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Geschrieben von yola am 21.09.2005, 12:15 Uhr

Heikle Frage, die ich an Euch stellen möchte

Wer von Euch hat von seinem Ex-Partner, verbale, psychische und danach physische Gewalt erlebt?
Habt Ihr eine Eskalation feststellen können? Z.B. zuerst Beleidigungen, Entwürdigungen, usw. dann Möbel, die durch die Gegend fliegen und dann der erste 'Ausrutscher' körperlicher Gewalt?
Habt Ihr Angst gehabt? Habt ihr es kommen sehen? Welche Vermeidungsstrategien habt ihr benutzt und waren sie effizient?

Ich weiss, es ist eine äusserst heikle und intime Frage, sie treibt mich aber schon seit einiger Zeit um. Könnte verstehen, wenn ihr nicht darauf eingehen mögt.

LG

Yola

 
11 Antworten:

Re: Heikle Frage, die ich an Euch stellen möchte

Antwort von Suka73 am 21.09.2005, 12:46 Uhr

Yola, was ist bei Dir los??? Darf ich fragen warum Du fragst? Es ist doch hoffentlich nicht das, was ich denke?

Knuddel Dich.
LG Sue

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Re: Heikle Frage, die ich an Euch stellen möchte

Antwort von yola am 21.09.2005, 13:44 Uhr

Nee, keine Sorge,

nur diese Gerichtstermine bringen mich immer sehr zum Nachdenken. (Gestern bei der Berufung ist übrigens auf 5.10. vertagt worden und der KV war wiederum nicht erschienen, das nur am Rande) Warum wir auseinandergegangen sind und wie es überhaupt kommen konnte, dass wir in eine derartig verfahrene Situation geraten sind. Was ich vielleicht anders hätte machen können usw. usw. Ob ich zu früh gegangen bin. Ob ich wirklich hätte abwarten müssen, bis ich die erste Ohrfeige erwische bla, bla, bla... Aber ehrlich, keine Frau, die noch ganz bei Trost ist verlässt den Partner mit 5-monatigen Zwillingen und einem Hund, wenn der Leidensdruck nicht unerträglich geworden ist.

Ich merke jedesmal, bevor ich zum Gerichtssaal komme, dass ich richtig Angst davor habe, dass er jetzt vielleicht da sitzt und wie er reagieren wird. Und dann schimpf ich immer auf mich selbst, schliesslich bin ich ja eine gestandene Frau und kein junges Mädchen mehr.
Hatte auch oft Angst vor ihm, als wir noch zusammenlebten oder als er die Kinder hier besucht hat und bei uns im Haus übernachtet hat. Seine Wutanfälle, wann etwas nicht so läuft, wie er es sich wünscht sind schon sehr beeindruckend.

Na ja, das Thema treibt mich halt um...

Dank Dir für die Nachfrage, das ist wirklich sehr lieb.

Wie sieht's denn bei Dir aus? Was sagt Sohnemann? Immer noch ein kleines Temperamtbündel??? Ich fühle mit Dir *schiefesgrinsen*! Was die neue Liebe sagt frag ich jetzt nicht - ich hoffe, das bleibt für eine Weile erstmal Euer süsses Geheimnis.

LG

Yola

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Re: Heikle Frage, die ich an Euch stellen möchte

Antwort von Tina und Jordi am 21.09.2005, 14:00 Uhr

Hallo Yola,

ich kann nachvollziehen wie du dich fühlst.
Ich und mein Ex wohnen in der gleichen Kleinstadt, da bleibt es nicht aus das man sich mal über den weg läuft, nicht das ich angst hätte aber es ist doch schon ein kommisches gefühl.

Immerhin haben wir uns mal geliebt und daraus ist ein Leben entstanden!

Mitlerweile bette ich nur immer das der Kleine ihn nicht sieht! Hört sich doof an ich weiß aber was soll das?
dann sieht er seinen Papa und fragt dann auch wieder wieso er nicht mehr kommt! :-(

LG
Tina

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Re: Heikle Frage, die ich an Euch stellen möchte

