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Spagat - irgendwie mache ich es keinem Recht

Thema: Spagat - irgendwie mache ich es keinem Recht

Hallo! Ich arbeite 27 Wochenstunden an 4 Tagen, die Kinder sind 9 und 12 Jahre alt und während meiner Arbeitszeit in der Schule bzw. von Oma gut betreut und versorgt. Meine Teilzeitbeschäftigung ist so, dass ich niemals bis Dienstende bleibe, sondern immer eher gehe. Oft bleibe ich jedoch noch etwas länger als ich muss und bin auch relativ flexibel (in diesem Kalenderjahr habe ich bereits 45 Überstunden gemacht). Die Kollegen nehmen meine Flexibilität sehr wohl wahr und bedanken sich auch immer, wenn ich - wie z.B. am Freitag - 2,5 Stunden länger arbeite als ich muss (insbesondere meine Chefin, bin selbst Vize - Chefin). Dennoch bin ich immer die Erste, die geht. Das gibt ab und an schiefe Blicke - insbesondere von einem Kollegen. Zu Hause werde ich dann mit den Worten: "Du kommst heute aber spät" begrüßt... Wie legt Ihr Euch ein dickes Fell zu? Mich belastet das enorm. Die Arbeitszeit erhöhen kommt für mich derzeit nicht in Betracht, reduzieren auch nicht. Ratlose Grüße, KKM

von KKM am 30.05.2012, 21:57



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Huhu, auf der Arbeit hilft vermutlich echt nur das dicke Fell... du verdienst ja auch nur 3/4, also darfst du auch früher gehen, Punkt. Kannst den Kollegen, der schieft guckt, ja mal fragen, ob er auch schon mal drüber nachgedacht hätte, die Stundenzahl zu reduzieren. Steht ja eigentlich jedem offen, das auch zu machen, oder? Was Zuhause angeht... bei uns war es immer hilfreich, wenn ich so früh wie möglich Bescheid gesagt habe, wann ich komme. Also am besten schon vorher Überstunden ankündige, wenn sie absehbar sind, oder sonst zumindest anrufe, dass ich heute erst gegen x Uhr kommen werde. Darfst / durftest du die 45 Überstunden denn dann irgendwann abfeiern? LG sun

von sun1024 am 30.05.2012, 22:37



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So recht Rat geben kann ich Dir auch nicht. Nach meinem ersten Kind habe ich Teilzeit in 50% beantragt und auch bewilligt bekommen - leider musste ich meine Arbeit von 100 % in dieser Arbeitszeit mehr oder weniger schaffen. Mich hat man eher dumm angeschaut, weil ich innerhalb vom 5 Monaten fast 130 Überstunden aufgebaut habe, weil ich meine Arbeit in der halben Zeit nicht geschafft habe . Wenn man es aber genau ausrechnet, hat mein Arbeitgeber enorm profitiert - mir nur die Hälfte bezahlt, aber fast eine volle Arbeitskraft bekommen (das was ich nicht geschafft habe, mussten die anderen Kollegen abfangen - was zu einem schlechten Betriebsklima geführt hat! Ich musste zudem ständig Urlaube und Krankheiten vertreten, weil ich ja "nur" halbtags da war! Ich bin danach in Erziehungsurlaub (da wieder schwanger) und habe keine Lust, mir das wieder anzutun (ich war mindestens 30 Stunden vor Ort und habe auch Arbeit mit nach Hause genommen). Gedankt haben es weder der Chef noch die Kollegen, da ich aus beider Sicht ja "Schuld" war - Kollegen mussten das Liegengebliebene abarbeiten, Chef war der Meinung ich schaffe meine 100% Stelle auch in der halben Zeit! In den Erziehungsurlaub bin ich letztendlich mit über 200 Überstunden gegangen und vollem Urlaubsanspruch (so doof war ich - zu pflichtbewusst). Ich wollte das noch spätestens Ende der Elternzeit ausbezahlt haben, aber die stellen sich erst einmal stur, da ich eine Beurlaubung beantragt habe (ÖD) - ich schaffe keine 30 Stunden (auch wenn es offiziell nur 20 sind)... UND für alle Kritiker - wir leben auf dem Land und da ist das Wort Kinderbetreuung gerade erfunden worden oder sehr teuer und absolut unflexibel.. Zum Glück bin ich aber auch selbständig tätig und werde das jetzt wohl ab September als Hauptberuf so langsam aufbauen... Was ich Dir nach dem langenText eigentlich sagen will - lege Dir ein dickes Fell zu und freue Dich an Deinem Privatleben oder suche Dir einen anderen Job. Selbst ich mit 30 Stunden (mindestens) anwesend und nur 20 bezahlt habe es keinem Recht machen können. Vor fast 20 Jahren stand ich als Anfang 20-Jährige übrigens auf der "anderen" Seite und habe über eine 40-jährige Kollegin gelästert, die 2 Kinder hatte und nur 20 Stunden gearbeitet hat. Ihr Mann ist dann leider gestorben und sie wollte auf 17 Stunden verkürzen, sonst hätte sie die Witwenrente nicht voll bekommen. Wir "jungen Dinger" haben damals gelästert - heute schäme ich mich dafür. Es kommt ja auch immer auf das Alter des Teams an. Wenn Dir Deine Arbeitszeit in Dein Familienkonzept passt und Du eben so arbeitest, wie Du angestellt bist, dann habe auch kein schlechtes Gewissen. LG, Leonessa

