Sylvia Ubbens

Essgewohnheit

Antwort von Sylvia Ubbens

Frage:

Liebe Frau Ubbens,

gerne würde ich Sie zwei Dinge in Bezug auf meinen 10 Monate alten Jungen (seit Geburt an sehr impulsives Kind) machen.

1. Thema Essen
Und zwar sieht unser normaler Essens-Ablauf folgendermaßen aus: Frühstück (Baby-Müsli mit Fruchtzwerge), Zwischenmahlzeit (Reiswaffeln, Knabberei), Mittag (Mittagsbrei o. erste Versuche Familienessen, Obst), Nachmittag (Obstbrei) und Abends (Abendbrei o. Versuch Schnitte/Familienkost).
Frühstück und Zwischenmahlzeiten sind allesamt kein Problem. Aber Mittags sowie Abends wird seit ca 4 Wochen SOFORT eskaliert. Setzt man ihn in sein Stühlchen, geht das ungeduldige Gemecker schon los (man könnte denken er hat Hunger). Setzt man aber die ersten Löffel Brei an, rastet er wirklich komplett aus und es gibt ein Meer aus Tränen. Wir versuchen das alles total zwanglos und ohne Druck. Aber selbst wenn man ihm versucht selber essen zu lassen, ihm eine Scheibe Brot in Stücke schneidet, ihn mit von unseren Tellern essen zu lassen - nichts hilft. Er hat davor so gut gegessen. Gerne Brei und gerne Brot. Manchmal rappelt es ihn und er isst von unserem Teller UNSER Essen SELBST mit, aber das ist sehr sehr selten.
Versucht man ihm irgendetwas anzubieten dreht er sich sofort weg und flippt völlig aus. Er ist schon immer sehr impulsiv und temperamentvoll aber langsam isst er wirklich kaum mehr was. Und wenn dann nur nach gefühlten Stunden Eskalation und Trösten und das nicht in der Menge wie er eigentlich essen sollte. Zähne und Schub kann ich ausschließen, dafür dauert es schon zu lang.
Wie geht man mit so einem Verhalten um? Er ist doch erst 10 Monate und versteht doch noch garnicht was wir von ihm wollen :( ich bin wirklich am Ende mit meinem Latein.

2. sein „Verhalten“ mir gegenüber

Er ist sehr sehr anhänglich - gerade bei mir. Sobald ich in Reichweite bin, hängt er mir am Hosenbein und will nur hoch und getragen werden und knietscht. Und das den ganzen Tag.
Nichtmal früh kann ich in Ruhe unser Frühstück zubereiten und ihm mal kurz zu seinem Spielzeug setzen, weil er komplett ausrastet und brüllt.
Sind andere Kinder zu Besuch, beschäftigt er sich schön mit denen und spielt. Wenn Papa da ist, ebenfalls aber sobald ich wieder in seiner Reichweite bin, will er nur zu mir und knänkert rum.
Ich „darf“ weder den Raum verlassen, um zB die Wäsche fix anzustecken oder um etwas zu holen, geschweige denn ihn mal zum Spielzeug zu setzen, damit ich mal 5 min auf dem Sofa eine Zeitung lesen kann. Dann wird sofort Theatert oder er kommt zu mir und will hoch.

Ist das „normal“ oder geh ich falsch mit ihm um wenn ich ihn gewähre? Ich versuche eigentlich immer auf seine Bedürfnisse einzugehen und möchte ihn nicht „ausbocken“ lassen.
Oder soll ich ihn einfach mal weinen lassen damit er lernt geduldig zu sein?

Wie geht man in der Hinsicht mit so jungen Kindern um?

Vielen Dank für Ihre Hilfe
Melanie

von moolleyhnsl am 02.03.2020, 08:36 Uhr

 

Antwort auf:

Essgewohnheit

Liebe Melanie,

meine Vorrednerin hat schon ganz richtig geantwortet. Sind Sie aus dem Blick, sind Sie für Ihren Sohn gänzlich weg. Er kann noch nicht verstehen, dass Sie nur die Wäsche anstellen. Weinen lassen sollten Sie Ihren Sohn nicht. Er kann es nicht verstehen und wird dadurch nicht geduldiger werden. Vielmehr wird er intensiver weinen und das so lange, bis Sie sich ihm wieder zuwenden. Nehmen Sie ihn mit, wenn Sie den Raum wechseln, auch wenn es nur kurz ist. Wollen Sie beispielsweise den Tisch decken, dann setzen Sie Ihren Sohn neben sich in den Hochstuhl. Er kann Sie auf Augenhöhe beobachten und fühlt sich nicht abgesetzt.

Bzgl. der Mahlzeiten kann es zwei Gründe geben. Zum einen ist Ihr Sohn mittags und abends vielleicht zu müde, um essen zu können?! Ein Kind mit 10 Monaten muss ausgeruht sein, damit es entspannt essen kann. Verschieben Sie die Mahlzeiten ggf. und lassen evtl. eine Zwischenmahlzeit weg. Der andere Grund kann sein, dass Ihr Sohn zu den Zeiten des Mittag- und Abendessens einfach noch nicht wieder genügend Hunger hat, um entspannt essen zu können. Auch hier wäre das Weglassen einer Zwischenmahlzeit eine Option.

Viele Grüße Sylvia

von Sylvia Ubbens am 02.03.2020

Antwort auf:

Essgewohnheit

Hallo,

zum zweiten Punkt kann ich etwas beitragen: Dein Sohn hat noch keine Objektpermanenz - wenn Du aus den Augen bist, bist Du für ihn nicht nebenan, sondern weg. Und dieses "Hängen an der Mutter" ist ganz normales Verhalten.
Nimm ihn einfach mit (Trage, Boden, Laufstall) und lass ihn dabei sein. Dass er Dich (kurz) weglassen kann, entwickelt sich mit der Zeit.

Viele Grüße

von Mamamaike am 02.03.2020

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