Antwort von Aina am 21.09.2005, 15:56 Uhr

Hallo,

ich kann das leider nicht von mir aber von einer Freundin beschreiben. Sie hat sich von ihrem Lebnsgefährten getrennt. Er hatte/hat eine Geliebte, welche er 2500 Euro Unterhalt zahlt (wofür keine Ahnung). Da sie ihn nicht zurück wollte, wurde sie schwerst zusammen geschlagen (lag im KHs), Folge: Gehirnverletzung, Rippenbrüche, ... . Wieder entlassen, schmiß er ihr, als sie kurz ihre Firma aufsuchte einen Ascher an den Kopf (ging gerade noch mal gut, nur gestriffen, aber Gehirnerschütterung). Als es ihr soweit wieder gut ging, Fuhr ihr ein Auto hinten auf (inzwischen wissen wir, das es ein Freund ihres Ex war). Also wieder Schonung angesagt. Jetzt vor einer Woche wurde sie als Fußgänger von einem Auto angefahren, Fahrerflucht, zur Zeit noch im KHs. Also, mir stellt sich die Frage, wieviel Ärger ihr Ex noch will, die Firma meiner Freundin stellte schon Strafanzeige, weil von Ihrem Konto 20.000 Euro abgehoben wurde, mit einem gefälschtem Check (ausgestellt als sie im KHs war). Inzwischen nerft der Rx einfach nur noch, sie sucht auch eine neue Bleibe.

LG Aina

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Re: Heikle Frage, die ich an Euch stellen möchte

Antwort von Leena am 21.09.2005, 16:03 Uhr

Ist wirklich eine ziemlich heikle Frage, eine, die man sich selbst lieber gar nicht stellt... aber ich will versuchen, Dir zu antworten, soweit ich's kann... ist allerdings schon lange her bei mir, bald sieben Jahre.

Bei meinem Ex-Partner war es eigentlich so, dass es mit einfachen Kommentaren anfing, als irgendwelchen abwertenden Kommentaren, besonders wenn andere Leute dabei waren und er ein bisschen was getrunken hatte - musste gar nicht viel sein. Dann fing er halt an, mir vorzuhalten, was ihm alles an mir nicht passte, dass ich mich nicht genug um ihn bemühen würde, nicht genug aus mir machen würde, ich wäre so unweiblich, sollte doch wenigstens mal ein elegantes Kleid anziehen und mich schminken und so (mag ich gar nicht!), es gäbe genügend andere, die sich nach ihm die Finger lecken würde, da sollte ich mir mal lieber mehr Mühe geben, auch sexuell und so... Teilweise ist es dabei schon arg substantiell geworden, auch wenn ich versuchte, nicht weiter darauf zu reagieren, und ein paar Mal hat auch ein guter Freund von ihm eingegriffen und meinen Ex daraufhin gewiesen, dass er mich doch liebt, und wie sehr er von mir schwärmt, wenn ich nicht dabei wäre... (glaube ich ihm, aber davon hatte ich nicht wirklich etwas.)

Das Ganze hat sich dann immer mehr gesteigert, er wurde immer beleidigender etc. Es kam dann auch öfter vor, dass er - wenn ich nicht "gefügig" genug war - mit körperlichem Druck sich genommen hat, was er wollte, sexuell gesehen - um es mal so zu umschreiben. Geschlagen hat er mich nie, hätte er auch nicht, glaube ich (er hasste seinen Vater, weil er seine Mutter und die Kinder wohl öfter geschlagen hatte), aber blaue Flecke an den Oberarmen und den Schenkeln hatte ich oft, konnte öfter tagelang kaum sitzen usw.

Die Beziehung lief dann immer mehr schief, und er kam dann mit indirekten Drohungen - ich weiß nicht, wie oft er mir gesagt hat, sollte ich ihn je verlassen, würde er sich umbringen. Der Druck war da schon ziemlich arg... Als ich dann (gemeinsam geplant - wir hatten nach einer schweren Krise wieder eine "gute Zeit", die beste unserer Beziehung überhaupt - und wir waren fast 7 Jahren zusammen) schwanger war, wollte er mich zur Abtreibung bewegen (was ich nicht wollte), da kamen dann öfters Äußerungen, wie leicht so einem Baby etwas passieren könnte, wenn man es z.B. auf dem Arm hätte und sich zum Fenster herauslehnte...

Doch, ich habe wirklich Angst gehabt vor ihm, zum Schluss hätte ich ihm wirklich zugetraut, das Baby mit Absicht aus dem Fenster fallen zu lassen oder so etwas. Und ich hatte auch Angst, er würde sich wirklich umbringen, wenn ich ihn verlassen würde... Es wurde immer schlimmer und ich war irgendwann an dem Punkt, dass ich einfach nicht mehr konnte, ich hatte jede Nacht Alpträume, ertrug es nicht mehr, wenn er mich nur berührte, konnte nicht mehr allein mit ihm sein, ohne dass ich nur noch zitterte etc. Ich habe dann die Beziehung beendet - was er mir so übel genommen hat, dass noch heute (nach über 7 Jahren) weder mein Name noch der unseres Kindes in seiner Gegenwart erwähnt werden darf, ohne dass er ausrastet... (umgebracht hat er sich übrigens nicht). Später habe ich dann erfahren, dass es bei meiner Nachfolgerin bei ihm wohl öfters sehr üble Szenen gab, bei denen die Nachbarn die Polizei riefen, wegen lauten Geschreies, herumfliegender Möbel, wohl auch körperlicher Gewalt (wobei diese wohl eher von seiner Freundin ausging und er quasi "nur" darauf reagierte). Noch heute habe ich irgendwo Angst und Panik vor ihm. Allerdings muss ich auch sagen, dass er psychisch krank ist, und gerade bei akuten Schüben... Jedenfalls kann man da wohl vieles nicht an "normalen" Maßstäben messen.