von leonessa am 30.05.2012, 22:43



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Arbeite derzeit 65 %. Habe aber auch den Vorteil, dass keiner meine Arbeit macht. Was ich nicht mache, bleibt halt liegen - für mich. Wir haben Gleitzeit. Die Regelung ist ziemlich komfortabel. Momentan habe ich bummelig 33 Plusstunden auf dem Konto, die mir viel Flexibilität und ein gutes Gewissen geben. Zu Hause herrscht eigentlich Zufriedenheit, wenn es mittags was zu futtern gibt. In den letzten Wochen mussten die Söhne (11 und 15) des öfteren selber kochen (Dienstreisen + eine Konferenz). Anfangs fanden sie es chic, am Ende wurde gemault. Aber im Großen und Ganzen läuft es gut. In 1,5 Jahren möchte ich gern erhöhen - wahrscheinlich auf 75 %. Würde es Dir vielleicht helfen, an drei Tagen zu arbeiten, damit Du bis Dienstende da bist???? Trini

von Trini am 31.05.2012, 09:51



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Hallo KKM, mach Dir folgendes klar: Es ist nicht Deine Aufgabe den anderen alles recht zu machen. Wenn Du eine klare Position für Dich gefunden hast, musst Du zu dieser stehen. Dann werden die anderen sie auch akzeptieren. Wenn Dich schiefe Blicke der Kollegen stören: Sprich diejenigen sachlich an. Vielleicht verfolgen sie gar keine bösen Absichten sondern meinen es eigentlich witzig (Hier heißt es z.B. auch mal gern "Ach, Du nimmst heute einen halben Tag frei?" wenn jemand um 4 geht - das ist bloß ein schlechter running gag.). Aber selbst wenn diejenigen ihre bösen Blicke tatsächlich als Kritik meinen, sollten Sie wissen, dass Sie sich unangemessen verhalten. Kritik zu Hause: Du solltest zu Deinen Arbeitszeiten stehen und das auch klar gegenüber Deiner Familie vertreten. Für Deine Familie ist es natürlich wünschenswert im Vorraus zu wissen, wann Du nach Hause kommst. Du solltest das also möglichst ankündigen und plötzliche ungeplante Überstunden sollten die Ausnahme bleiben. Ich habe zwangsläufig ein festes Arbeitsende, da ich die Kinder aus KiGa und Schule abhole. Ihnen ist es sehr wichtig, über Änderungen (wenn ich früher komme oder wenn jemand anders sie abholt) vorher Bescheid zu wissen. Wenn sich eins Deiner Kinder darauf freut, z.B. mit Dir nachmittags noch etwas zu spielen, ist es für das Kind sicherlich nicht schön wenn es nicht weiß, wann Du da sein wirst. LG Linda

von Linda761 am 31.05.2012, 12:26



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ist nicht ganz einfach, das gebe ich zu. Aber wenn mal spitze Kommentare kommen, dann frag doch einfach, ob die Kollegen tauschen wollen: mehr Arbeit für weniger Geld? Meine Kollegen sagten früher auch manchmal (wenn ich um 14 abgerauscht bin) "du hast es guuut'".. ich hab dann immer geantwortet: "hey, der anstrengende Teil des Tages beginnt JETZT"... dann war oft Ruhe. Ulrike

