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Zeitenwende in Serbien

Zeitenwende in Serbien

Zwergenalarm

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Ich mache mal hier oben weiter, sonst wird es unten noch endlos. An Serbien kann man sich derzeit ein Beispiel nehmen. Der Protest ist ausschliesslich auf demokratischem Weg erfolgt, wurde weder von links noch von rechts vereinnahmt, man musste keine öffentlichen Gebäude anzünden oder "Schuldige" suchen, das akademische urbane Milieu wurde im Zuge der Mobilisierung verlassen, es wurden keine akademischen Debatten geführt, sondern man ging tatsächlich bis vor die letzte Tür und hörte den Ängsten der Bürger zu.  Ganz ohne Wutabfuhr. So sollte Reformpolitik aussehen. Mich beeindruckt das und ich wünsche den Serben, dass der begonnene Weg funktioniert und dass sie auch eine stabile Regierungsmannschaft zusammenbringen.


luna8

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Antwort auf Beitrag von Zwergenalarm

Ich kenn mich da nicht aus - in Serbien. Aber so klingt es gut. Belästige keinen, wir haben alle Internet und können nachvollziehen, was ( wenigstens vordergründig) läuft. Wir können denken. Wir wählen, und so ist es ( ausser wir leben wo, wo Wahlen manipuliert werden). Die Welt dreht sich eh weiter... Meinen Kinder und meinem Mann und mit gehts soweit gut. Passt.  Palästina und Kurdistan fällt eh hinten runter. Keine Politik, mehr Menschlichkeit - in meinem Leben.


Shanalou

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Antwort auf Beitrag von Zwergenalarm

Das kann man aber, leider, nicht vergleichen. Du wirst sehen, dass das jetzt nicht so weiter gehen wird. In Serbien und auch in Ungarn haben sehr lange Zeit, recht autokratische Präsidenten regiert. Davon hatte eine breite Mehrheit irgendwann, aus verschiedenen Gründen, die Schnautze voll. Deshalb hat das jetzt, zumindest knapp, funktioniert. Was ausdrücklich zu begrüßen ist! Das Problem wird jetzt sein, wie sich diese Bewegung weiter entwickelt. Letztendlich ist das ein Zusammenschluss von vielen Unzufriedenen gegen einen Feind, die aber aus völlig verschiedenen Richtungen kommen.  Das ist eine völlig andere Situation als in Deutschland. Wir haben keine autokratische Regierung. Aber viele wollen das, bzw. begünstigen das, in dem sie die AfD wählen. Falls es dazu kommt, kann man nur hoffen, dass unser Rechts- und Wahlsystem robust genug bleibt, dass ein autokratisches System nicht funktioniert. Tut es das nicht, werden wir den Weg von Ungarn und Serbien beschreiten und irgendwann die Schnautze voll haben und erst dann an dem Punkt sein, an dem die beiden jetzt sind.  Und hier sehe ich übrigens sehr deutlich den Unterschied zwischen AfD und der Linken. Schon allein, was das Potential angeht bei Wahlen und im Wahlprogramm. Die Linken geben absolut keinen Anlass, dass man meinen könnte, sie würden autokratischen Allmachtsfantasien anhängen. 


Zwergenalarm

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Antwort auf Beitrag von Shanalou

Es ging mir in meinem AP nicht um einen Vergleich, sondern um das Aufzeigen, wie es auch gehen kann.  Nicht einmal Serbien und Ungarn kann man aufgrund der jüngeren Geschichte miteinander "vergleichen".  Wo man eine Parallele ziehen kann ist, dass trotz langjähriger autokratischer Herrschaft in beiden Staaten das System mit demokratischen Mitteln abgewählt werden konnte. Und beim Beispiel Serbien sogar so, dass das Gesprächsklima zwischen den Lagern nicht komplett vergiftet werden musste. Wir hier tun dagegen so, als stünde das nächste Ermächtigungsgesetz vor der Tür und Demokratie wäre dann aus. Daher habe ich mich in der Vergangenheit auch immer wieder deutlich gegen die gerne rhetorisch eingesetzten Kampfbegriffe, wie "Wannseekonferenz" ausgesprochen. Und jeder, der seine Ängste oder auch nur Bedenken formuliert, ins rechte Lager geschoben wird, mit dem man, will man opportun bleiben, nicht einmal mehr im Bekanntenkreis was zu tun haben möchte. Das halte ich für wesentlich gefährlicher, als den derzeitigen Rechtsruck. Weil es Gräben schafft und vertieft, bis sie irgendwann mal nicht mehr zugeschüttet werden können. Daher mein Beispiel Serbien, wie es auch gehen kann.


Shanalou

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Antwort auf Beitrag von Zwergenalarm

Und ich vermute halt, dass da der Leidensdruck erstmal sehr hoch sein muss, dass es diesen Konsens geben kann. Davon kann man in Deutschland nicht sprechen, auch wenn alles jammert. 


Zwergenalarm

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Antwort auf Beitrag von Shanalou

Das kann natürlich sein, dass erst ein hoher Leidensdruck wieder Gemeinschaft schafft. Ich möchte trotzdem dran glauben, dass das schon vorher möglich ist.


Lauch1

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Antwort auf Beitrag von Zwergenalarm

Spannende Zeiten jedenfalls: "Autokratische" Politiker, die sich problemlos abwählen lassen und Kämpfe um Höchstgerichte (Verfassungsgericht Polen) wo man kaum Informationen über die tatsächliche Lage lesen/hören/sehen kann.