Für alleinerziehende Eltern

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Geschrieben von Elisabeth mit Fumi & Temi am 24.05.2004, 10:14 Uhr

Heile Familie

Hallo,

komischerweise kommt das Thema in mehreren aktuellen Beiträgen vor, denn unabhängig davon hat es mich dieses Wochenende auch beschäftigt.

Wir hatten Erstkommunion von meiner Nichte, und natürlich waren viele Leute eingeladen, hauptsächlich Eltern mit Kindern, fast alle NICHT alleinerziehend.

Im Gegensatz zu den Schreiberinnen unten hatte ich nicht das Gefühl "das will ich auch". Im Gegenteil, ich betrachte derzeit alle scheinbar glücklichen Beziehungen mit einer Menge Skepsis. Bei fast allen unterstelle ich Eheprobleme, und wenn ein Ehemann seiner Frau am Buffet sagt "mmmh, der Schokoladenkuchen von Frau Müller ist aber lecker", vermute ich gleich einen drohenden Scheidungsantrag wegen hausfraulicher Unfähigkeit, einen Schokoladenkuchen ordentlich zu backen.

Ich versuche schon, das zu relativieren, und sage mir immer, daß ich das durch meine "gebranntes Kind"-Brille sehe. Aber ich wundere mich, daß kein Neid aufkommt, sondern eine Art von, hmmm, Verachtung (vielleicht ein zu hartes Wort, aber die Richtung stimmt). Vielleicht ist es auch nur eine andere Form von Neid? Vielleicht auch Überheblichkeit ("Wenn ich es nicht schaffe, eine ordentliche Ehe zustande zu bringen, können die das doch auch nicht schaffen!")?

Wie habt Ihr Euch kurz nach der Trennung beim Anblick "normaler" Ehepaare gefühlt? War bei Euch eher Neid im Spiel, oder auch so ein verächtliches Gefühl wie bei mir? Meint Ihr, die Art des Gefühls hängt von der Art der Trennung ab? Oder von der Tagesform? Oder von was ganz anderem? Das würde mich mal interessieren. Vielleicht hilft es mir, meine Gefühle beim Anblick offensichtlich funktionierender Ehen besser einzuordnen.

Danke,
Elisabeth.

 
13 Antworten:

Das kenne ich

Antwort von fusel am 24.05.2004, 10:30 Uhr

Hi,

war zwar nie mit dem Vater meines Kindes verheiratet, aber mir ging es ähnlich. Weniger aus einer schlechten Trennungserfahrung heraus, als vielmehr dadurch das ich einige Ehen/Beziehungen kenne wo vieles im Argen liegt aber keine Bemühungen stattfinden das zu verbessern bzw, die ganze Sache aufzuheben. Oftmals werden finanziellen Gründe (das Haus, zwei Autos, bla) oder die Kinder (besser man kratzt sich vor denen die Augen aus) für die eigene Tranfunzeligkeit vorgeschoben und hinterrücks fröhlich über den Partner abgelästert oder noch besser man holt sich still und heimlich den Kick bei einer 3. Person.
Finde ich übel. Memmen, sage ich (o:
Schlußendlich mache ich mir aber deswegen keinen Kopf mehr. Nicht zuletzt weil sich eine Freundin doch sehr in meine eigene Beziehungskiste eingeklinkt hat. Besser jeder kümmert sich um sein Bier, für gewöhnlich hat man damit genug zu tun.

LG

fusel

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Re:

Antwort von Cynique am 24.05.2004, 12:23 Uhr

ich kenne keine wirklich "heile Familie". Was mich eher nervt sind die permanenten Darstellungen ebendieser nicht wirklich vorhandenen Spezies in sämtlichen Medien - und leider auch noch viel zu häufig in Kinderbüchern. Mir tut es in dann der Seele weh, wenn mein SOhn sich irgendeine Unternehmung (z.B. demnächst Urlaub) "mit Papa" wünscht. Weil "mit Papa" ist nicht. In solchen Momenten wünsche ich mir tatsächlich eine "heile Familie". Ist das auch eine Form von Neid?
Cy

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keine "heile Familie"?