Heute denke ich einerseits, ich hätte früher gehen müssen, aber auf der anderen Seite habe ich ihn auch geliebt, und ich musste erst "unglücklich genug" sein, um wirklich gehen zu können. Nach der Trennung war mir aber, als sei ich zum Tode verurteilt worden und hätte bereits auf dem Schafott gestanden und wäre im letzten Moment begnadigt worde... ich hatte seinetwegen jede Menge Schuldgefühle - aber zurückgehen wollte ich nie!

So gesehen - ja, ich habe Angst gehabt, ja, ich habe eine "Steigerung" feststellen können, kommen gesehen habe ich solche "Ausbrüche" manchmal schon, oft kamen sie auch aus komplett heiterem Himmel, zumindest für mich. Vermeidungsstrategien - nein, hatte ich nicht wirklich, allerdings habe ich versucht, mich nicht provozieren zu lassen, ob das geholfen hat - naja, zumindest sind zu meinen Zeiten keine Möbel gefolgen und es gab auch keine körperliche Gewalt (abgesehen vom sexuellen Bereich), und es wurde auch nie laut - anders als bei meiner Nachfolgerin, also so gesehen hat meine "Vermeidungsstrategie" vielleicht schon ein bisschen geholfen...

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Re: Heikle Frage, die ich an Euch stellen möchte

Antwort von Nurit am 21.09.2005, 17:33 Uhr

Ich habe am 2.9. im Partnerschaftsforum eine Beitrag mit dem Titel Ekel geschrieben. Dieser Mann hat mehrmals so die Behrrschung verloren, dass er rumbrüllte und ihm dabei der Geifer aus dem Mund spritzte-bei der kleinsten Kleinigkeit. Er schrie mich zum Schluss oft an; nie wusste man, was ihn wieder zum Austicken bringt und raste wie eine Furie auf mich zu . Einmal konnte ich mich rasch retten, indem ich auf die Terrase hinauslief und dann schrie er durch die ganze Gegend, dass ich eine kranke Sau wäre. Anlass: ich hatte nicht genug Kartoffeln gekocht. fünf Minuten später wälzte er sich auf dem Teppich und bat laut heulend um Verzeihung; steigerte sich da so rein, dass schließlich zuckend und sabbernd dalag. Mir wird jetzt noch schlecht, wenn ich nur daran denke. Ich bin ehrlich: ich hatte teilweise so ein diffuse Angst um mein Leben, weil er auch oft sagte, dass er nicht wisse, wozu er fähig wäre, wenn ich ihn verließe. Zum Schluss war ich so weit, dass ich es in Kauf genommen hätte, wenn er mich umgebracht hätte; Hauptsache es ist Schluss. Ab da hatte er seine Macht über mich verloren 8klingt doof, war aber so). Ich habe heute noch Probleme damit und das Gefühl, dass er eines Tages irgendwo lauert.

LG,
Kathrin

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Re: Heikle Frage, die ich an Euch stellen möchte

Antwort von Wartender Mond am 21.09.2005, 20:02 Uhr

Ja, ich erinnere mich auch nicht so gerne...

einige "Highlights": ein mal die Hand blutig gebissen, während ich im anderen Arm das 5 Wochen alte Baby hatte... ein mal versucht die Treppe runterzustossen verbunden mit wahnsinnigem Brüllen "Ich bring Dich um, Du blöde Sau"... Kopf gegen die Wand geschlagen und Lippe blutig geschlagen...

Kommen sehen? Wollte ich nicht. An dem Abend der schlimmsten Eskalation (war unser Jahrestag) hatte ich sogar auf etwas Romantik gehofft, ich arme Irre.

Angst? Ja, vor allem bei dem Ding auf der Treppe hab ich gedacht "So also ist es, das ist mein Ende, jetzt sterbe ich"

Vermeidungsstrategien? Ich kann mich erinnern, dass ich abends vor dem Fernseher am Sofa versucht habe, nicht allzu laut zu schnaufen, damit es ihn nicht provoziert.

