Für alleinerziehende Eltern

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Geschrieben von Joelina am 29.04.2003, 18:16 Uhr

Umgang mit dem Vater - Hilfe!

Hallo...

Ich weiss, ihr hört diese Problematik wahrscheinlich nur zu oft, aber ich hoffe, ihr könnt mir evt grade deswegen weiterhelfen.

Ich weiss einfach nicht mehr, was ich tun soll!
Schon vor der Geburt meines 3 jährigen Sohnes haben sein Vater und ich uns getrennt und ich war immer der festen Überzeugung, dass mein Kind ein Recht auf seinen Vater hat und habe immer für einen friedlichen Umgang gekämpft.

Zu Beginn habe ich ihm erlaubt, wann immer er möchte seinen Sohn zu sich zu holen, das artete dann darin aus, dass er mal 3 Monate gar nicht kam, dann jeden Tag, teilweise mitten in der Nacht usw.

Das ging natürlich so nicht auf die Dauer, da er aber nicht zu einer anderen Einigung bereit war, musste ich zum Jugendamt und es dort mit ihm klären.
Wir haben dort auch eine Vereinbarung getroffen - jetzt holt er ihn jedes Wochenende von Samstag, 14 Uhr bis Sonntag 18 Uhr. Nach einer Eingewöhnungsphase klappt es auch, dass er zumindest halbwegs zuverlässig ist.

ABER - ich kann´s nicht anders ausdrücken - er baut nur Scheisse!
Erstens ist er Kiffer ersten Grades, also eigentlich dauerbreit und durch das Passivrauchen kam mein Sohn schon mehrmals breit nach Hause.

Zweitens bekommt er, wenn überhaupt, nur unzureichend zu Essen bei seinem Vater, weil dieser der Meinung ist, ein Mensch muss nicht jeden Tag was Warmes essen, ein Brot am Tag reiche auch aus.

Er läßt ihn solange aufbleiben wie er will, generell gibt es keinerlei Regeln, mein Sohn darf wirklich ALLES, er malt ihn an, spielt mit ihm zusammen Computerspiele wie z.B. Counter Strike, Jagged Alliance, GTA 3 und bringt ihm da bei, wie man Menschen erschiesst.
Er hat ihm beigebracht, dass er nicht aufs Klo gehen muss, wenn er nicht will, und wenn, dass ein Mann dann im Stehen pinkeln muss. (Dabei pinkelt mein Sohn dann natürlich entweder auf den Boden oder auf die Brille.)
Er erzählt ihm an Weihnachten und an Ostern, dass er sich nicht verarschen lassen soll, es gibt weder den Osterhasen noch den Weihnachtsmann und die Geschenke hat die Mama gekauft.
Generell macht er mich wirklich schlecht, erzählt so Sachen wie: "Am besten wäre ja, wir würden die Mama aus dem Fenster schmeissen, die ist eh nicht lieb zu dir." oder "Was hab ich dir gesagt? Du sollst der Mama keinen Tschö-Kuss geben, du sollst die hauen, das hat die verdient."

Seit ich mit meinem Freund zusammen bin, hält er sich in seinen direkten Aussagen zwar zurück, dies aber auch nur aus Angst, nicht aus Einsicht. Und ich weiss nicht, was er meinem Sohn so alles erzählt, wenn wir nicht dabei sind.

Heute hat mein Sohn Geburtstag, wir haben nach langem Überlegen meinem Sohn zu liebe beschlossen seinen Vater einzuladen.
Das schärfste war, das er ohne Geschenk hier aufgetaucht ist - nicht das ich materiell eingestellt bin, aber mein Sohn hat schon Wochen vorher seinem Papa erzählt was er sich wünscht und war sehr enttäuscht!
Dann wollte sein Vater ihn einfach mitnehmen, obwohl ja abgemacht war, dass wir zusammen feiern. Die Torte stand auf dem Tisch, die Geschenke waren nicht mal ausgepackt und er erzählte seinem Sohn, dass er ihn jetzt mitnimmt (ohne es vorher mit mir abzusprechen).
Mein Sohn war natürlich total durcheinander, hat nur noch geknatscht, wollte nicht mal seine Geschenke auspacken und hat nicht mal seine lang ersehnte Benjamin-Blümchen-Torte probiert. :-(
Sein Vater hat sich hier durchgefressen und ist dann nach Hause gegangen (er war etwa 1 Stunde hier).
Da war dann natürlich alles verloren!

An Weihnachten ist er erst gar nicht gekommen, obwohl er es Joel versprochen hatte und so hat er dem Kind auch Weihnachten versaut.
2 Wochen später schenkte er ihm dann eine gebrauchte Hörspielkasette, die Joel irgendwann mal bei ihm vergessen hatte (als Weihnachtsgeschenk!)

