_Julia123_
Guten Tag! Ich habe einen Sohn, 7,5 Monate alt, der eine ausgeprägte Nuckel-Schlaf-Assoziation entwickelt hat, er kann also ohne Flasche nicht bzw. schwer einschlafen und auch die Schlafphasen nicht wechseln. Wie es so weit kam - das kann ich rückblickend auch nachvollziehen, aber es nützt ja nun nichts. Ich würde das gerne ändern und befolge schon die Tipps von Frau Dotzauer, die ich hier gefunden habe, und kann damit auch kleine Erfolge verzeichnen. Ich beginne frühzeitig (spätestens nach 1 3/4 Stunde Wachphase) damit, das Kind im Tragen "runterzukuscheln" und wenn er irgendwann schläfriger wird, packe ich ihn in die Trage und trage ihn weiter. Nun mache ich das derzeit alles draußen, weil ich das Gefühl hatte, in unserm Wohn- und Kinderzimmer wird er durch Spielzeug seines Bruders so stark abgelenkt, was draußen weniger der Fall ist. Er schafft es auch, einzuschlafen, was im schlechtesten Fall 50 Minuten dauert (die Dauer wäre mir momentan noch egal, aber das ist natürlich nicht unbedingt praxistaulich, v.a. wenn man bedenkt, dass ich noch einen gerade zweijährigen Sohn habe). Wenn er schläft, möchte ich ihn dann aber zügig ablegen. Sobald ich das Haus wieder betrete, wird er wach. Nicht richtig wach, sondern befindet sich in einem, ich nenn es mal Dämmerzustand, in dem er natürlich nach er Flasche weint und quängelt. Ich schaffe es also, ihn zum Schlafen zu bringen, der Schlaf ist aber nicht tief genug. Jetzt stellt sich mir die Frage, wie ich diese Phase durchbrechen kann. 1) Sollte ich ihn dann wieder ablenken, was bedeutet, ihn richtig wecken und dann wieder von vorne starten? Das zögert den Prozess natürlich sehr in die Länge, v.a. wenn man bedenkt, dass ich dann beim zweiten Versuch meist genau so weit bin wie vorher. 2) Sollte ich ihn dann mit Milch einschläfern und es einfach immer und immer wieder versuchen in der Hoffnung, dass ich irgendwann diese Phase umgehen kann? 3) Denken Sie, es wäre klüger, von Anfang an im dunklen Schlafzimmer tragen? Ich fand draußen irgendwie angenehmer, denn unsere Räume sind recht klein, das ist kein Genuss, darin 50 Minuten zu tigern, und ich hatte auch den Eindruck, die Ruhe und Weite tut ihm gut. Andererseits wäre die Dunkelheit sicherlich förderlich für seinen Schlaf. Oder trage ich einfach noch nicht lange genug? Für Tipps wäre ich sehr dankbar! Herzliche Grüße Julia
Guten Abend Julia, am leichtesten gelingt es Schlaf-Assoziationen bei einem Tagschlaf umgewöhnen, zumal Sie noch ein größeres Kind haben. Falls Ihr größeres Kind schon in den Kindergarten geht und Ihr Baby bereits Beikost bekommt, könnten Sie beispielsweise nach dem Mittagessen starten, dass Sie das Kind nach dem Essen gar nicht mehr oder nur kurz anlegen und dann im Arm haltend zur Ruhe bringen. Sanfte Streicheleinheiten lassen ähnlich wie beim Stillen hierbei auch Oxitozin fließen. Wenn dann das Einschlafritual ohne Nuckeln deutlich kürzer ausfällt und es am Tage hierdurch auch schon mal gelingt, Schlafphasen ohne Nuckeln zu verbinden, wird es am Abend meistens automatisch deutlich leichter. Da der Abend mit zwei Kindern durchaus trubelig sein kann, planen Sie ausreichend Zeit ein, um die Kinder zur Ruhe zu bringen, in denen das Programm immer ruhiger und langweiliger wird. Das gilt für beide Kinder. Falls das größere leichter einschläft, ziehen Sie ggf. das Einschalfritual des Geschwisterkindes vor, damit Sie sich anschließend in aller Ruhe der Abendlangeweile hingeben können. Am 1.7. habe ich über eine Krankenkasse ein kostenloses online-Seminar, in dem ich passende Rituale für Kinder unterschiedlicher Altersstufen vorstelle: https://veranstaltung.rps.aok.de/event-details?event_id=1150 Liebe Grüße, Mechthild Hoehl