Ist echt übel, oder? Wie in einem schlechten Film. Leider fehlt einem die Kraft, wenn man selbst drinsteckt. Je schlimmer die Demütigungen werden (ja, es steigert sich!) desto weniger Selbstvertrauen ist noch da, um sich zu einer Trennung durchzuringen.

Folgen: Noch Jahre danach Schlafstörungen, Alpträume und schreiend aus dem Schlaf schrecken. (Man nennt das posttraumatische Belastungsstörung.)

Möchte ich nie nie nie mehr erleben. Leider hab ich ihn nie angezeigt. Das bereue ich heute mit am meisten. Solltest Du Dich irgendwie in einer vergleichbaren Lage befinden, ZEIGE IHN AN UND DECKE IHN NICHT AUCH NOCH!!!!

Liebe Grüße,

WM

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Re: Heikle Frage, die ich an Euch stellen möchte

Antwort von Allly am 22.09.2005, 8:17 Uhr

Persönlich habe ich keine Gewalt erfahren, dafür habe ich ihn zu früh verlassen. Aber nachdem ich gesehen habe, wir es seine Mutter mißhandelt hat und dabei eine Tür eingetreten hat, verlor ich jeden Respekt und jedes bischen Liebe für ihn. Auf einen Schlag.

Es gibt aber an ihm auch eine subtile Art von Grausamkeit, die nicht körperlich ist. So hebt er das Kind noch höher, wenn es sagt: Ich will runter. Und er lacht sie aus wenn sie weint. Jetzt ist sie groß und geht gut damit um. Vati ist halt dumm, sagt sie. Aber bis sie sechs Jahre alt war, habe ich sie nicht allein mit ihm gelassen.

LG Ally.

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Re: Heikle Frage, die ich an Euch stellen möchte

Antwort von Elisabeth mit Fumi & Temi am 22.09.2005, 11:39 Uhr

Hallo Christiane,

ich weiß jetzt nicht so genau, wo Deine Frage hinzielt.

Ich habe verbale und psychische Gewalt von meinem Ex erlebt. Aber ich war und bin immer noch der festen Überzeugung, daß er NIEMALS körperliche Gewalt angewendet hätte. Er ist kein Engel, aber das ist nicht sein Stil.

Er wurde einmal von Nazis auf der Straße zusammengeschlagen. Gut, die waren zu zweit, und er ist eher schmächtig, aber er hat sich kaum körperlich gewehrt. Er ist einfach kein "körperlicher" Mensch.

Ich muß zu meiner Schande gestehen, daß der körperliche Teil unserer Auseinandersetzungen eher von mir ausging. Geschlagen habe ich ihn nie, aber einmal habe ich ihn geschubst, und zwei oder drei Mal habe ich ein gerade zufällig ein meiner Hand befindliches Glas Wasser (einmal war es sogar Wein) in sein Gesicht geschüttet. Nein, ich bin nicht stolz darauf, aber aus seiner Reaktion meine ich zu lesen, daß er keine körperliche Gewalt ausgeübt hätte.

Wenn also die Frage hinter der Frage ist: Wird aus verbaler/psychischer Gewalt zwnagsläufig auch körperliche Gewalt? - Dann muß ich diese Frage aus meiner Erfahrung heraus verneinen.

Allerdings habe ich gemerkt, daß psychische Gewalt genauso schlimm sein kann, wie körperliche. Ich bin quasi nur noch mit eingezogenem Kopf durch die Welt gelaufen. Ja, ich hatte auch Vermeidungsstrategien. Zum Beispiel habe ich ein Jahr lang im Elternbeirat mitgemacht, obwohl er das nicht wollte - ich habe es ihm einfach nicht erzählt. Er hat sich nur gewundert, warum im KiGa so viele Elternabende stattfinden. Als er mir eine Affäre mit unserem Pfarrer (!!) unterstellte, bin ich aus dem Pfarrgemeinderat ausgetreten. Und bei der Scheidung hieß es plötzlich: Aber das hast Du doch freiwillig gemacht. Na ja, da sind die Grenzen zwischen freiwillig und vorauseilendem Gehorsam sicher fließend.....

Ich habe eine ganz eigene Theorie was das Thema "gestandene Frauen" und "abusive men" angeht. Wobei ich ehrlich sagen muß, daß ich dabei von mir selber ausgehe ;-).

