Sozialpädagogin Sylvia Ubbens

Kindererziehung

Sylvia Ubbens, Dipl.-Sozialpädagogin

   

Antwort:

Gegenfrage

Warum befürchtest du/machst dir Gedanken darüber, dass deine Tochter auch so werden könnte? Hat sie mit diesen Personen so viel Kontakt, dass sie sich dort etwas abgucken könnte?
Letztendlich ist es doch so: unsere Kinder werden immer wieder auf Menschen treffen, die sich auf eine Art und Weise verhalten, die wir selbst nicht gut finden.
Das ist ja aber dann genau der Punkt, wo die Eltern als Vorbild gefragt sind. Ist es nicht einer der wesentlichen Punkte, unseren Kindern zu vermitteln, was richtig/gut und was falsch/schlecht ist? Eine gute Entscheidung für sich selbst zu treffen, unabhängig davon, was alle anderen machen.

Bzgl. wie wird ein Mensch zB cholerisch: das ist wohl eine der Fragen, über die alle Psychologen/Psychiater etc immer wieder diskutieren - ist der Mensch so geboren oder wird er so durch seine Erziehung/Umwelt(einflüsse).
Früher war die vorherrschende Meinung: ein Baby ist ein weißes Blatt Papier - und unsere Aufgabe ist es, dieses Wesen zu formen. Also wie ein Mensch wird, hängt vollkommen von den Eltern und dem Umfeld ab.
Heute tendiert man eher dazu, das ein Baby/Mensch bestimmte Veranlagungen mitbringt. Macht ja auch Sinn - schließlich ist ein Baby teils Vater, teils Mutter und aus der Mischung ergibt sich auch noch ein ganz neuer Teil. Du kennst doch sicher auch die Sprüche: "das hat es vom Vater - der war als Kind genau so/ist genau so" - "genau wie die Mutter" - und eben auch "wir wissen gar nicht, woher es das hat - keiner von uns ist so".
Also ja, wenn die Eltern oder Großeltern zB zu einem cholerischen Verhalten neigen, wird das Kind vermutlich diese Veranlagung in sich tragen. Definitiv kann das aber wohl (noch) keiner sagen - und auch nicht, wie stark diese Veranlagung ausgeprägt ist.
Und dann heißt es eben, damit besser umgehen als das in der vorigen Generation getan wurde. Wie genau besser? Hängt vom gesamten Charakter des Kindes ab :-) Das, was bei dem einen super funktioniert, muss bei dem anderen noch lange nicht passen.
Was aber hilft: sich selbst hinterfragen. Was stört einen genau an diesem Verhaltenszug? Wann reagiert man so? Warum kann man nicht anders? Wenn man darauf für sich selbst Antworten findet, wird es einem besser gelingen, seinem Kind dabei zu helfen, damit anders umzugehen oder es in positivere Bahnen zu lenken.
Aber grundsätzlich ist das alles eben sehr komplex. Eine eindeutige, für alle Choleriker richtige Antwort auf deine Frage wird dir keiner geben können. Dafür ist die Frage, warum jemand so wird viel zu komplex bzw. von so irre vielen Faktoren im Leben genau dieses Menschen abhängig.

Aber frag dich mal, ob dein Kind tatsächlich solche Verhaltensweisen zeigt oder ob es nicht eher so ist, dass du jetzt schon - ohne irgendwelche Anzeichen - einfach nur befürchtest, dein Kind könnte so werden. Diese Befürchtung könnte dann zur "Self fulfilling prophecy" werden.

von cube am 04.07.2019, 09:34 Uhr

 
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