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Geschrieben von bettina72 am 22.08.2005, 21:59 Uhr

besser 'schlechter Vater' als 'kein Vater'? (ziemlich lang)

Erstmal:Hallo, ich bin neu hier! :-)
Ich bin froh, diese Seite entdeckt zu haben, aber inzwischen bin ich auch sehr verunsichert, was das Thema 'alleinerziehend' angeht.

Erstmal unser Umfeld:
Ich lebe mit meiner Tochter (18 Monate) alleine. Eigentlich ist es sehr schön und wir zwei kommen bisher super miteinander aus.
Doch die einzigste Person, die meine Tochter regelmäßig sieht, ist meine Mutter. Selbst zu meinem Vater und meinem Bruder habe ich kaum einen Bezug.
Leider habe ich auch ansonsten sehr wenige Kontakte und es fällt mir auch sehr schwer, neue zu suchen (deswegen nutze ich aber wegen der Kleinen Angebote wie Krabbelgruppe, Kinderkurse der Musikschule). Aber das ist ein Problem, dass ich mittlerweile mit therapeutische Unterstützung angehe, es soll also nur als Hintergrundinformation dienen.

Es geht um den Vater, zu dem keinerlei Kontakt besteht.
Trägt ein Kind wirklich solche enormen Schäden davon, wenn es im Kleinkindalter ohne männliche Bezugsperson aufwächst? Oder kann meine Tochter später trotzdem ein glückliches Leben führen? (wenn man hier manche Beiträge liest, geht man davon aus, dass dies nicht möglich ist).

Von vorne:
Die Beziehung zwischen ihrem Vater und mir bestand hauptsächlich aus Trennung, doch weil ich mir eben eine intakte Familie wünschte und auch der Meinung war, der Vater sei wichtig, bin ich immer wieder zurückgegangen.
Einige Monate vor der Geburt hatte ich dann einen Schlussstrich gezogen, aber ich bot ihm trotzdem an mit zu den Untersuchungen zu gehen und bei der Geburt dabei zu sein. Das machte er auch.
Danach war ich 3 Wochen im Krankenhaus und in dieser Zeit war er jeden Tag stundenlang da und kümmerte und versorgte seine Tochter.
Als wir zu Hause waren, lief auch alles gut und wir probierten sogar nochmal die Beziehung zu kitten, doch leider musste ich feststellen, dass dieser Mann keinen Wert darauf legte, sich zu ändern: er log wegen jeder Kleinigkeit, wollte keine Verantwortung übernehmen (noch nicht mal in Form von Entscheidungen darüber, was das Kind zu essen bekommt!), er klaute bei Freunden und Bekannten (auch im Krankenhaus bei meiner Zimmernachbarin) und irgendwann kam natürlich der grosse Knall und ich schmiss ihn raus.
Zuerst wollte ich nur vorübergehend keinen Kontakt, denn schließlich sind Väter doch wichtig!!, um erstmal zur Ruhe kommen. Das wusste er auch.
Das war Anfang November'05.
Weihnachten 05 bin ich davon ausgegangen, dass er seine Tochter besucht. Fehlanzeige.
Im Februar war ihr erster Geburtstag: auch nichts. Auch von seiner Familie nicht, obwohl diese, nach mehreren Versuchen von mir, zugesagt hatten den Kontakt zu halten.
Es meldete sich also niemand die ganze Zeit, doch der Hammer war dann, als ich eine Bekannte traf, die mir erzählte, wie sehr er doch litt und er versuche doch jeden Tag mich anzurufen um seine Kleine zu sehen und warum ich denn immer wieder auflegen würde? HÄÄÄÄÄhhhhh????????
Ich schwöre bei allem, was mir wichtig ist, dass dieser Mensch nicht einmal den Kontakt gesucht hat und das wird er auch nicht, nachdem er sich geweigert hat seine Schulden bei mir zu begleichen. So gut kenne ich ihn.
Vielleicht sollte noch erwähnt werden, dass er noch zwei Kinder hat im Alter von 18 und 23 Jahren, die er seit 13 Jahren nicht mehr gesehen hat. Angeblich habe die Mutter sie ihm entfremdet und Lügen über ihn erzählt.
Fängt aber nicht jedes Kind irgendwann an, selber nach der Wahrheit zu suchen? Warum hassen diese Kinder ihn so abgrundtief? (Dass weiß ich aus SMSs, die er von ihnen erhalten hat).