Antwort von Rob am 24.05.2004, 13:04 Uhr

Hi Cynique,
hier machst du deinen Nick allen Ehren! Die "heile Familie" gibt es natürlich sehr wohl, nur ist das kein sich automatisch einstellener Zusatnd der Seeligkeit. Sondern eine Partnerschaft, in der beide Teile ständig bereit sind und daran arbeiten, den guten Zustand zu erhalten. Das heisst auch nicht, das dort nie gestritten wird. Nur ist der Streit kein Dauerzustand, sondern es wird eine Lösung für die Probleme gesucht und wohl auch gefunden.
Wenn man sich gegenseitig respektiert und die kleinen Fehler des Anderen auch jeweils akzeptiert, dann kann eine Partnerschaft sehr wohl auch über lange Jahre beständig sein. Zu mein Bedauern habe ich es selbst bisher auch nicht geschafft, aber man lernt ja nie aus...
Und warum soll denn Sohnemann nicht auch mal mit Papa in den Urlaub fahren? Lass' ihn doch!
Gruß, Rob

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Kein Neid

Antwort von Richie am 24.05.2004, 13:12 Uhr

Hallo z'samm,

jede/r hat irgendwo irgendwelche Defizite gegenüber irgendwelchen Leuten.
Da kann frau/man mal neidisch sein, mal
drauf sch...., mal fällts einem gar nicht auf.
Es gibt harmonische Familien, es gibt Streit, es gibt Leute, die wegen dem Streit auseinandergehen und solche, die
trotzdem zusammenbleiben.
Das ist halt so.
Ich würde Alleinerziehenden nie sagen, ach ihr armen Leut, was habt ihr für aaaarme Kinder.
Ich würde eher durchblicken lassen, wie
ich sie (auch) bewundere und ihre Leistungen anerkenne.
Ich würde auch durchschimmern lassen, daß ich neugierig bin, wie es denn dazu kam.
Ich muß bereit sein, von der Sicht und dem Schicksal anderer auch zu lernen.
Genauso kann ich von den Strategien und Geflechten von 'Familien' lernen.
Wenn ich bereit bin, in den anderen auch etwas von mir zu erfahren, dann habe ich die rechte Sicht.
MfG richie

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kenne ich auch

Antwort von max am 24.05.2004, 14:04 Uhr

Trennung ist aber schon ganz lange her. Hatte nur seitdem keine Beziehung mehr. Für mich ist Ehe, Mutter, Vater, Kind,..also "heile Familie" irgendwie spießig. Ich denke mir auch, man kann doch nicht über so viele Jahre glücklich sein und seinen Partner immer noch gleich lieben.
Dann denke ich auch, dass das nur der äußere Schein ist. Meine ehemals beste Freundin, da laufen die Wetten, wie lange die Ehe hält (sie wurde nach 1 Woche schwanger, ungewollt und haben geheiratet, seitdem hat sie sehr stark zugenommen). Irgendwie denke ich da auch, sie sind nur wegen dem Kind zusammen. Na ja, spätestens wenn er aus dem Haus ist haben sie sich nichts mehr zu sagen, meine Meinung.

Ich denke aber schon, dass es eher eine Form von Neid ist, um mich quasi selbst zu schützen und nicht vollends zu verzweifeln. Hätte nämlich natürlich schon gerne eine Beziehung (mit einem best. Mann *gg*).

Und komischerweise: die Eltern von Lisas besten Freunden, scheinen wirklich alle seit Jahren glücklich verheiratet zu sein, auch viele der Freunde. Ist für mich fast nicht zu glauben.

lg max

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Re: keine

Antwort von Inka1 am 24.05.2004, 14:39 Uhr

Hallo Rob,

sehe das genau wie Du, an einer Beziehung muß man arbeiten. Und ich bin auch der Meinung wenn man das will dann schafft man es auch Krisen zu bewältigen. Der Partner muß nur auch so fair sein und sagen wenn ihm was nicht paßt und sich nicht gleich was anderes suchen denn dann ist sowas meist hoffnungslos, wenn mal ein 3. im Spiel ist.