Innerhalb der letzten 3 Jahre hat er sich so viel geleistet, dass ich hier Romane schreiben könnte (einmal hat er ihn mir z.B. einfach nicht mehr zurückgegeben, sodass ich die Polizei rufen musste), und ich weiss einfach nicht mehr weiter.
Was soll ich denn jetzt machen?
Mein Sohn liebt seinen Vater trotz allem, aber er schadet ihm nur.

Wenn er von ihm zurück kommt ist er stets apathisch, ausgehungert, völlig übermüdet, noch am nächsten Tag ist er aggressiv, unsauber, manchmal weigert er sich zu sprechen, bekommt Ausschlag usw...
Von all dem ist das Jugendamt schon längst unterrichtet, aber unsere Sachbearbeiterin ist viel zu transusig!
Sie faselt immer nur von gütlicher Einigung, aber was nützt es, wenn nur einer von uns Beiden zu einer gütlichen Einigung bereit ist?
Wir haben alles versucht um freundlich mit ihm zu sprechen, ihn zum Essen eingeladen, immer wieder Termine beim Jugendamt (zu denen er generell nicht mehr erscheint) gemacht, damit wir sachlich bleiben können, ihm Hilfe angeboten, Joel was zu essen mitgegeben (das er dann doch nicht bekommen hat usw).
Das Jugendamt ist stets auf seiner Seite, hält eine Besuchseinschränkung geschweige denn ein Verbot für unnötig, das einzige was sie tun ist reden, aber da sich der Vater weigert...tun sie nichts.

Ich könnte echt heulen, ich weiss einfach nicht, was jetzt richtig und was falsch ist:
Ich bin für meinen Sohn verantwortlich und ich sehe, dass sein Vater ihm schadet, andererseits will ich ihm doch nicht seine Bezugsperson wegnehmen!
Und selbst wenn, ich hab doch eh keine Möglichkeit es zu ändern, oder?

Hoffe auf ein paar Antworten.

Liebe Grüße

Joelina

 
6 Antworten:

Re: Umgang mit dem Vater - Hilfe!

Antwort von Cat74 am 29.04.2003, 21:16 Uhr

Hallo Joelina!
Habe beim Lesen eine Gänsehaut bekommen!
Diesem Mann hätte ich mein Kind schon längst nicht mehr mitgegeben!
Dein Kind braucht, denke ich, in erster Linie Schutz vor seinem Vater. Alleine die Sache mit dem Drogenkonsum reicht sicher schon aus, um beim Jugendamt was zu erreichen!
Gruß von Cat

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Re: Umgang mit dem Vater - Hilfe!

Antwort von Dharma am 29.04.2003, 22:26 Uhr

hi,
ui da wird einem ja schlecht...also ich lebe seit mein sohn 3mon alt ist auch getrennt (er ist jetzt 11mon.) und die auf dem jugendamt sagten mir, wenn ich das alleinige sorgerecht haben möchte, dann brauche ich handfeste gründe: und soll ich dir was sagen: du hast genug davon!!!!!!ich denke dein sohn hat eher etwas von deinem neuen lebensgefährten, der sicher viel vernünftiger ist, als von seinem "vater" der in meinen augen das aller letzte ist. wie kann man sich denn einem kind (SEINEM kind) so übel benehmen. ich rate dir nur, unternimm etwas und das schnell!!!!!wenn du nicht möchtest das dein kleiner den bach runter geht. ich hätte für meinen schatz auch gerne das alleinige sorgerecht, aber ich bin in dieser hinsicht froh, dem jugendamt so etwas nicht mitteilen zu müssen, da mein ex rein gar nichts von deinem ex hat. aber so einem menschen wie du ihn hier beschrieben hast, dem würde ich mein kind nicht für 1min. anvertrauen. wer weiß was er in seinem kiff-zustand noch für dinger dreht und vielleicht dein kind gefährdet.
tu was. ich denke das ist das sinnvollste und das richtige. dein sohn wird es verstehen wenn er alt genug ist.

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wie im film! (:o(

Antwort von sterntaler am 29.04.2003, 23:24 Uhr

hallo joelina,....

als ich deine geschichte gelesen habe, dachte ich zuerst es handele sich um ein drehbuch von SAT1....(:o(

ich kann dir nur dringend raten, such einen prädestinierten anwalt bzgl familienrecht auf. schildere ihm die problematik an hand von präzisen aufzeichnungen was die termine beim KV oder auch sein benehmen dir gegenüber betrifft. versuche dann mit seiner hilfe alles gerichtlich zu klären.

auf die hilfe von manchem jugendamt in deutschland kann man getrost verzichten, denn diese sachbearbeiterInnen sind erstens total überfordert bzw überlastet und zweitens oft nicht kompetent genug, um in solch einer prekären situation gerecht und zugleich schnell zum wohle der kinder zu agieren. so meine ganz persönliche erfahrung!


viel glück

sterntaler

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Re: Umgang mit dem Vater - Hilfe!