Ich bin die Älteste von 3 - na ja 4 Schwestern. Ich habe mit 6 Jahren schon auf meine beiden jüngeren Schwestern aufgepaßt (die 4. kam erst später dazu - aber das isteine andere Geschichte). Ich mußte immer die brave, vernünftige Große sein. Und ich habe immer alles so gemacht, wie es erwartet wurde. Meine größte Rebellion während der Pubertät war, daß ich anfing zu rauchen, und da war ich schon 16.

Ich entsprach irgendwann dem Bild, das alle von mir hatten: Stark, vernünftig, selbstbewußt, kontrolliert. Aber tief innen hatte ich ständig das Gefühl, ich wäre ganz anders: Schwach, dumm, unsicher.

Dann kam ein Mann, der meine Schwäche ausgleichen wollte. Der mich mochte, wenn ich schwach und unsicher war. Ich dachte: Endlich mal jemand, der mich so akzeptiert, wie ich wirklich bin. In Wirklichkeit wollte er mich schwach haben, damit er selber stark wirkte, er war und ist nämlich tief drinnen tausendmal schwächer als ich. Nach außen hin - im Büro, bei Freunden, bei meinen Eltern - war ich weiterhin die Starke.

Aber als das offenbar wurde, daß er seine Stärke nur aus meiner vermeintlichen Schwäche zog, wurde es schwer für uns. Ich wurde stärker, weil ich sah, daß er auf mich angewiesen ist und ich nicht auf ihn. Aber das ging ja gar nicht, denn mit meiner wachsenden Stärke schwand im Gegenzug sein - und dann mußte er aggressiv werden, um mich klein zu halten. Dazu braucht es keine körperliche Aggression. Mein Ex hat z.B. immer, wenn wir uns irgendwo in der Wohnung über den Weg liefen, ganz leise "Arschloch" gesagt - nicht zu mir, mehr so nach links unten in Richtung Fußboden. Das klingt vielleicht doof, aber das war FÜRCHTERLICH!!! Ich habe mich kaum noch auf den Flur getraut. Das ist auch Aggression, und kann genauso schlimm sein, wie ein Schlag ins Gesicht.

So, ich habe einen Roman geschrieben und wurde 10 Mal unterbrochen, daher ist es sicher wieder etwas wirr. Aber ich muß jetzt weg und schick das einfach mal so ab.

Lieben Gruß,
Elisabeth.

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Re: Heikle Frage, die ich an Euch stellen möchte

Antwort von *berni* am 22.09.2005, 13:29 Uhr

Hallo! Ich kann gut verstehen, daß dir dabei nicht ganz wohl ist. Ich hatte meinen Ex 6 Monate nach Auszug (Sohn war damals 9Monat) wieder getroffen, um ihn zu informieren, daß ich mich scheiden lassen möchte. Er hatte damals zu mir gesagt, wenn ich das mache, bringt er mich um, und wenn ich das alleinige Sorgerecht beantrage, dann erschießt er mich. Dann ist der Kleine bei ihm, denn Mami ist nicht mehr da *grins*!
Ich hatte danach sehr lange Angst, hab mir "Fluchtpläne" ausgemahlen, wenn er mir auf der Straße begegnet. Immerhin besitzt er einige Waffen (LEGAL!Dank der Regierung)
Letztendlich bin ich doch geschieden und ich habe das Glück, daß wir 60km entfernt voneinander wohnen. Ich lasse ihn wo es geht in Ruhe, damit er sich nicht an mir aufreiben kann, verlange kein Geld, bin nett und freundlich aber distanziert wenn wir uns sehen (Gericht hat Umgangsrecht für den Kleinen eingeräumt). Ich komme wieder ganz gut zurecht mit meinem Ex, bin aber weiter vorsichtig. Angst kann man es nicht mehr nennen, aber eben vorsichtig. Inzwischen verstehen wir und sogar recht gut, können auch gemeinsam über MEINEN SOhn lachen.
Besonders heikel war es zwischendurch wieder, wo ich meinen neuen Partner kennengelernt habe.
Letztendlich war es "nur" eine lehre Drohung, auf die leichte Schulter nehmen würde ich sowas aber trotsdem nicht!

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@all, die hier geantwortet haben

Antwort von Yola am 23.09.2005, 9:56 Uhr

Ich möchte Euch danken, für Eure ehrlichen und z.T. erschütternden Antworten. Einiges ist mir klar geworden (z.B. warum ich so oft Alpträume habe, dass mich jemand verfolgt und ermorden will - dachte immer, es liegt daran, dass ich etwas nervös gestrickt bin), vieles hat mich in meinem Eindruck bestätigt und auch nachdenklich gemacht und vor allem berührt.

LG

Yola

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