Rund um die Erziehung

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Geschrieben von Fupsi am 03.11.2006, 10:06 Uhr

Nicht-Erziehung?

ist ja interessant. Es gibt eine neue Form der Erziehung, die Nicht-Erziehung. Sorry, aber das ist ja wohl echt der totale Quatsch, da erfinden sich Leute was Neues um sich vom Rest der Welt zu unterscheiden! Bevor man sich einen Erziehungsstil ausdenkt, sollte auch überlegt werden, inwieweit der spätere Erwachsene mit Sachzwängen umgehen soll, wenn er es nicht gelernt hat! So was setzt sich nicht durch und einen Gefallen tut man seinem Kind dadurch auch nicht. Es wird sich später in die Gesellschaft nicht zurechtfinden. Ist es das was verfolgt wird? Einen Sondermann/Sonderfrau zu konzipieren?
Seltsam! Kinder brauchen einen festen Rahmen und Grenzen, um sich orientieren zu können, das was mit Nicht-Erziehung verfolgt wird, klingt ja fast nach, "jeder macht, was er will und jeder versucht es, jedem recht zu machen und an Regeln halten, kennen wir nicht?“
Oder wie hat man das zu verstehen? Und Nicht-Erziehen, ist eine Form der Erziehung, klingt ein wenig nach "laissez-faire", was hier übrigens oft mit "anti-autoritär" verwechselt wird!!

 
10 Antworten:

Re: Nicht-Erziehung? @ Fupsi

Antwort von daskrokodil am 03.11.2006, 10:25 Uhr

Hallo ,

du hast mir voll und ganz aus der Seele geschrieben . Ich dachte schon ich wäre mit meiner Meinung allein.
Schön das es doch nicht so ist .

LG und noch einen schönen Tag wünscht Das Krokodil

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Re: Nicht-Erziehung?

Antwort von vina am 03.11.2006, 10:40 Uhr

Liebe Fupsi,

1. da hat sich niemand was neues ausgedacht.
2. ich wiederhole mich schon wieder: bei der Nicht-Erziehung handelt es sich NICHT um eine neue Form der Erziehung oder ein Erziehungsstil
3. ist es schwierig mit Leuten zu diskutieren, die nicht wissen wovon sie reden - und da meine ich nicht unterschiedliche Meinungen, sondern die Basis
4. empfehle ich dir hier sämtliche postings zu lesen, es strengt an, sich immer und immer wieder zu wiederholen - dann hast du auch eine Chance, es zu verstehen.
5. Nicht-Erziehung hat weder was mit laissez-faire, noch mit antiautoritär zu tun - siehe 2.
6. aber schön, dass du deine Meinung gesagt hast, die dein Verständnis vom Umgang mit Kindern widerspiegelt, es entfacht die diskussion bestimmt aufs neue ;-)

lg vina

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Re: Nicht-Erziehung?

Antwort von Fupsi am 03.11.2006, 10:50 Uhr

Stimmt, ich habe nicht alle Postings gelesen, aber ich schätze, die wichtigen, und aussagekräftigen. Die Basis, besitze ich durchaus, was ich hier dem einen oder anderen absprechen muss.Und diese Art zu erziehen, sei sie nun neu erfunden oder nicht, ist neben der Gesellschaftsform, wie sie nun heute existiert. Und das müsste ja wohl jedem, der einen klaren Verstand hat wohl klar sein, das so etwas nicht funktioniert und diese Kinder es verdammt schwer haben werden in dieser Gesellschaftsform zu leben!Und das finde ich verantwortungslos, man kann Kinder nicht alles entscheiden lassen, wie sie Lust und Laune haben!Und das WOLLEN Kinder auch nicht!!!! Kinder bracuhen einen festen Rahmen, um sich entfalten zu können.

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Re: Nicht-Erziehung?

Antwort von vina am 03.11.2006, 12:19 Uhr

"Und diese Art zu erziehen, sei sie nun neu erfunden oder nicht, ist neben der Gesellschaftsform, wie sie nun heute existiert."

Noch einmal: es handelt sich nicht um eine Art zu ERZIEHEN.
Und steht diese Einstellung wirklich neben der heutigen Gesellschaftsform? Entscheidet Dein Mann für dich, wo du arbeitest und was du isst?

"Und das müsste ja wohl jedem, der einen klaren Verstand hat wohl klar sein, das so etwas nicht funktioniert und diese Kinder es verdammt schwer haben werden in dieser Gesellschaftsform zu leben!"

Über den klaren Verstand werde ich nicht diskutieren ;-)
Wieso funktioniert so etwas nicht und wieso glaubst, haben es diese Kindr schwer in dieser Gesellschaftsform zu leben? Woher nimmst du diese Annahme und womit kannst du sie unterfüttern?

"Und das finde ich verantwortungslos, man kann Kinder nicht alles entscheiden lassen, wie sie Lust und Laune haben!"