Ich finde es immer wieder verwunderlich aus welchen Gründen manche Leute eine Beziehung beenden und denke dann immer das sie einfach Beziehungsunfähig sind man kann nicht immer nur andere kritisieren sondern muß auch Kritik einstecken und versuchen an sich was zu ändern.

Eine Beziehung die "einfach nur so" bis in alle Ewigkeit glücklich ist, wird es wohl kaum geben. Aber durch Ehrlichkeit und viel miteinander reden kann man schon vieles meistern.

Manuela

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Heile Welt - gibts nicht! Trotzdem: Partnerschaft schon

Antwort von oh-schreck am 24.05.2004, 15:30 Uhr

Hallo Elisabeth,

ich glaube, dass es reiner Selbstschutz ist, was Du da beschreibst und insofern eine völlig normale Reaktion darstellt - um nicht zu sagen: Deine Selbstheilungskräfte scheinen ganz hervorragend zu funktionieren. Dazu: Herzlichen Glückwunsch! Ein bißchen Realismus kann außerdem auch nie schaden :-).

Ich denke, eine Beziehung kennt immer schlechte und gute Zeiten, ist keineswegs immer hochjauchzend und manchmal eben auch mehr als nur entnervend. Und wie immer gibt es ein breites Spektrum zwischen schwarz und weiss, zwischen der Superbeziehung und dem Scheidungspaar.

Aber Dir sei ein bißchen Gegrummle gegönnt - so ein illusionsfreier Blick von außen kann auch sehr erheiternd sein - und wer weiß? Vielleicht hilft er ja vor dem Sprung in die nächste Beziehung, die Du Dir momentan wahrscheinlich sowieso noch nicht vorstellen kannst. Ich nehme an, Du bist gerade eher damit beschäftigt, Dein Prachtexemplar hinauszukomplementieren als Dir ein Neues anzulachen - aber irgendwann, vielleicht - und dann kann es doch sehr hilfreich sein, wenn man nicht nur die heile Welt erwartet - denn die gibt es leider immer nur auf Raten - mal mehr, mal weniger - bei manchen leider gar nie - und die trennen sich dann zu Recht.

Und Partnerschaft besteht halt auch aus Macken, Problemen, Generve - aber nicht nur. Mein lieber Mann kann mich auch in 3 Sekunden auf die Palme bringen (leider bleibe ich da dann etwas länger oben und schmolle ausgiebig - was ihn wiederum zur Verzweiflung treibt), aber eben auch zum lachen, zum schmunzeln, kann mich trösten, steht im grauen Alltag verläßlich neben mir - und die Momente, wo ich ihn anschaue und glatt auf die Molukken wünsche (und er wahrscheinlcih mit Freuden gehen würde), sind zu guter letzt doch recht selten - aber natürlich gibts auch die. Thats life :-) - war jetzt sehr tiefsinnig, gell?

Eine der Vorrednerinnen nannte es "Memmen" - ich glaube nicht, dass die Welt aus leuter Memmen-Paaren besteht, die sich nicht eingestehen wollen und können, dass sie getrennt besser dran wären, sondern vielleicht sind das die Leute, die eine realisterische, reifere Einstellung zum Leben und Lieben entwickeln konnten.

Viele Grüße
Sabine

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Re: solo sein hat vorteile

Antwort von mamavonkira am 24.05.2004, 16:51 Uhr

also, nachdem mein freund de rückzieher gemacht hat, ich war im fünften monat, habe ich erstmal alle gehasst, die in einer beziehung waren.
inzwischen bin ich doch ganz glücklich alleine und wenn man genauer hinguckt, kriselt es doch eh überall.
keiner ist mit seiner beziehung einfach nur zufrieden.
aber kaum sind freunde oder bekannte dabei, tut man so, als wäre eitel sonnenschein.
da bin ich lieber solo und kann mich auf mein kind konzentrieren ohne mich noch um einen gestressten partner kümmern zu müssen.

