Avocado
Sehr geehrte Frau Dr. Dotzauer, meine Tochter ist 16 Monate alt und hatte in der vergangenen Nacht Zuckungen. Ich hatte sie auf dem Arm, um sie beim Einschlafen zu begleiten, da sie aktuell krank ist und viel Nähe braucht. Dabei hat sie plötzlich sehr ruckartig gezuckt, sodass ich mich richtig erschrocken habe. Diese Zuckungen traten mehrmals im Abstand von etwa 30 Sekunden auf. Da mir das unsicher erschien, habe ich sie geweckt. Sie war ansprechbar, öffnete die Augen und sagte „Mama“, wirkte aber quengelig, vermutlich weil sie weiterschlafen wollte. Beim erneuten Einschlafen kam es noch einmal zu Zuckungen an Arm und Fuß. Mir ist bewusst, dass es im Schlaf zu Muskelzuckungen kommen kann, aber diese wirkten auf mich ziemlich stark. Ich habe die Situation vorsorglich auch per Video festgehalten und kann Ihnen dieses gern zur Verfügung stellen. Heute Morgen verhält sie sich wieder ganz normal, läuft umher und spielt. Könnten Sie mir bitte sagen, ob das unbedenklich ist? Vielen Dank!
Guten Tag, Nach ihrer Schilderung handelt es sich um benigne Einschlafmyoklonien. Typischerweise treten sie beim Einschlafen auf, in der Übergangsphase vom Wachsein zum Schlafen. Die Einschlafmyoklonien sind meist einzelne, kurze zum Teil heftige Zuckunken der Arme oder Beine. Ihr Kind war erweckbar (also die Zuckungen waren unterbrechbar) und sofort orientiert, "Mama" logischerweise - müde. Das hört sich alles unbedenklich an. Sie sollten das aber noch weiter beobachten. Abgrenzung zu Krampfanfällen: Treten längeranhaltende Zuckungen, jenseits des Einschlafenens, zB nachts oder tags auf, die sich verschlimmern, nicht unterbrechen lassen und mit Bewusstseinsveränderungen einhergehen, oder mit Muskelversteifungen verschiedener Körperteile, ist eine Abklärung per EEG indiziert. Alles in allem hört es sich nach einer exakten Beschreibung dieser harmlosen Einschlafzuckungen an. Herzliche Grüße Daniela Dotzauer
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