Antwort von lucile am 30.04.2003, 8:12 Uhr

Hallo Joelina
Ich würde Dir auch zu einem erfahrenen Anwalt raten. Höre Dich aber besser vorher in Eurer Gegend um.

Das Problem an der ganzen Sache ist, dass Du zwar zu Gütlichkeit und Einigung aufgefordert/verpflichtet bist. Als Mutter aber am Ende den Vorwurf hinnehmen müsstest, dass Du evtl. sogar selbst "erziehungsunfähig" bist, weil eine verantwortungsbewusste Mutter "so etwas" nicht hinnehmen darf. Ganz zu schweigen von dem was dieses Verhalten bei Eurem kleinen Schatz anrichtet :-(.

Hier gilt, gesunder Menschenverstand vor Gesetz. Es könnte Dir ansonsten am Ende negativ ausgelegt werden.
Wobei ein forsches auftreten auch ein Schuss nach hinten bedeuten könnte... stur, uneinsichtig, usw.
D.h. Beweise sammeln. Für Zeugen sorgen, das Jugendamt immer und immer wieder freundlich einladen Lösungen zu dem Problem zu suchen. Nur wenn Du diese ganzen Missstände dokumentieren kannst, wird Dir auch geglaubt.

Rede mal mit Deinem Kinderarzt. WAs sagt er dazu? Kann er das Kind nach einem solchen Besuchszeitraum nicht mal anschauen? Hast Du eine Psychologin? Ziehe am besten ein Register nach dem anderen und dokumentiere!

Good luck
Heike

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Re: Umgang mit dem Vater - Hilfe!

Antwort von kewe am 30.04.2003, 9:29 Uhr

Hallo Joelina,

ich befinde mich in einer ähnlichen Situation wie Du. Mein Ex ist auch Dauerkiffer und ziemlich unberechenbar. Wenn unser Sohn bei ihm ist, habe ich jedesmal riesenangst und bin auch schon so manches mal abends an seiner Wohnung vorbeigefahren um zu kontrollieren, ob die beiden auch zu hause sind und er sich nicht mit dem Kind irgendwo in der Szene rumtreibt. Für die Wochenenden gebe ich meinem Kleinen auch immer eine große Provianttüte mit, da der Kühlschrank beim Ex immer leer oder verschimmelt ist. Wenn ich den Kleinen Sonntags Nachmittags abholen will, läuft er oft noch im völlig verkleckerten Schlafanzuig rum usw. Zum Glück spricht er nicht schlecht über mich. Aber ich glaube das ist auch fast das einzige, was ihn positiv von Deinem Ex unterscheidet. Was er sich sonst noch leistet kannst Du ein bisschen weiter unten lesen.

Ich versuche auch immer einen gütlichen Umgang zu finden. Weiß aber langsam auch nicht mehr weiter. Ich seheh auch immer wie sehr sich das Kind freut seinen Vater zu sehen. Kann/Darf ich das wirklich unterbinden. Mir persönlich wäre ein betreuter Umgang am liebsten. Aber wie soll ich das durchsetzten. Das Jugendamt sagt auch immer, dass er dem Kind bislang noch nicht geschadet hat. Aber muss es wirklich erst soweit kommen. Wir haben am Dienstag wieder einen Termin beim Jugendamt. Ich bin mal gespannt was dabei rauskommt.

Ich wünsche Dir ganz viel Stärke, da ich aus eigener Erfahrung weiß, wie besch..... diese Situation ist.

Leider fehlt mir genau wie Dir der Lösungsansatz. Wenn Du magst, mail mich doch mal an.

Kerstin

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Hab nachgedacht!

Antwort von Joelina am 01.05.2003, 12:01 Uhr

Hallo...

Also erstmal vielen Dank für eure Antworten.

Habe mich nun zu folgendem entschlossen:

So gehts auf keinen Fall weiter!
Ich werde morgen einen Termin beim JA machen, vorher aber noch alle "Vorfälle" der letzten Zeit, zusätzlich meine Forderungen schriftlich festhalten - damit die nette Frau mich nicht unter den Tisch redet und falls ich doch mal wieder nicht zu Wort kommen sollte, bekommt sies schriftlich!
Ich werde darauf bestehen, dass sie die getroffene Vereinbarung streicht. Bleibt noch der Pflichtbesuchsteil, alle zwei Wochen 6 Stunden.
Am liebsten wäre mir ja ein betreuter Umgang, aber dies ist immer auf höchstens 6 Treffen beschränkt, also auch keine dauerhafte Lösung.
Aber vielleicht verliert ja der KV von allein das Interesse, wenn es anstrengend wird, das könnte doch zumindest sein, oder?

Wenn er sich danach auch weiterhin keine Mühe gibt, werde ich wohl oder übel doch das Gericht einschalten müssen, denn irgendwann muss ich doch was tun...

Na ja, danke jedenfalls für eure Antworten.

Liebe Grüße

Joelina

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