Frage im Expertenforum Babyschlaf an Dr. med. Daniela Dotzauer:

Einschlafstillen abgewöhnen

Frage: Einschlafstillen abgewöhnen

Melanie_und_Ida

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Liebe Dr. Dotzauer,  ich folge schon länger Ihren Tipps bzgl. Babyschlaf. Wir haben versucht alle Tipps umzusetzen und trotzdem scheitern wir. Meine Tochter (15 Mo.) hat sich von Beginn an sehr schwer getan mit dem Einschlafen. Wir haben es trotzdem geschafft ihr sehr früh zu lernen, dass sie zumindest tagsüber ohne Brust einschlafen kann. Sie konnte vom 4. Lebensmonat bis zum 13. Lebensmonat beim Tagschlaf ohne Brust einschlafen und auch vom Papa ins Bett gebracht werden. Abends war schon immer die Brust nötig. Seit sie 13 Monate alt ist fordert sie beim Mittagsschlaf und Abends extrem die Brust ein. Wir haben bereits alles versucht. Wir haben eine gleichbleibende feste Abendroutine, starten auch wenn sie noch nicht übermüdet ist. Sie bekommt vor dem Waschen, Zähne putzen nochmal die Brust, im Bett versuchen wir noch ein Buch zu lesen, dafür hat sie aktuell überhaupt keine Ruhe. Dann wird das Licht gedimmt und wir sagen Gute Nacht. Sie ist solange friedlich bis sie merkt, dass sie müde ist und schlafen möchte, dann wird die Brust eingefordert. Jegliche Versuche sie anders zu beruhigen scheitern. Wenn man die Augen schließt, singt, sanft wiegt, herumträgt rastet sie komplett aus. Auch wenn wir versuchen konsequent zu bleiben endet es jedesmal in einem total verzweifelten Schreianfall, der darin endet, dass sie sich erbricht. Wir haben keine Probleme damit konsequent zu sein aber fragen uns doch, ob das noch zu normalem "Protest" gehört, wenn sie so extrem schreit bis zum Erbrechen. Länger als 30 min. haben wir das bisher noch nie ausgehalten. Haben Sie noch Tipps? Wir würden uns wünschen, dass sie ohne Brust und auch beim Papa einschlafen kann.  Liebe Grüße


Dr. Dotzauer

Dr. Dotzauer

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Guten Tag, Beim Einschlafen geht es ja um Entspannung und locker lassen. Jetzt ist es halt in der Autonomiephase so, dass ihre Tochter feste Erwartungen an den Einschlafprozess mit süßer Muttermilch hat. Wenn das nicht so eintritt wie erwartet, schreit sie sich diese Erwartungserfüllung herbei. Soweit ganz normaler menschliches Miteinander.  Sie hat gelernt, dass rasches Hineinsteigern und schnelle Eskalation am schnellsten ihre Erwartungen erfüllt.  Ich vermute, dass Sie sich nicht mit beruhigender Ablenkung von Mama erreichen lässt. Es gibt verschiedene Möglichkeiten: 1. Sie lassen alles so wie es ist und akzeptiernen diese Situation, bis Sie sich sicher sind, dass Sie abstillen wollen. Dann schläft die Brust und wenn Sie ganz sicher sind werden Sie es schaffen, ihr Kind anders zu erreichen und es notfalls aushalten. 2. Sie wollen dieses Verhalten verändern, dann braucht es viele verschiedene Schritte: - es braucht in jedem Falle ausreichende Müdigkeit, also mindestens 6-7 Wachstunden - desweiteren eigenregulative Fähigkeiten, das emotionale Aufladen eines Kuscheltieres in Tröste- & Beruhigungssituationen außerhalb des Schlafkontextes. - Den Mittagsschlaf würde ich dann eher im Kinderwagen abhalten, dort kommt es meist nicht zu Brusteinforderungen, wenn sie wirklich satt ist.  - abends könnte der Papa hilfreich sein, indem er aber schon richtig früh das Ruder übernimmt. Also schon beim Abendessen (2 Std vor dem Schlafen) und Mama verabschiedet sich und geht aus dem Haus. Dann sind noch 2 Std Zeit wo die beiden ein gutes Team werden können. Gemeinsame Badewanne oder schöne Spielzeit ermöglichen gemeinsame Einstimmung. Gern auch noch eine letzte Mahlzeit (Banane, Bananenmilch, süßer Joghurt (bedenke Muttermilch ist ebenfalls sehr süß!)) dann bettfertigmachen, und im Schlafzimmer quälend lange Bilderbuchzeit. Das lasse ich nicht durchgehen, dass sie kein Interesse daran hat, da muss man sich in das Erlebnistheater reinhängen, sodass sie das toll findet. Alternativ schreit sie bereits an der Stelle nach der Brust. Dann irgendwann Licht aus und umhertragen, singen und wiegen, notfalls ablenken und nicht eskalieren lassen. Lieber dann noch wachlassen nochmal eine Runde spielen und dann nochmal probieren. Wenn das alles sich der Papa nicht zutraut kann das genauso von der Mama gemacht werden.  Selbst wenn sie wieder Stillen zur Beruhigung, würde ich sie dann nicht an der Brust einschlafen lassen, denn ohne Brust einschlafen lernt man nicht durch Brusteinschlafen. Entscheidend bzgl des Gelingen ist ihre Klarheit und eigene Sicherheit. deshalb diesen Schritt erst gehen, wenn Sie nicht mehr ambivalent, sondern Sie sich ganz sicher sind. Alles Gute dabei, Herzliche Grüße Daniela Dotzauer


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