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Sozialpädagogin Sylvia Ubbens

Kindererziehung

Sylvia Ubbens, Dipl.-Sozialpädagogin

   

 

Wie reagiere ich richtig?

Ich habe zwei Töchter (2,5 Jahre und 6 Monate) und habe momentan große Schwierigkeiten mit meiner großen Dame. Sie steckt gerade mitten in der Trotzphase. Ich weiß, dass diese Zeit für die Autonomie-Entwicklung der Kinder wichtig ist und diese Phase für Eltern (sicher auch für die Kinder) sehr anstrengend sein kann, aber ich komme wirklich absolut an meine Grenzen. Sie hat seit einiger Zeit nur noch Wutanfälle, weint den ganzen Tag, ist nur unzufrieden.
Sie lässt sich oft nicht aus diesen Anfällen herausholen und steigert sich total rein, manchmal schläft sie dann einfach ein, nachdem sie minutenlang gebrüllt hat. Wenn sie solche Wutanfälle bekommt, bin ich mittlerweile dazu übergegangen, sie auf ihr Zimmer zu schicken, da reden, Nähe suchen, gut zureden, den Anfall ignorieren ect. nichts gebracht hat. Ich sage ihr dann, dass sie sich beruhigen soll und dass sie dann wieder kommen kann, wenn sie sich beruhigt hat. Wie verhalte ich mich in solchen Situationen richtig? Ich merke langsam, dass sich meine Geduld dem Ende neigt und ich schon gar keine Lust mehr auf den Tag habe, wenn dieser schon vor dem Aufstehen mit Geheule beginnt. Ich ertrage das langsam nicht mehr.
Zu diesen Anfällen kommt noch, dass sie mich, vor allem wenn der Papa auch zu Hause ist, komplett ablehnt (ist er arbeiten, akzeptiert sie mich meist notgedrungen). Diese Ablehnung zeigt sich auf unterschiedliche Art und Weise: Sie will mit mir nichts spielen, ich darf ihr nichts geben, ich darf sie nicht ins Bett bringen, nicht mit ihr auf Toilette gehen, sie nicht trösten. Ich darf nahezu nichts. Ich darf sie nicht einmal umarmen oder ihr einen Kuss geben. Ich weiß, dass es normal sein kann, dass sich Kinder auf einen Elternteil mehr einlassen und ich bin wirklich nicht eifersüchtig auf meinen Mann. Allerdings ist ihr Verhalten oft sehr verletzend und ich frage mich langsam, wie ich richtig reagiere. Bis jetzt nehme ich meist alles so hin, aber ist das richtig? Muss ich nur durchhalten bis die Phase vorbei ist? Ich habe manchmal wirklich Angst, dass die Bindung zu meiner Tochter kaputt geht.
Ich bin wirklich verzweifelt, da die kleine Maus ja auch andere Seiten hat und ich sie über alles liebe. Zu ihrer Schwester ist sie übrigens zuckersüß.
Dankeschön

von Ellgret am 12.03.2019, 12:51 Uhr

 

Antwort:

Wie reagiere ich richtig?

Liebe Ellgret,

bringen Sie Ihre Tochter bei einem Trotzanfall nicht ins Kinderzimmer. Ihre Tochter fühlt sich ausgeschlossen und wird sich noch mehr hineinsteigern. Bleiben Sie in der Nähe Ihrer Tochter, ohne auf sie einzugehen. Ihre Tochter kann jederzeit Trost suchen, den sie dann auch bekommen sollte. Brauchen Sie eine kleine "Pause", dann verlassen Sie kurz den Raum.

Ihre Tochter hat sich vorübergehend den Papa als engste Bezugsperson ausgesucht, da sie sieht, dass Sie sich um das Baby kümmern müssen. Da sie aus ihrer Sicht mehr ungeteilte Aufmerksamkeit von Papa bekommt, steht dieser derzeit an erster Stelle. Ihre Tochter meint es aber nicht persönlich und wird sich in den nächsten Monaten auch immer mehr wieder Ihnen zuwenden. Vielleicht kann sich der Papa zumindest am Wochenende auch alleine mit dem Baby beschäftigen, so dass Sie alleinig Zeit für Ihre Tochter haben?

Viele Grüße Sylvia

von Sylvia Ubbens am 12.03.2019

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