Nurmalsoeben
Ich ziehe das Thema mal hier hoch, um den Thread unten nicht noch weiter vom Thema Bärbel Bas wegzulenken, möchte aber Lauch trotzdem antworten. Du schreibst: "Na dann bitte dazu sachliche Kritik von meiner Seite: Reporter ohne Grenzen Österreich ist keineswegs objektiv sondern in linker Hand" Interessant, was du so als "sachliche Kritik" verkaufst und gleichzeitig Kampfbegriffe wie "in linker Hand" verwendest. Reporter ohne Grenzen sind überall partei- und regierungsunabhängig, das sind nämlich gemeinnützige Vereine. Ich habe eben sicherheitshalber noch mal auf der österreichischen Seite nachgesehen, die arbeiten ja - wie alle demokratischen NGOs - zum Glück transparent. Präsident Hausjell ist Medienhistoriker (auch das musste ich recherchieren, extra für dich) und ja, er ist Mitglied im Bund der sozialdemokratischen AkademikerInnen, aber das macht "Reporter ohne Grenzen" noch nicht zu einer Organisation in "linker Hand", nur weil eines seiner Mitglieder privat (und übrigens so transparent, dass ich es in wenigen Minuten nachsehen konnte) in einem sozialdemokratischen akademischen Zusammenschluss ist. Marlene Engelhorn dürfte dem Verein spenden, aber auch das macht ihn noch nicht zu einem "linken" Projekt. Engelhorn setzt sich aber als Firmenerbin bekanntlich für eine gerechtere Handhabung der Erbschafts- und Vermögensbesteuerung ein und könnte möglicherweise aus diesem Grund NGOs unterstützen, die an der Aufrechterhaltung einer unabhängigen investigativen Presse interessiert sind, um zum Beispiel in Österreich ein Informationsfreiheitsgesetz zu etablieren? Oder um Geldflüsse zu kontrollieren, die dem Erhalt etablierter Machtstrukturen dienen? Hat dich dieser Gedanke mal gestreift? Ich bin übrigens immer wieder verblüfft, wie sich normalverdienende/-vermögende Wähler*innen schützend vor die Interessen von Erben riesiger Privatvermögen werfen können. Dir ist schon klar, was die über ihre Verbände für einen politischen Druck ausüben? Hierzulande ist das der Verband "Die Familienunternehmer", in dem übrigens nur die Inhaber von so "kleinen und mittelständischen Unternehmen" wie Dr. Oetker, Melitta, Miele, Kienbaum und Vorwerk organisiert sind. Anton Hofreiter meinte mal, die seien als Lobbyisten "aggressiver als die Waffen- und Chemieindustrie". Mit einer Demokratie, in der eigentlich jede*r Wähler*in das gleiche Stimmgewicht haben sollte, um politische Repräsentanz zu haben, ist das jedenfalls aus meiner Sicht nur so mittelgut zu vereinbaren.
Was ist denn da nicht zu verstehen, dass der Präsident Hausjell von Babler für seine Beratungen bezahlt wird. Und Du hast ganz gewiss keine verbotenen Wörter vorzugeben. Entweder Du verstehst nicht was Du immer wieder einstellst oder es ist Dir bewusst: Einerlei es ist ermüdend und bringt mir gar nichts an Erkenntnissen.