Ich finde es nicht verantwortunglos. Und ja, es gibt Dinge, über die entscheiden meine Kinder auch nicht. Dazu würde ich gern einen Text von Daniel Greenberg aus "Ein klarer Blick" zitieren, leider habe ich moment nicht die Zeit ihn abzutippen. Wen es interessiert auf S. 48 in dem Kapitel "Die Rolle der Eltern" geht er auf Einmischungen von Eltern in das Leben ihrer Kinder ein. Einscheidungen, die mit Blick auf die allgemeinen Überlebensbedürfnisse der Familie entschieden werden müssen z.B. Wo werde ich meinen Lebensunterhalt verdienen müssen, werden von den Eltern wohl oder übel getroffen werden müssen. Kleinere Entscheidungen z.B. was ziehe ich an, was esse ich, wann und wo, mit wem umgebe ich mich ... können durch aus vom Kind nach Lust und Laune selber entschieden werden.

"Und das WOLLEN Kinder auch nicht!!!!"
Aha? Hmm.. ich kenne da andere Kinder. Wie kommst du darauf?

“Kinder bracuhen einen festen Rahmen, um sich entfalten zu können."
Das gehört auch zu den Aussagen, die ich immer wieder höre, wo ich mich stets frage, wie kommt jemand dazu sowas zu sagen? Wo steht das? Womit wird das begründet?

LG
vina

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Anders formuliert:

Antwort von Frosch am 03.11.2006, 12:35 Uhr

Hallo!

Kinder brauchen Rituale und Regeln, die ihnen Sicherheit geben.

Beispiel Zähneputzen:
Mein Sohn hat Zähneputzen gehaßt, bis ich daraus ein Spiel gemacht habe (böse Bakterienbären jagen *G*)
Zähneputzen muß sein, weil ICH (ja, ich) nicht will, daß er später mal die gleichen Probleme bekommt wie ich.
Hier entscheide ich für ihn, eben weil er es nicht erfaßt, was "später" mal sein kann. Da brauche ich nicht jeden Abend zu argumentieren. Sonst nimmt er mir das irgendwann nicht mehr ab, daß die Zähne schlecht werden KÖNNEN. Weil sie im Moment gut sind :-)

Jeder Psychologe kann bestätigen, daß Kinder Rituale und Regeln brauchen. Ohne diese sind sie haltlos, eben weil sie bis zu einem bestimmten Alter NICHT für sich entscheiden können. Sie sind abhängig.

Es ist natürlich wieder eine andere Sache, wie man diese Regeln durchsetzt. Auch da muß man das so handhaben, daß das Kind nicht unterdrückt wird, sondern man ihm das Gefühl gibt, mitzuentscheiden.

Ich kenne kein Kind, das Rituale ablehnt, im Gegenteil.

In einem "festen" Rahmen gibt es keinen Raum zur Entfaltung. Das wäre ein Widerspruch in sich, aber vielleicht hat sie das anders gemeint...?

LG Antje

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gegenfrage

Antwort von ny152 am 03.11.2006, 14:53 Uhr

was lässt dich glauben, kinder bräuchten diesen festen rahmen, diese wiederkehrenden abläufe im leben nicht? das leben der menschen ist geprägt von rahmen, strukturen, teilweise von der natur vorgegebenen und immer wiederkehrenden abläufen (tag/nacht, die vier jahreszeiten, werktage/wochenende usw.). menschen schaffen sich so ihre ordnung, die wiederum gibt ihnen sicherheit. kindern struktur bieten ist gleichbedeutend damit ihnen sicherheit zu bieten. es erleichtert kindern das leben, es gibt ihnen den rahmen für eine angstfreie und geborgene entwicklung.

es stellt sich also nicht die frage, warum jemand glaubt, kinder brauchen einen festen rahmen. es stellt sich eher die frage, warum jemand glaubt, kinder bräuchten diesen nicht.

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Re: gegenfrage

Antwort von mathildas_mama am 03.11.2006, 15:12 Uhr

Solche Lebensrhytmen stellen sich doch aber ganz automatisch ein, oder?

Wer von uns lebt denn völlig haltlos, einfach nur in den Tag hinein?

Kinder passen sich unserem Lebensrhytmus an, ganz von alleine - oder bestimmen diesen sogar (aktuell unsere Tochter noch Samstags/Sonntags morgens um 6.00 Uhr *grummel*).
Und wenn es an einem Tag mal nicht paßt, Kind eben nicht um 18.00 Uhr Hunger hat oder halt schon früher, dann wird davon weder sämtliche Regelmäßigkeit über´n Jordan gehen noch das Kind halt- und zügellos aufwachsen.

