User-1752143213
Hallo ihr lieben, meine Tochter wird diese Woche zwei Jahre alt und fand Bücher vorgelesen bekommen eigentlich immer spannend. Das konnte sie den ganzen Tag machen. Sie hatte ihre Vorlieben und wollte manche Bücher sogar mehrfach hören. Danach hat sie die Bücher anstandslos wieder ins Regal gestellt. Nun ist es seit ein paar Wochen so dass sie mir zwar immernoch Bücher bringt und sich die auch alleine anguckt aber beim Vorlesen reißt sie mir das Buch nach einem halben Satz wieder aus der Hand. Und meistens schmeißt sie es dann irgendwo hin, sodass die Bücher ständig auf dem Boden liegen. Habe jetzt erstmal alle Bücher weggeräumt weil ich hoffe dass es vielleicht was bringt wenn man ihr das einfach mal ne Woche oder zwei nicht anbietet. Und weil ich langsam (um es mal ganz direkt zu formulieren) echt die Schnauze voll hab! Gibt sich diese Phase wohl wieder bzw ist das normal? Entwicklungsschub vielleicht? Ich fand es nämlich eigentlich echt toll dass sie Bücher so liebt. Aber aktuell ist es einfach nur nervig. Ich freu mich über Erfahrungsberichte eurerseits. LG Cora
Hallo, ich würde da an zwei mögliche Ursachen denken. Die eine könnte sein, dass deine Tochter vielleicht schon fernsehen darf. Bücher kommen gegen die bunten, hektischen Bilder der Kindersendungen nur schwer an. Das Gehirn findet unbewusst die Bildschirm-Bilder interessanter, weil diese es mehr reizen. Sie machen das Gehirn kleiner Kinder allerdings auch unruhig. Die Mäuse können und sich dann oft nur noch schwer auf ruhige Geschichten aus Büchern einlassen. Falls deine Maus noch nicht fernsehen darf: Sie ist ja in diesem Alter in der sog. Autonomiephase. Vielleicht benutzt sie Bücher und das Vorlesen (unbewusst) dazu, um sich von dir abzugrenzen. Manchmal üben Kinder Neinsagen und Abgrenzung bei Themen, die scheinbar keinen Sinn machen. Diese sind dann eher zufällig gewählt und sozusagen ein reines Trainingsfeld. Die Verweigerung kann beim Essen passieren, beim Anziehen, aber eben auch beim Holen von Büchern und dem Vorlesen. Es geht dann gar nicht um die Bücher, sondern darum, ein wenig rebellisch zu sein. Falls deine Maus also schon TV schauen darf, würde ich das stoppen oder zumindest stark reduzieren auf maximal 30 Minuten täglich, ganz konsequent. Dann kommt auch wieder Interesse an Bilderbüchern und Geschichten. Falls sie nicht fernschaut, würde ich einfach gelassen bleiben. Vorlesen kann man auch später wieder. Ich habe meinen Kindern bis zum Ende des Grundschulalters vorgelesen, auch als sie längst schon selbst lesen konnten, weil sie das so liebten. Es darf aber hier auch mal Flaute geben. Deine Maus ist noch sehr klein, die Liebe zu den Geschichten kommt ganz sicher wieder. LG
Dann ist es eher eine Autonomie Sache. Das Problem haben wir auch beim Zähne putzen, beim Anziehen, beim wickeln etc. Blättern tut sie tatsächlich gerne. Nur um des blätterns willen.
