Frage im Expertenforum Allergien, Asthma u. Atemwege an Prof. Dr. med. Ulrich Wahn:

Pollenallergie / Autoimmunerkrankung

Frage: Pollenallergie / Autoimmunerkrankung

ain

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Guten Morgen Herr Dr. Wahn, unser Grundschüler hat vor etwa drei Monaten zunächst ein auffälliges Ein- und Ausatmen entwickelt. Im weiteren Verlauf ging dies in ein Kopfwerfen und einen bellenden Husten über. Die Symptome wurden schließlich als Tic eingeordnet. Da er gleichzeitig erstmals unter juckenden und tränenden Augen sowie häufigen Niesattacken litt, stellten wir ihn beim HNO-Arzt vor. Dort wurde eine ausgeprägte Pollenallergie diagnostiziert. Seit etwa einem Monat erhält er morgens 5 ml Desloratadin (0,5 mg/ml). Die Allergiesymptome haben sich deutlich gebessert; lediglich mehrmals täglich treten noch Niesen und eine laufende Nase auf.  Ebenfalls in diesem Zeitraum hatte unser Sohn erstmals eine Mittelohrentzündung, die antibiotisch behandelt wurde. Das Kopfwerfen verschwand ab dem vierten Tag der Antibiotikaeinnahme vollständig. Zwei Tage nach Beendigung der Therapie trat es erneut auf, allerdings deutlich abgeschwächt. Insgesamt hat sich das Kopfwerfen nach unserer Einschätzung um etwa zwei Drittel reduziert. Der bellende Husten besteht jedoch weiterhin. Dabei wirkt unser Kind etwas verkrampft. Zusätzlich wurde ein erhöhter Gesamt-IgE-Wert (ELISA) festgestellt.  Bisher haben wir keinen Zusammenhang erkannt, aber heute fiel uns ein, dass unser Sohn im Alter von sechs Monaten eine ausgeprägte Urtikaria hatte. Aufgrund des großflächigen Ausschlags mussten wir damals mehrfach ins Krankenhaus.  Vor diesem Hintergrund würden wir Sie gerne um Ihre Einschätzung bitten: Sehen Sie einen möglichen Zusammenhang zwischen der neu aufgetretenen Allergie und den Tics (Tic-ähnlichen Symptomen)? Welche weiteren Untersuchungen oder Schritte würden Sie uns empfehlen? Könnte es sich um eine Autoimmunerkrankung handeln? Eine Epilepsie wurde neurologisch ausgeschlossen. Vielen Dank für Ihre Zeit und Ihre Einschätzung. Freundliche Grüße Ain


Prof. Dr. med. Ulrich Wahn

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Ihre Beschreibung spricht in der Tat dafür, dass Ihr Sohn mit seiner Symptomatik in der Pollensaison zur Gruppe der Allergiker gehört. man wird auch in kommenden Jahren zumindest mit einer Verstärkung der allergischen Atemwegsprobleme (obere und untere Atemwege) rechnen und über die langfristige Behandlung (Symptomatische Therapie, Immuntherapie?) nachdenken müssen. Ob die Nesselsucht-Schübe im Säuglingsalter hier einzuordnen sind, vermag ich nicht sicher zu sagen, die Möglichkeit besteht durchaus. Am besten scheint es mir, die Gesamt-Problematik mit einem erfahrenen Kinder-Allergologen in Ihrer Region zu besprechen und ggflls. weiter diagnostisch abzuklären. Was die Tic-Problematik angeht, so würde ich sie völlig unabhängig als Sonderproblem sehen und auch behandeln. Einen Zusammenhank mit einer Auto-Immun-Erkrankung sehe ich nicht. Gruß, Ulrich Wahn


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