LG Elke

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Re: gegenfrage

Antwort von wassermann63 am 03.11.2006, 15:54 Uhr

Hi,

mit Rythmen, Ritualen & Co. sind m.E., nicht nur vom menschlichen Biorythmus vorgegebene Einschlaf- und Verdauungszeiten bzw. jahreszeitlich bestimmte Aktivitäts- und Ruhezeiten bzw. vom Mond bestimmte Zykluszeiten u.ä. gemeint... *laber*

Ich denke, hiermit sind auch strukturgebende Rituale gemeint wie z.B. bei Betreten der Bude Ausziehen der vor Dreck 3 cm höheren Schuhe - zwecks Vermeidung von Diffusion der Erdpartikel im Haus :-(( oder z.B. Hände waschen nach Popoputzen im Selbstversuch :-(((( oder z.B. Entfernung sämtlicher Fremdkörper mit einer Durchschnittsgröße von mehr als 10 cm aus der eigenen Falle, zwecks Förderung des Durchschlafens oder z.B. erst einmal alle Puzzleteilen auseinanderdividieren, bevor man wieder einen Puzzleversuch startet...

Einschlafrituale helfen durchaus auch Erwachsenen dabei, abends zur Ruhe zu finden und genüsslich einzuschlafen, anstatt ewig am Computer zu hängen, bis einem die Augen vor Müdigkeit zu und der Kopf auf die Tastatur fällt ...

Alles nur Beispiele, die den oft zitierten Rahmen zur Entfaltung ein klein bisschen näher erläutern wollen.

LG
JAcky

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darf ich jetzt auch mal und hallo

Antwort von miebop am 03.11.2006, 18:51 Uhr

hi,

ich bin schon seit ein paar monaten bei euch dabei -reingeschlichen, unbemerkt -und jetzt sag ich halt auch mal was, gelle! denn eh hier alle spekulieren, was wird denn aus den kindern: holla, ich bin so eins! garantiert nicht-erzogen (oder was ich drunter verstehe) von eltern, die mit ihrer eigenen erziehung nicht glücklich waren. und erfolgreich als studentin, mutter und im job *meinekartenaufdentischleg*. und ich mach´s jetzt bei meinen kids genau so.
und fühle mich daher privilegiert *g*, mit ein paar vorurteilen aufzuräumen:

a) gibt es natürlich rituale (zb in den schlaf tragen ist im moment sehr in, morgens marmeladenbrot etc),

b) mitbestimmung/ selbstbestimmung: wenn der große nicht in den kiga will, muss er keine bauchschmerzen haben, sondern es wird geklärt, warum nicht. immer in der annahme, dass er einen grund hat. und im endeffekt will er dann meist von selbst gehen. das ist nämlich auch so: kinder nutzen ihre freiheit ja nicht, um alles mögliche kontraproduktive anzustellen. ;-) das bringt mich zu

c) ich (oder wir) nehmen unsere kinder ernst, in allen lebenslagen. sprich, will er nicht in den kiga, hat er einen grund und da wird nicht über seinen kopf hinwegentschieden. das macht ihn viel stärker, weil er dann selber sagen kann: ich geh jetzt trotzdem (mir gestern mein spielzeug weggenommen wurde, etc) -und nicht, weil mama mich zwingt.

d) ich habe die erfahrung gemacht, dass kinder eine große eigen-verantwortlichung entwickeln, wenn man sie nicht-erzieht. weil eben nicht mama macht, sondern sie selbst hinter dem stehen, was sie machen. und darüber hinaus werden es nicht kleine tyrannen, weil sie täglich rücksichtnahme erleben, die sie dann auch selbst praktizieren.

e) etwas anderes thema: warum muss ich meinem kind beibringen, dass es sich erwachsenen (und später den vorgesetzten) unterordnen muss? ist es nicht besser, es lernt mitzudenken und zu hinterfragen? ich denke nicht, dass das dem beruflichen weg negativ entgegensteht (wenn doch ist vielleicht der beruf falsch?) und ich weiß nicht mehr, wer´s hier im forum gesagt hat, aber wenn MIR mein prof bei der diplomarbeit reinreden würde und seine kritik wäre jenseits von wissenschaftlicher hilfestellung -dann würde ich den prof wechseln! denn dann verfehlt der seine aufgabe!


so, das isses jetzt mal von meiner seite (abruptes ende, essen gibt´s jetzt -rituale...). was für ein einstand! ;-) aber ich denke, jetzt wo ich mein passwort hab, werde ich mal öfter mitsenfen.


liebe grüße

miebop

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Re: darf ich jetzt auch mal und hallo

Antwort von AnnetteRuder am 04.11.2006, 13:24 Uhr

Wunderbar, meine großen sind inzwischen fast 18 und 15. Mein Kleiner fast 2 Jahre. Ich habe allen Kindern auch ermöglicht ihre Wünsche zu äußern und einfach auch was zu "wollen" und nicht nur zu "möchten". Es war immer wieder auseinandersetzungsreich, aber es lohnt sich. Man bekommt Kinder, die wissen was sie wollen, die ihre Bedürfnisse kennen und nicht wie Duckmäuser durchs leben gehen. Rahmen gibt es an allen Ecken auch Rituale sind schön, aber die müssen auch gewollt sein. Zu viel Erziehung macht die Kinder klein. Ich lebe gerne mit meinen Kindern, weil es nie langweilig wird. Gruß an alle
Annette

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