Das ist hier mit dem "Fertig" auch ab und an so, dass gleich das nächste Buch dran ist oder im Schnelldurchlauf geblättert und gelesen wird. Ich mache das Spiel mit. Wir sind mittlerweile bei 8 Büchern am Bett, da schadet es nicht, schnell durchzusein 😅 Bücher herumwerfen würde ich auch nicht akzeptieren. Denke, das würde hier schon verstanden werden, wenn man "Nein" sagt und die Bücher dann demonstrativ an einen nicht erreichbaren, aber einsehbaren Ort legt. Dann käme der Wunsch, das Buch wieder haben zu dürfen, dann würde ich erklären, was man damit machen darf und "Werfen nein" und es wäre wieder gut. Dann würde ich auch nachgeben, und beim dritten Mal konsequent sein und erst späterboder am nächsten Tag weiterlesen. Eine oder 2 Wochen kommt mir etwas lang vor. Da geht der Bezug zum Grubd verloren. Ich würde eher das Interesse an Büchern weiter am Leben erhalten.
Wir hatten zwar genauso ein Verhalten nicht, aber eines meiner Kinder hatte mit 2 Jahren noch gar keine Geduld für Vorlesen. Wollte nur selbst umblättern, und das im eigenen Tempo, mehr nicht. Erst mit ca. 3 - 3,5 Jahren wurden die Texte interessant. Was noch einigermaßen funktioniert hat, waren Wimmelbücher oder "Sachen suchen". Da habe ich die kurzen Texte weggelassen und direkt über die Bilder gesprochen. An deiner Stelle würde ich versuchen herauszufinden, ob das Kind die Bücher aus Frust wirft, oder zum Spaß/Provokation. Wenn Frust - Kind selbst halten oder umblättern lassen. Es ist nicht schlimm, wenn gerade Vorlesen nicht möglich ist, das kommt später bestimmt. Wenn Spaß/Provokation - dann wie von meinen Vorrednerinnen beschrieben so damit umgehen wie sonst bei unerwünschtem Verhalten. Nur würde ich das geworfene Buch sowohl außer Reich- als auch außer Sichtweite packen und dann etwas anderes machen. Wenn das Kind das Buch noch sehen kann, deswegen weint oder protestiert, verstärkt sich das Ganze unnötig. Besser dem Thema möglichst wenig Beachtung schenken, dann kommt das Kind meist schneller von dem Verhalten los.
Liebe Cora, oh ja, das kenne ich so gut! Man ist so stolz, dass das Kind Bücher liebt, und plötzlich wird aus der schönsten Kuschelzeit ein kleiner Kampf. Das ist wirklich frustrierend. Deine Tochter steckt mit 2 Jahren mitten in der Entdeckung ihrer eigenen Macht. Das Buch aus der Hand reißen ist wahrscheinlich gar nicht gegen das Buch gerichtet, sondern ein lautes "ICH will bestimmen, was passiert! ICH will die Seiten umblättern! ICH will die Kontrolle!". Das ist ein ganz normaler und wichtiger Schritt in der Autonomiephase. Deine Idee, die Bücher für eine Weile wegzuräumen, ist super, um den Druck für euch beide rauszunehmen. Du kannst die Liebe zu Geschichten aber auf andere Weise am Leben erhalten, bis die Lese-Lust zurückkehrt: 1. **Fühl- und Geräuschbücher:** Manchmal sind Bücher, bei denen sie aktiv etwas tun muss (klappen, fühlen, Geräusche machen), viel spannender als nur zuzuhören. Der Fokus liegt dann auf ihrem Tun, nicht auf deinen Worten. 2. **"Erzähl mir vom Bild":** Anstatt vorzulesen, setz dich mit ihr hin, zeige auf ein Bild und sag einfach nur: "Oh, schau mal, ein roter Ball!". Dann sei still und warte, was sie tut. Vielleicht zeigt sie auf etwas anderes. Dann benennst du das. Kein Vorlesen, nur gemeinsames Entdecken. 3. **Hörbücher:** Manchmal hilft es, wenn die Geschichte von woanders kommt. Ein einfaches Hörbuch (z.B. Toniebox oder Ähnliches) kann Wunder wirken, weil der "Konflikt" mit dir als Vorleserin wegfällt. Die Liebe zu Büchern ist ganz sicher nicht weg, sie verändert nur gerade ihre Form. Das wird wieder! Gib ihr (und dir) die Zeit. Liebe Grüße!
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