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Beziehung zur Tochter meines Partners

Beziehung zur Tochter meines Partners

DezemberMama19

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Hallo, Mein Partner, unsere Töchter (6+8 Jahre) und ich leben seit ca einem Jahr zusammen. Beide Mädels stammen aus früheren Eziehungen und haben ihren Lebensmittelpunkt bei uns. Leider werde ich mit der Tochter meines Partners nicht richtig warm. Der Kontakt zur Mutter wird übers JA geregelt und mein Partner arbeitet unter der Woche sehr viel, sodass ich quasi für beide Mädels fast allein zuständig bin. Ich bin also für beide tagtäglich zur Stelle.  Ist es also schlimm oder bin ich ein böser Mensch wenn ich für die Tochter meines Partners keine richtige Wärme oder Liebe empfinde? Ich versuche beide Mädels gleich zu behandeln, was aber leider etwas schwierig ist. Beide testen im Moment ihre Grenzen bei mir aus was mich auch manchmal an meine Grenzen bringt. Ich kümmere mich um beide wenn sie krank sind, kaufe für beide Kleidung, leben unter einem Dach und bringe sie zum Bus oder Schule.  Ich habe irgendwie ein schlechtes Gewissen der Kleinen gegenüber, ihre Mutter spielt keine große Rolle in ihrem Leben und sie sucht eine Mutterfigur. Ist es dann schlimm dass ich ihr dann keine richtige Mutterliebe entgegen bringen kann?


DezemberMama19

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Antwort auf Beitrag von DezemberMama19

PS: Was ich vergessen habe zu erwähnen, ich mag die Tochter meines Partners sehr, habe sie lieb, aber empfinde halt keine solche Mutterliebe wie für meine Tochter. 


Bonniebee

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Antwort auf Beitrag von DezemberMama19

Das ist eine schwierige Situation, und eine ganz klare und einfache Antwort gibt es hier nicht. Ein paar Gedanken von mir dazu, vielleicht hilft es ja. Also erstmal: Es ist völlig normal, für ein Bonuskind nicht dieselbe Mutterliebe zu empfinden wie für ein eigenes. Es wäre auch völlig unrealistisch, das von sich selbst zu verlangen. Das ist kein Grund für ein schlechtes Gewissen. Dass du nochmal betonst, dass du das Kind aber doch sehr magst, zeigt eher dein schlechtes Gewissen. So ganz kaufe ich dir das nicht ab. Du fühlst dich vielleicht einfach verpflichtet, es gern zu haben. Normalerweise ist das alles überhaupt kein Problem, weil das Bonuskind ja auch noch seine leibliche Mutter hat. Dann reicht es, einfach eine gute Gastgeberin zu sein, wenn es da ist. In eurem Fall ist es aber offenbar schwieriger, weil die leibliche Mutter zu wenig stattfindet. Und weil das Mädchen bei euch lebt und in dir eine Art Mutterfigur sucht, was man ja auch gut verstehen kann. Zuerst muss man trotzdem klar sagen: Zuständig für das Wohl seiner Tochter sind dein Freund und seine Ex. Sie haben ihre Beziehung verbockt, und sie sind die Ursache dafür, warum das Mädchen jetzt keine intakte Familie mehr hat. Es ist nicht deine Aufgabe, den Schaden, der durch die Trennung beim Kind angerichtet wird, auszugleichen. Ich weiß, dein Freund arbeitet viel. Trotzdem wälzen er und seine Ex die Fürsorge für ihr Kind ja ehrlicherweise auf dich ab. Schon praktisch für ihn. Klar wäre es toll, du könntest das Mädchen ehrlich liebhaben. So was gibt's sicher manchmal. Aber es ist ja nunmal nicht wirklich so. Und dann solltest du deine Gefühle auch so akzeptieren, wie sie sind. Es ist schon ein sehr großes Entgegenkommen von dir, dass du dich um das Kind deines Freundes kümmerst. Das würde nicht jede Frau tun – ich zum Beispiel nicht. Ich hätte eine eigene Wohnung mit meinem Kind, weil eine Patchwork-Familie mir zu problematisch wäre. Und ich auch nicht das Kind eines Mannes großziehen wollen würde, weil er dazu keine Zeit hat und seine Ex dazu nicht in der Lage ist. Ich glaube, du willst das eigentlich insgeheim auch nicht. Daher kommen auch deine zwiespältigen Gefühle gegenüber dem Mädel. Frauen tun oft viel für einen Mann – und manchmal zu viel. Oft merken sie das erst nach einer Weile, dass sie sich selbst damit überfordern. Aber das geht auf Dauer meist nicht gut. Denn man selbst wird immer gereizter und hat einen inneren Widerstand gegen das Kind, und das "Stiefkind" spürt das und wird selbst auch immer anstrengender.  Es gibt halt jetzt zwei Wege: Du gibt deinen inneren Widerstand gegen das Kind wirklich ganz auf und nimmst es an, wie es ist. Auch wenn dir nicht alles an dem Mädchen gefällt. Du hast Mitgefühl mit seiner Verlorenheit und Anhänglichkeit und kannst ihm Liebe geben, auch wenn du es nicht genau so liebhast wie deine eigene Tochter. Dieser Weg ist natürlich der schönere, braucht aber viel innere Entwicklung und ist anspruchsvoll. Der zweite Weg ist, dass du dir eingestehst, dass du Möglichkeit 1 nicht schaffen kannst. Das wäre menschlich völlig nachvollziehbar, aber du solltest dann auch dazu stehen. Und sich nicht dem Freund zuliebe weiter als Stiefmutter aufopfern und in den sauren Apfel beißen, obwohl du das gar nicht willst. Denn dies wird nicht gutgehen. Vor allem nicht für das Kind, das dann doch irgendwann eine "böse" (weil überforderte und genervte) Stiefmutter bekommt. Das ist Murks. Du liebst deinen Partner sicher. Aber trotzdem kommen du, deine Bedürfnisse und deine Tochter an allererster Stelle. Und wenn du nach diesem ersten Jahr merkst, irgendwie passt das alles für dich nicht wirklich, dann würde ich straight die Konsequenz ziehen, es deinem Freund erklären und mir eine eigene Wohnung nehmen. Du bist nicht verantwortlich für sein Kind, sondern er ist verantwortlich für sein Kind. Er und die Ex. Du musst nicht ihm zuliebe deinen eigenen Lebensentwurf verleugnen. Ob die Beziehung dann hält, weiß man nicht. Aber vielleicht ist der Preis, den du momentan für die Beziehung zahlst, zu hoch. Liebe Grüße! 


Sue_Ellen

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Antwort auf Beitrag von DezemberMama19

frag ihn doch mal, ob er dein kind genau so liebt wie seins!? ist das überhaupt wichtig?