Soll ich wirklich alles daran setzen, damit mein Kind Kontakt zu diesem Menschen hat?
Ein Vater, der auch sie belügen wird? Auf den sie sich nicht verlassen könne wird, weil er keine Entscheidungen treffen kann und sich nicht an Zusagen hält, bei niemandem?
Jemand, der den Kontakt aufgeben wird, sobald sich in der Umgebung des Kindes die Stimmung gegen ihn richten könnte, auch wenn dies nur in seiner Fantasie passiert?
Wird meine Tochter nicht durch die Enttäuschungen durch ihren Vater schwere Schäden davon tragen, als wenn sie ohne ihn aufwächst?

Wie denkt ihr darüber oder was für Erfahrungen habt ihr gemacht?

Jetzt schon mal Danke für eure Antworten !

 
14 Antworten:

Re: besser 'schlechter Vater' als 'kein Vater'? (ziemlich lang)

Antwort von max am 22.08.2005, 22:33 Uhr

hm...schwierig...
ich würde ihm wohl sicher nicht nachlaufen.
Ich würde in deinem Fall wohl meiner Tochter immer wieder auch vom Papa erzählen und Fotos herzeigen. Auf Fragen auch ehrlich und kindgerecht antworten (z.b. weiß nicht warum er nicht kommt). Irgendwann wird sie von selbst den Kontakt suchen. Den würde ich ihr dann auch nicht verwehren. Schließlich muss sie sich selbst ein Bild von ihm machen. Ich würde nie schlecht über ihn reden in ihrer Gegenwart. Aber eben auch nichts beschönigen oder ihn in Schutz nehmen.

Und viell. zeigt er ja doch irgendwann Interesse. Zu hoffen wäre es für die Kleine.

lg max

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Versuch einer Antwort

Antwort von Rob am 23.08.2005, 0:25 Uhr

Hallo Bettina,
ein Grund (keine Entschuldigung) des Verhaltens deines KV kann darin liegen, das die ganze Situation ihn stark verunsichert. Ich schließe aus den Nick dass du 33 bist, er wir etwa gleichaltig sein. Frauen ab 30 wissen das die biologische Uhr tickt, nicht wenige Männer in diesem Alter haben (mich selbst eingeschlossen) mit Kinder noch nicht viel am Hut.
Du hast versucht eine Beziehung zu kitten, in der er sich wahrscheinlich eingeengt fühlte. Das konnte nicht gut gehen.
Aber trotzdem sollte er seiner Tochter einen Vater sein, das eine hat mit dem andere nicht direkt etwas zu tun.
Zu zweit wird ihr das nicht hinbekommen. Versuche mit ihm einen Termin bei Caritas oder eine ähnliche Institution zu bekommen, die können euch beraten wie ihr es schafft.
Gruß, Rob

PS: Kinder die ohne Vater aufwachsen haben ein gößeres Risiko psychisch Krank, Straffällig oder (Mädchen) schon früh schwanger zu werden. Das haben Studien eindeutig belegt.

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Re: Versuch einer Antwort - "Studien"

Antwort von harmony_ am 23.08.2005, 0:34 Uhr

Hi Rob,

mich interessiert das: hast du irgendwelche Quellen fuer diese Aussagen Moechte es gerne im Originalzusammenhang lesen.

Harmony, die sich auch Gedanken um die maennlichen Bezugspersonen ihres Sohnes macht

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Re: Studien

Antwort von Rob am 23.08.2005, 0:48 Uhr

Hi Harmony,
so aus dem FF nicht, muss ich mal suchen!
Gruß, Rob

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Studien. Ein Link dazu.

Antwort von Rob am 23.08.2005, 1:50 Uhr

Hi Harmony, leider nur auf Englisch:

http://www.ojp.usdoj.gov/reentry/responsible.html

Wenn ich dazu komme, werde ich morgen noch etwas auf Deutsch 'reinstellen.
Gruß, Rob

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Re: besser 'schlechter Vater' als 'kein Vater'? (ziemlich lang)