von u_hoernchen am 31.05.2012, 12:41



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Hallo, der Kollege, der besonders schief guckt hat entweder keine Kinder oder eine Frau zuhause, die dort alles managt, oder? Ich habe auch so einen, das ging fast zwei Jahre lang so, dass er jeden Mittag einen Spruch gemacht hat. Das nervt. Irgendwann habe ich nicht mal mehr drauf reagiert. Ich arbeite 20 Stunden und vertrete eine Ganztagsstelle, d.h. zusätzlich zu den Mehrstunden, die im laufenden Geschäft anfallen kommen noch die aus Urlaubs- u. Krankheitsvertretung, weil sie viele Terminsachen hat. Stört mich auch nicht, so lange es im Rahmen meiner Möglichkeiten liegt - und meistens kriege ich es organisiert, weil mein Mann mich da sehr unterstützt. Trotzdem kriege ich es da auch mal zu hören, wenn es oft später wird. Dem netten Kollegen habe ich mittags mal geantwortet: Ja, ich habe auch noch was anderes vor. Ich finde mit "jetzt beginnt die zweite Schicht" mit einem Stöhnen negativert man sein Privatleben so. Es gibt ja schließlich einen Grund, warum man Teilzeit arbeitet. Und ich stehe auch ganz klar dazu, dass momentan eben meine Familie wichtiger ist, als die Arbeit.

von wolfsfrau am 31.05.2012, 14:57



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Hallo! Vielen Dank für Eure Antworten. Ich denke, ich werde mir wirklich ein dickeres Fell zulegen müssen. Ich bin Beamtin in einer kleinen Dienststelle mit Publikumsverkehr und allein erziehende Mutter. Meine Arbeit macht mir sehr, sehr viel Spaß, meine Kinder aber auch!! Wenn ich länger im Amt bleibe, ist das immer abgesprochen, meist auch schon am Vortag. Anrufen und für die Kinder etwas versprochenes absagen musste ich noch nie... Heute bin ich wieder um 14.37 Uhr gegangen - das Wartezimmer war voll :-( Daheim hatte ich genau 2 Minuten Zeit, um die Kinder einzusammeln und zum Freund bzw. zum Sport zu fahren. Nun sind beide weg und ich habe Zeit - um einfach mal am PC zu sitzen ;-) Es ist hauptsächlich ein Kollege, der immer blöd guckt - die beiden anderen, die ich mit dem vollen Wartezimmer zurück gelassen habe, haben sich bedankt, dass ich die Schicht heute bis 14.30 Uhr praktisch alleine gemacht habe... LG KKM

von KKM am 31.05.2012, 15:58



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die kollegen, die schief gucken, arbeiten vermutlich vollzeit, oder? du aber bist teilzeit und verdienst weniger als sie. das sehen sie vermutlich gar nicht. vielleicht kannst du das an geeigneter stelle mal anbringen, in ganz freundlichem ton.

von mams am 31.05.2012, 17:58



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Hallo, tja Du kannst nicht erwarten, dass Du immer als erste gehtst und die anderen, dann auch noch Danke hinterher rufen. Ist halt so. Trotzdem machst Du ja die Teilzeitarbeit nicht just for fun, sondern um Deine Familie zu unterstützen. Mach Dir einfach bewußt, warum Du Dich für Teilzeit entschieden hast und lass die anderern halt lästern. Das ist halt Neid. Aber reduzierte Arbeitszeit ist halt reduziertes Geld, so ist es halt. Da hört der Neid dann meistens auf.

von Nicol am 31.05.2012, 22:58



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Man kann es nie allen recht machen, das geht nicht. Wir sind 4 Kolleginnen (3 mit Kind) . Bei uns macht jeder Spätdienst im Wechsel (egal ob 35, 30 oder 25 angestellt). Deine Kinder sind 9 und 12, das sind doch keine Kleinkinder mehr. Die können doch auch mal ein paar Stunden allein bleiben, oder? Ich arbeite alle 4 Wochen Freitags bis 22.00 (bin dann 22.40 zu Hause) und jede Woche 2 - 3x bis 20.00 Uhr . Ich sage dann morgens meiner Tochter, dass ich Spätdienst habe und wann ich nach Hause komme. dann weiss sie Bescheid und sagt dann abends nicht ."Du kommst aber spät!" sondern : "Schön, dass du da bist!". Arbeite doch auch manchmal so lange wie deine Kollegen und mach das zu hause klar! Sag, wann du nach Hause kommst und gut! Ich würde es auch doof finden, wenn einer meiner Kolleginnen plötzlich keinen Spätdienst mehr macht...... ganz ehrlich! Ich bin der Meinung, dass ein VIZE-Chefin auch mal bis zum Schluss bleiben muss, zumal die Kinder groß sind! Du hast ja nicht mal als Alibi, dass du deine Kinder betreuen musst! Wann ist denn offiziell bei euch Dienstschluss? Liebe Grüße

Mitglied inaktiv - 03.06.2012, 16:33