Frage im Expertenforum Babyschlaf an Dr. med. Daniela Dotzauer:

Babyschlaf 5 Monate

Frage: Babyschlaf 5 Monate

Curlyz88

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Liebe Frau Dr. Dotzauer, unser Baby ist 5,5 Monate alt. Sie schläft seit der 6. Woche auch tagsüber in ihrem Beistellbett. Nachts ebenfalls. Wir legen sie wach ins Bett und bleiben daneben liegen bzw gehen meist raus. Sie schläft dann ganz in Ruhe ein. Uns war es wichtig, Assoziationen bestmöglich zu vermeiden - bei der großen hatten wir damit starke Probleme, was zu stündlichem Wachwerden wurde.      Nun ist es so, dass sie tagsüber seit Wochen maximal 35 Minuten schläft und dann aufwacht. Eine Verlängerung durch uns ist nur mit starker Hilfe möglich (bspw muss sie dann auf dem Arm schlafen). Auch nachts wacht sie alle 3 Stunden auf und kann dann in 80% der Fälle nur durch Stillen wieder in den Schlaf finden. Bis zur 1. Regression waren wir nachts bei 6-8 Stunden.    Durch die kurzen Tagschläfchen ist es schwer, ihren Schlafbedarf zu erfüllen - mit ach und Krach schaffen wir 2 Stunden. Ich habe Angst, dass wir den Punkt verpassen, dass sie selbst die Zyklen verbinden kann. Es geht wirklich schon fast 2 Monate so und eine Besserung ist nicht in Sicht. Seit sie sich drehen kann, rollt sie sich nachts zu uns und sucht den Körperkontakt. Das finde ich natürlich sehr schön und süß. Sobald ich mich aber wegdrehe, wacht sie auf.    Durch die größere Schwester ist der Nachmittag natürlich auch etwas trubeliger. Haben sie einen Tipp oder halten Sie alles für normal? Danke und viele Grüße 


Dr. Dotzauer

Dr. Dotzauer

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Guten Abend, Viele Babys schlafen mit 3 Monaten nachts schon viele Stunden am Stück, wenn sie tagsüber satt werden. Dieses Verhalten ändert sich beim Heranwachsen mit der 4 Monatsschlafregression. Dann erwachen die Kinder häufig im Schlafphasenwechsel in der Nacht, aber auch am Tage zb nach 30-40 min. Mit diesem "Checking` müssen alle lernen um zugehen. Ich empfehle bei den nötigen 3 Tagschlächen, vorallem auf den Mittagschlaf zu fokusiren. Um die Schlafphase zu verlängern, könnten Sie gleich schon Mittags mit der Trage marschieren mit Abdunklung und beim Erwachen, nicht das Baby für wach definieren mit Augengruß etc., sondern die Schlafatmosphäre aufrecht erhalten, schschschsch  und das Weiterschlafen anstreben. Das Gleiche muss ja auch nachts geübt werden. Klassischer Weise wechseln die Schlafphasen ca alle 2 Std. Wird es alle 3 Std  wach... dann nochmal sicherstellen, dass tagsüber das Kind ausreichend Nahrung bekommt. Idealerweise wird tagsüber mehr gegessen als nachts. Wenn nachts aus Weiterschlaferfordernissen häufig (alle 1-2 Std.) getrunken wird, verteilt sich das Kalorienangebot auf 24 Std, so kommt es zu vielen kleinen Mahlzeiten tags und nachts. Diese Gewohnheiten sind sehr stabil und mühsam abzugewöhnen. In Ihrem Fall werden ja nur 3 stdl. Trinkmahlzeiten eingefordert, was Viele als altersgemäß beschreiben würden.  Grundsätzlich würde ich immer das Weiterschlafen, mit gestuftem Beruhigen, üben, denn das braucht man noch ein ganzes Leben. Gestuftes Beruhigen schaut so aus, dass mit der Stimme (schschsch), mit haltgebendem Handauflegen,  Lageveränderung, Bewegungsimpulsen, Popo klopfen, etc. zuerst versucht wird das Schläfchen zu verlängern, bevor Nahrung angeboten wird. Durch das stete Üben dessen, werden andere Gewohnheiten geschaffen. Und zwar Gewohnheiten, zB das Umdrehen im Bett von einer Seite auf die andere, welche das Kind später  alleine bewerkstelligen kann. Die meisten Menschen drehen sich beim nächtlichen Erwachen um, kuscheln sich in die Kissen und schlafen weiter. Aber diese eigenregulative Fähigkeit muss natürlich erst erlernt werden in den ersten Lebensjahren. Übrigens das mit dem Rollen und Körperkontakt suchen, ist auch etwas ganz Normales. Hilfreich dazu wäre es ein Nestchen anzubieten, das Halt gibt. Oft sind die Kinder auch auf der Suche nach Begrenzung und Halt. Der elterliche Körper ist natürlich einzigartig ideal und gut für kleine Babys, aber im Laufe des Heranwachsens kommen viele Babys auch mit einer begrenzenden Bettschlange gut zurecht. Und das Wegdrehen des Elternteils wird dann nicht so krass wahrgenommen, weil die Bettschlange noch Halt gibt. Das ermöglicht ein etwas unabhängigeres Schlafen vom elterlichen Körper. Es braucht noch viel Geduld um alle Entwicklungsaufgaben gemeinsam zu lösen. Es ist nicht so, dass es einen Zeitpunkt gibt, an dem man Eigenregulation erlernt und dann ist der Zug abgefahren, sondern das ist eher ein lebenslanges Konstrukt. Aber Ihr Bestreben sich mit den Regulations Themen auseinanderzusetzen ist sehr wertvoll und wichtig, denn Eltern schaffen Gewohnheiten und aus den Gewohnheiten werden Wünsche und diese werden eingefordert. Alles Gute für Sie und herzliche vorweihnachtliche Grüße Daniela Dotzauer


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