Antwort von yola am 23.08.2005, 10:52 Uhr

Hallo Bettina,
es ist ein schwieriges Thema von dem einige hier betroffen sind, unter anderem auch ich.
Natürlich macht man sich Sorgen, ob die Kinder glücklich aufwachsen, wenn sie keinen Kontakt zum Papa haben. Aber ich bin mittlerweile soweit, dass ich mir sage, dass es nicht meine Pflicht ist, dem Vater hinterherzulaufen, wenn er sich nicht für seine Kinder interessiert. Hatte den Fall letzte Woche als einer unser beiden Zwillingsjungs (eineiig) so unglücklich gestolpert ist, dass er im Gesicht genäht werden musste. Der Vater hat mit das Telefon eingehängt, als ich ihm berichten wollte (Details im Beitrag:Herz aus Stein).
Sie sind jetzt 20 Monate alt und nennen jeden Mann Papa oder Opa und ich versuche ihnen dann zu erklären, das auf dem Foto ist Euer Papa und das andere sind Onkels oder Papas von anderen Kindern. Das ist auch OK für sie. Den beiden geht es prächtig. Sie entwickeln sich gut, sind guter Dinge, gesund, aufgeschlossen, temperamentvoll und ganz 'normal' obwohl wir seit ihrem 5. Lebensmonat vom Papa getrennt leben. Ich habe beschlossen, ich lasse die Dinge jetzt auf mich zukommen. Wenn der Papa sich meldet und die Kinder sehen will, kann er dies jederzeit tun, auch die Oma väterlicherseits, die ich dann sogar noch unterbringen und verköstigen und hinten und vorne bedienen muss (bei 40-st. Arbeitswoche). Aber sie gehören nun mal auch zur Familie der Jungs.
Ansonsten kann ich Dir etwas ganz Süsses und Aufbauendes berichten: Die Jungs haben leider auch keinen Opa mehr, 'nur' meinen Bruder als Onkel, zu dem kein grossartiger Kontakt besteht, der sich bis jetzt eher wohlwollend zurückhaltend verhalten hat. Gestern nun haben sich die beiden Kleinen ihren Onkel 'Nanno' (Original: Jeannot) richtiggehend geschnappt, sich an ihn gedrückt und mit ihm gekuschelt. Und da konnte auch Nanno nicht mehr brummelnd von dannen ziehen, sondern hat sich gerührt mit den beiden Burschen geknuddelt.
Wie Du siehst, die Kinder haben ihre eigene Weisheit und holen sich das, was sie brauchen. In einer Situation wie der unsrigen muss man einfach sein Allerbestes tun, um sie so 'gut' wie möglich zu gestalten, aber wie heisst es so schön auf Französisch: 'A l'impossible nul n'est tenu.' Es kann von niemandem das Unmögliche verlangt werden. Und da muss man dann halt vertrauen, dass auch ein Teil sich schon richten wird.
Ich glaube, uns liegt allen das Wohl unserer Kinder sehr am Herzen und wir tun unser Bestes und springen oft über unseren Schatten und ignorieren eigene Bedürfnisse, damit es ihnen gut geht. Und mehr kann man glaube ich, nicht verlangen. Auch alleinerziehende Mütter sind nur Menschen.

LG

Yola

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Re: Versuch einer Antwort

Antwort von bettina72 am 23.08.2005, 12:14 Uhr

Hallo Rob!

Hier weitere Einzelheiten über den KV: er ist mittlerweile 45, geschieden, hat wie gesagt 2 erwachsene Kinder, von ihm ging die Entscheidung aus, die Verhütung abzusetzen, er war der klammernde Teil in der Beziehung. Die meisten Probleme hatten wir dadurch, dass ich zwischendurch auch mal wieder in meiner Wohnung schlafen wollte, womit er leider nicht klar kam.
Wenn wir nicht zusammen waren, sollte ich am Besten in seiner Wohnung auf ihn warten und er rief mich in jeder freien Minute an, angeblich nur um meine Stimme zu hören.
Also trifft dein Bild von ihm nicht zu.

Auch ist mir klar, dass unsere Probleme nichts mit unserer Tochter zu tun haben, deswegen hatte ich ihn ja auch weiterhin mit einbezogen (Schwangerschaft, Geburt).
Auch wollte ich nicht, dass gar kein Kontakt mehr besteht, es war nur erstmal Abstand nötig. Doch ist es jetzt so, dass er sich gar nicht mehr meldet, hat auch seien Nummer geändert, und statt sich um seine Tochter zu kümmern, erzählt er Lügen, um in der Öffentlichkeit als Opfer da zu stehen.

