Frage: Schlaf mit 16 Wochen

Lavea915

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Liebe Frau Holtschlag, ich habe eine Frage bezüglich unseres Sohnes, der 16 Wochen alt ist. Seit etwa der 8. Woche lässt er sich tagsüber kaum noch ablegen. Eine Ausnahme ist die Federwiege – diese klappt mal besser, mal schlechter. Allerdings schläft er dort immer nur maximal 45 Minuten, meist eher etwa 30 Minuten, also nie länger als einen Schlafzyklus. Zuvor hat er sehr gerne in seinem Nest geschlafen. Zusätzlich ist es so, dass er sich seit einigen Wochen in nahezu jedem Schlaf weinend oder schreiend in den Schlaf begleitet. Wir haben sowohl tagsüber als auch abends feste Einschlafrituale: Tagsüber wird er zum Einschlafen in eine Decke eingewickelt, der Raum wird abgedunkelt und ich summe ihm „LaLeLu“. Sein Kuschelesel begleitet ihn dabei immer. Wenn er tagsüber in der Trage schläft (zu Hause), wird der Raum ebenfalls abgedunkelt und auch hier wird „LaLeLu“ gesummt. Abends ist das Einschlafritual etwas ausführlicher. Die letzte Wachphase verbringen wir bereits abgedunkelt auf der Couch. Dort ziehen wir ihn aus und massieren ihm sanft die Beine (das ist das Einzige, was er dabei mag). Anschließend gehen wir in sein Zimmer und machen den Kuschelbär-Tonie an, der sehr ruhige Musik spielt und in sanftem Licht leuchtet. Danach geht es ins Bett: Er bekommt seinen Schlafsack an, wird ins Beistellbett gelegt und mit „LaLeLu“ in den Schlaf gesummt. Auch hier ist sein Kuschelesel dabei. Er schläft dann meist beim Einschlafstillen ein (was ich ursprünglich nicht wollte, sich aber so eingeschlichen hat) und schläft seit ein paar Tagen zumindest in der ersten Nachthälfte dann in seinem Beistellbett. Da unser Sohn insgesamt sehr viel schreit, waren wir bereits in einer Schreibabyambulanz. Dort wurde uns empfohlen, das Einschlafen sowohl in der Federwiege als auch im Beistellbett tagsüber weiterhin zu üben. Wie erwähnt, klappt die Federwiege, aber im Beistellbett schreit er so stark, dass ich ihn nach 10-15 Minuten wieder herausnehme. Danach schläft er meist in meinem Arm ein. Insgesamt schläft er tagsüber also entweder in meinem Arm, in der Federwiege oder in der Trage. Hier muss ich noch erwähnen, dass lediglich der erste Schlaf am Tag in der Federwiege gelingt. Nur die Schläfe mit viel Körperkontakt dauern länger (bis zu zwei Stunden), wobei meist auch nur ein Schlaf pro Tag länger ist (wir kommen tagsüber insgesamt auf eine Schlafdauer von ca.3 1/2 - 4 Stunden). Zudem schläft er nachts sehr unruhig und wird alle 2–4 Stunden gestillt. Ich versuche beim Aufwachen zunächst, ihn anderweitig zu beruhigen, aber meist steigert sich das Weinen so stark, dass ich ihn dann stille. Besonders unruhig ist er in der zweiten Nachthälfte. Nun zu meinen Fragen: 1. Haben Sie eine Idee, wie ich unseren Sohn tagsüber sanft daran gewöhnen kann, alleine bzw. ohne Körperkontakt zu schlafen? Und wie man dies behutsam Schritt für Schritt einführen kann? Und ab wann werden die Schläfe in der Regel länger als 30–45 Minuten? Zudem ist unser Sohn nach so kurzen Schläfen (ca. 30 Minuten) häufig sehr schlecht gelaunt und wirkt nicht wirklich erholt. Außerdem schläft er auch beim Autofahren oder im Kinderwagen meist nur etwa 30 Minuten. 2.Wie könnte man die Stillabstände nachts verlängern bzw. die Nächte insgesamt für unseren Sohn angenehmer gestalten? Tagsüber trinkt er nach Bedarf etwa alle 2,5–3,5 Stunden.  Vielen Dank im Voraus für Ihre Einschätzung. Herzliche Grüße


M. Holtschlag

M. Holtschlag

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Liebe Lavea, ihr Problem ist schon etwas komplexer und es gibt viele Punkte, die man genauer angucken sollte. Dazu wäre sicherlich eine persönliche Beratung sinnvoll. Das Kind, wenn es weint, 10-15 Minuten im Bettchen zu belassen, bringt wenig. Bitte frühzeitig herausnehmen, dann jedoch das Weinen auf dem Arm begleiten, mit sachtem Wiegen und einer entspannten Haltung. Nicht wieder direkt die Brust geben und dem Kind damit die Chance nehmen, vor dem Schlaf noch etwas Spannung los zu werden. Ich denke, dass Sie insgesamt mindestens 20 Minuten früher mit dem Schlafen legen und herunterfahren anfangen sollten. Es kann auch sein, dass die Interaktion zuvor zu intensiv ist. Auch hier etwas entschleunigen. Bitte achten Sie auf Signale wie niessen, hüsteln, Schluck auf und eine schnelle Atmung. Achten Sie auch mal darauf, wie oft und wie schnell Sie den Kleinen abfangen. Manchmal müssen sie auch einfach ein wenig  meckern, allerdings auf dem Arm oder in der Trage. Dabei darauf achten, dass Sie eine gute Balance zwischen beruhigen und Raum zum Meckern geben, finden. Der Kleine sollte sich nicht hochschreien. Wie ich die Kinder in den Schlaf begleite und ablege, habe ich auf meiner Website unter Schlafberatungen beschrieben. Den letzten Schritt zum Schlafen lasse ich die Kinder alleine gehen, davor begleite ich sie auf dem Arm. Live via Zoom kann ich das natürlich noch mal ganz anders zeigen und einschätzen. Das Ziel sollte sein, dass zumindest eine Schlafphase 1,5 Stunden beträgt, also dass der Kleine den Schlafphasenwechsel gut überbrücken kann. Das kann er im Moment noch nicht, er wird wach, kommuniziert und merkt dann erst, dass er noch müde ist. Dann weint er. Ich würde Ihnen empfehlen, nicht so viel zu verdunkeln, sondern ihn am Tage bei Tageslicht schlafen zu lassen, das ist besser für die Psyche. Auch sollten Sie die Federwiege so wenig wie möglich anstellen, durch sie können sich Entwicklungs- und Reifungsprozesse erheblich verzögern.  Wenn Sie den Tag entschleunigen und dem Kleinen helfen, dort länger und besser zu schlafen, wird die Nacht automatisch  besser. Ich würde Ihnen auch empfehlen, unser Schlafprotokoll für einige Tage zu führen, damit werden sich einige Fragen von selber klären. Nachts wäre es gut, wenn der Kleine 4 Stunden am Stück schlafen könnte.  Es ist prima, dass Sie die Massage schon machen, achten Sie darauf, sie vor allen Dingen erst einmal nach dem Schlafen und in einer entspannten Situation zu machen. Sie sollten auf jeden Fall auch die Arme massieren, langsam, kräftig und mit wenigen Griffen. Ich wünsche Ihnen viel Freude mit dem Kleinen und stehe gerne für eine persönliche Beratung zur Verfügung, Margit Holtschlag


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