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Re: solo sein hat vorteile

Antwort von Inka1 am 25.05.2004, 8:38 Uhr

Das sehe ich ganz und gar nicht so. Es gibt durchaus glückliche Ehen nur muß man was dafür tun und viele sind dazu nicht bereit und gehen lieber bei der kleinsten Kleinigkeit.

Manuela

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Re: heile Familie

Antwort von Pia Anna am 25.05.2004, 22:06 Uhr

Freue mich wenn ich eine gute Beziehung sehe, nach dem Motto: es gibts sie doch.
Glaube für mich selbst zwar nicht mehr daran. Aber ein oder zwei kenne ich.

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Re: heile Familie

Antwort von lucile am 26.05.2004, 8:17 Uhr

Hallo Pia-Anna

Stimme Dir zu:-).
Ich sehe zwei Kategorien funktionierender Beziehungen.

Die eine reduzieren sich darauf jeder eine Funktion zu haben und schaffen es daher seit längerem oder kürzerem sich gegenseitig als Paar zu achten.
Oftmals stecken diese Paare in Konstellationen, da abzusehen ist, dass nach dem "aus dem Haus gehen" der Kinder die ältere Generation eine Versorgtzuwerden-Rolle übernehmen wird.

Die andere funktioniert dergestalt, dass beide bereit sind sich auf das Leben des jeweils anderen einzulassen.
D.h. u.a. es gibt keine Freundschaften, die ausschliesslich vom einen oder anderen Part gepflegt werden. Was nicht heissen soll, dass man sie nur im Doppel erlebt. Sie sind durchaus eigenständig.
Aber sie sehen ihre Beziehung als Basis eines GEMEINSAMEN Lebens an und achten darauf auch mal eine Unternehmung mitzumachen, die einem selbst nicht so sehr am Herzen liegt.
Das ist selbstredend auf alle anderen Bereiche auszuweiten. Solche Beziehungen zeigen deutlich, dass der gegenseitige Respekt und Achtung vorhanden ist udn man sich aktiv darum bemüht.

... Von letzterer träume ich noch *smile*

Grüsse
Lucile

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Antwort an Rob (schweift vom Thema ab)

Antwort von Cynique am 26.05.2004, 22:34 Uhr

Stell dir vor, Rob, es gibt Väter, die WOLLEN nicht mit ihren Söhnen in Urlaub. Ich habe absolut nichts dagegen, im Gegenteil, ich würde es begrüßen. Ich mache auch immer wieder Vorschläge, was die beiden unternehmen könnten. Aber Julians Vater findet sogar mein Vorschlag, seinen Sohn ein Wochenende im Monat (Freitagabend bis Sonntag)bei sich zu haben abstrus. Das Kind schläft zwar an einem Abend unter der Woche bei seinem Dad, und auch mal am Wochenende, wenn ich mal weggehen will oder beruflich unterwegs bin. Das reicht, findet der Vater und weigert sich, sich auf einen festen Termin pro Monat festzulegen.
Gruß
Cy

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Antwort an Rob (schweift vom Thema ab)

Antwort von Cynique am 26.05.2004, 22:35 Uhr

Stell dir vor, Rob, es gibt Väter, die WOLLEN nicht mit ihren Söhnen in Urlaub. Ich habe absolut nichts dagegen, im Gegenteil, ich würde es begrüßen. Ich mache auch immer wieder Vorschläge, was die beiden unternehmen könnten. Aber Julians Vater findet sogar mein Vorschlag, seinen Sohn ein Wochenende im Monat (Freitagabend bis Sonntag)bei sich zu haben abstrus. Das Kind schläft zwar an einem Abend unter der Woche bei seinem Dad, und auch mal am Wochenende, wenn ich mal weggehen will oder beruflich unterwegs bin. Das reicht, findet der Vater und weigert sich, sich auf einen festen Termin pro Monat festzulegen.
Gruß
Cy

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