftes Beruhigen, auch "bitte wenden" hin und her..., Stimme, Schnuller, Popo klopfen, schuckeln, ggfs, mal kurz Licht anmachen, um Kind zu wecken um dann bessere Möglichkeit zu haben ihn zu erreichen. hochnehmen, schuckeln, notfalls halt doch stillen. aber durch gestuftes Beruhigungsangebot lernt Kind andere Trostmöglichkeiten kennen. Darum gehts beim Weiterschlafen. 4. Bei Hunger wird natürlich gestillt und bei Zwischenerwachen wird das Weiterschlafen gelehrt. Beides auseinander zu halten ist nicht leicht. Aber der zeitliche Verlauf sagt Dir nach 1-2 Std ist es nicht Hunger sondern Zwischenerwachen. 5. Manchmal ist es auch hilfreich nachts Bewegung zB im Stubenwagen/ Bett auf Rollen, anzubieten um das Weiterschlafen zu erleichtern. Alles Gute Daniela Dotzauer


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