"Und Du hast ganz gewiss keine verbotenen Wörter vorzugeben." Du framest schon wieder. Ich habe dir nichts verboten, ich habe nur geschrieben, dass du dir selbst widersprichst, weil du erst behauptest, du äußerst dich sachlich, um anschließend das Gegenteil zu tun. Ich habe das "Kampfbegriff" genannt, das ist eine Kritik, kein Verbot. Das hier: "Was ist denn da nicht zu verstehen, dass der Präsident Hausjell von Babler für seine Beratungen bezahlt wird." kann man mit Recht kritisieren, da es nach einem Interessenkonflikt aussieht und es problematisch ist, wenn der - ehrenamtlich - für eine NGO arbeitende Präsident gleichzeitig Parteipolitiker berät, weil das in seiner Person "zusammenläuft". Es heißt aber nicht, dass "Reporter ohne Grenzen" als Gesamt-Organisation von der SPÖ "unterwandert" wäre. Du framest schon wieder, und zwar mit einer ärgerlich platten, durchsichtigen Strategie. "Entweder Du verstehst nicht was Du immer wieder einstellst" - klar. Nur weil ich nicht so dumm bin, auf deine platten Skandalisierungen einzusteigen, soll ich diejenige sein, die zu doof ist, um deine genialen Argumentationen zu verstehen. Alles klar. Aber ja, ermüdend finde ich das auch, weil ich eigentlich keine Lust habe, mich mit so platt vorgetragenen Argumenten herumzuschagen. Vielleicht hätte ich mir den Extra-Thread auch sparen sollen, weil so erwartbar war, wie du auf Kritik reagierst.
Aber immerhin, eins muss man dir lassen: Du strafst meine Behauptung von gestern gegenüber Caot Lügen, es gäbe in diesem Forum keine Solidarität mehr. Du springst für deine Landsmännin jedenfalls energisch in die Bresche, das ist - unabhängig von dem, was du inhaltlich schreibst - immerhin menschlich (und vielleicht auch patriotisch?) zu würdigen.
Du gibst hier ständig Wortvorgaben vor, letztens "Altparteien" bei einer Userin (wurde 1 Tag später vom großartigen Harald Schmidt in einem Podcast mehrfach verwendet, er weiß schon warum). ROG Ö ist massiv linksgerichtet und keineswegs unabhängig wie Du versucht hast vorzugeben und so kann man Stück für Stück Deine Abhandlungen durchgehen: Womöglich bewertet die „rural geprägte" Bevölkerung die derzeitige EU Mitgliedschaft realistischer, versteht, dass die EZB vor der Entscheidung steht Frankreich vor dem Staatsbankrott zu retten, ist angewidert von Überbürokratisierung à la Verpackungsverordnung, ist es leid als einer der letzen Nettozahler alles zu stemmen. Bei Dir sind aber ohnehin alle andern zu blöde und zusätzlich Nazis.
Oh ja, das habe ich ja vergessen: Der Deutschlandflaggen, braune Eva Gemeinschaftsnick 2015 hier und alle Beleidigungen hier via Hashty, Maria etc. haben ja explizit Dich betroffen.
"Altparteien" ist nun mal - hierzulande - ein AfD-Begriff. Natürlich verwenden den viele, bei Harald Schmidt war es mir neu, danke für die Info. Ich bin - als eine, die mit Sprache arbeitet - sehr dafür, auf Sprache zu achten, weil Sprache Mentalitäten formt, die letztendlich unsere Handlungen bestimmen. Nicht umsonst arbeitet Propaganda ja auch gezielt mit Sprache, der Rechtsextremist Martin Sellner tut genau das und berät rechtsextreme Parteien und Gruppen überall auf der Welt in diese Richtung. Und sorry, dagegen wehre ich mich, weil ich nicht von Rechtsextremisten regiert werden möchte - vor dem Hintergrund unseres Landes und meiner privaten Biographie ist das vielleicht verständlich. Ich fühle mich da als Urenkelin von Mitgliedern der NSDAP vielleicht ein bisschen verantwortlicher als andere. Ich möchte so etwas hier nie wieder haben. "Rural geprägt" ist übrigens eine neutrale Aussage in Bezug auf Österreich und besagt nicht, dass alle Österreicher "Bauerntölpel" sind, wie du es schon wieder framest. Österreich ist nun mal sehr ländlich und hat nur wenige urbane Zentren. Und ländliche Bevölkerung ist - überall auf der Welt - politisch konservativer und traditionsverhafteter. Das ist Statistik, keine Wertung. Eine "realistische" Bewertung der EU-Mitgliedschaft würde berücksichtigen, dass die EU nicht nur ein Bürokratiemonster mit idiotischen, an der Realität von kleinen Händlern völlig vorbeilaufenden Verpackungsverordnung ist (übrigens wird daran gerade gearbeitet), sondern in erster Linie mal außen- und verteidigungspolitisch, diplomatisch und wirtschaftlich ein Sicherheitsanker für jedes einzelne Land, das in der EU ist. Warum wohl stehen so viele Länder Schlange, um Teil der EU zu werden? Die Warteliste ist lang, während Russland und auch die USA gerade mit imperialistischem Druck versuchen, ihre Machtsphären auszudehnen. Und die Interessen, die dahinterstehen, sind in beiden Fällen nicht die der Normalbevölkerung, sondern die kleiner Kapital- und Machteliten. Die EU ist unsere Lebensversicherung dagegen. Die Wähler*innen, die meinen, ein Austritt aus der EU würde ihre Lebensbedingungen in Österreich oder Deutschland verbessern, sind nicht "zu blöde" oder "Nazis", wohl aber das Ergebnis von sehr ausgefeilter, perfider Propaganda. Was der Austritt aus der EU für die Bevölkerung eines europäischen Landes bedeutet, kann man derzeit sehr schön in Brexit-Britain besichtigen. Da herrschen von der Bildung über die Wirtschaft bis hin zur Gesundheitsversorgung desolate Zustände, in der nur noch Menschen zurechtkommen, die über genug privates Kapital oder Einkommen verfügen, um sich privat Leistungen einzukaufen, teilweise auch im osteuropäischen Ausland. Deine Argumentation ist einfach überall unterkomplex, inklusive der Behauptung, ich würde hier Userinnen Sprachverbote erteilen oder sie für blöde oder zu "Nazis" erklären. Ich bemühe mich nur redlich um Differenzierung, statt hier Platitüden weiterzuverbreiten.
Über 2015 kann ich nichts sagen, denn da war ich nicht hier, ich kam erst 2017 zurück ins Forum. Ich habe mich ausgeklinkt, als das große Gebrüll über den angeblichen "Kontrollverlust" losging, weil hier Kriegsflüchtlinge ankamen. Weil mich schon da das Framing, namentlich Begriffe wie "Bahnhofsklatscher" und "Gutmenschen", angewidert hat. "Hashty" war meines Wissens der Nick einer Userin, die selbst politisch und persönlich im Bereich Integration und Betreuung von Geflüchteten aktiv war, sie also sicher deutlich mehr Einblicke in die Thematik hatte als viele der entrüsteten Kommentatorinnen hier, die ihr vom heimischen Sofa aus Schmähungen um die Ohren gehauen haben, wie "naiv" sie sei. Dass sich so jemand wehrt, finde ich nachvollziehbar. Deine Privatfehde mit Maria habe ich ja kommentiert, ich fand, ihr habt euch gegenseitig nicht viel genommen. Das ist natürlich nur meine persönliche Meinung. Ich werde dafür von anderen Leuten angegangen, auch durchaus persönlich und unter der Gürtellinie, also nix mit sachlicher Kritik. Natürlich geht ein politischer Riss durch das Forum, und wer sich hier politisch outet, muss sich gegen Gemeinheiten wappnen. Ich versuche, das möglichst zu vermeiden, indem ich Argumente kritisiere und nicht Personen, aber nicht immer gelingt mir das, und vieles landet auch im falschen Hals - so wie meine Äußerungen über Österreich, die als persönliche Kritik aufgefasst wurden, weil ihr hier als Österreicherinnen ziemlich allein auf weiter Flur seid und wir schon Beef miteinander hatten. Ich habe es ZA schon geschrieben, das hatte nichts mit euch zu tun, sondern mit dem Vergleich politische/gesellschaftliche Gegebenheiten Deutschland/Österreich. Es liegt mir auch fern, als Deutsche meine Heimat als leuchtendes Vorbild herauszustellen, dazu läuft hier viel zu viel schief, über das ich mich gewaltig ärgere. Was aber nicht heißt, dass ich einen gewaltsamen Umsturz oder eine "Abschaffung aller Altparteien" sinnvoll fände, ich finde sowohl Diktaturen als auch Anarchien als Modell völlig beknackt.
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