Soll ich also so einem Vater hinterher rennen? Wie schon gesagt, ich bin mir zu 98% sicher, dass er mit dieser Tochter genauso umgehen wird, wie mit den anderen beiden. Er wird sie, sollte er irgendwann doch mal den Kontakt suchen, bei der nächsten Gelegenheit (das kann ein böser Blick, ein neuer Partner oder auch nur sein Haarausfall sein) sie wieder alleine lassen und sich nicht mehr melden.

Soll ich das meiner Tochter antun?
Als er das das letzte Mal getan hat, war sie 9 Monate alt und ich denke, sie wird sich daran wohl nicht weiter erinnern. Zu dieser Zeit hatte sie auch noch zu anderen Menschen Kontakt und er war auch nur ein seltener Besucher.

Mich interessiert aber jetzt vorallem, wie kann ich ihr helfen, damit sie dadurch eben später keine psychischen Störungen haben wird? Steht davon auch was in diesen Studien?
Oder hat jemand anderes Vorschläge, wie ich meiner Tochter helfen kann?

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Re: @max

Antwort von bettina72 am 23.08.2005, 12:24 Uhr

Hallo Max!

Das will ich auch machen.
Es gibt ein Fotoalbum, dass ich mal für ihn angelegt hatte, darin sind Fotos von uns, unseren Erlebnissen und alle Ultraschallbilder samt Schwangerschaftstest. Dieses Buch führe ich jetzt für meine Tochter weiter und werde ihr auch von ihm erzählen, wobei ich natürlich unsere Schwierigkeiten nicht weiter ausbreiten werde, damit hat sie schließlich nichts zu tun.
Auch hoffe ich für sie, dass er sich irgendwann um sie kümmert. Je früher, desto besser. Für mich ist das Kapitel Beziehung abgeschlossen, mich ärgern nur noch seine Lügen.
Aber was mache ich, wenn es keinen Kontakt geben wird?
Wie kann ich den negativen Auswirkungen entgegen gehen?
Aber Danke schön für deinen konstruktiven Rat. Es hilft mir echt schon, dass ich das mal loswerden kann und es doch Leute gibt, die mir mal Ratschläge geben.
Das ist was, was ich bei diesem allein erziehen vermisse: keiner da, der einem auch mal andere Perspektiven aufzeigt.

Liebe Grüße auch an Dich

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Re: Versuch einer Antwort

Antwort von Rob am 23.08.2005, 13:00 Uhr

Hallo bettina,
den letzten Absatz in dein Originalpost habe ich wohl übersehen...
Zwei Sachen jeoch verstehe ich nicgt ganz: du schreibst, du wolltest eine intakte Familie und bist immer wieder zu ihm zurückgegangen. Das verträgt sich aber nicht mit dem Wunsch, die eigene Wohnung beizubehalten und dort auch immer mal wieder zu übernachten.
Er war der klammernde Part. Und du? Bist immer wieder aus der Umklammerung hinausgeschlüpft? Das verstärkt noch mehr den Verlustangst des Klammerers.
Zu den großen Töchtern: Leider gibt es tatsächlich Mütter (und leider nicht so selten...) die mit irgendwelche Begründungen den Vater vom Kind fernhalten, oder zumindest so weit das keine richtige Bindung entstehen kann.
Und wie geht es weiter? Du hast ihn 'rausgeschmissen, du hast den Kontakt abgebrochen. Er hat wahrscheinlich einfach keine Lust mehr, noch 'ne Frau hinterherzurennen, nochmals ein Kind nur mal ab und zu sehen zu dürfen wenn es der Mama passt.
Seine Fehler hat er mit Sicherheit auch. Aber die hat jeder Mensch.
Wie schon gesagt, da gibt es schon Risiken.
Als Alleinerziehender Elternteil hast du die Pflicht die Beziehung des Kindes zum anderen Elternteil nicht nur zuzulassen sondern auch zu fördern. So stehts im Gesetz und das nicht ohne Grund.
Gruß, Rob

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@bettina72

Antwort von max am 23.08.2005, 14:01 Uhr

Hi!
Schön dass ich dir weiterhelfen konnte. Wie es sich auf sie auswirken wird wird dir niemand vorhersagen können. Mein 1. Freund hatte keinen Kontakt zum Vater seit Scheidung seiner Eltern. Der Vater wollte nach Jahren von Nicht-Kontakt mal ein Treffen, aber mein Ex wollte nicht. Er sagte, er hätte kein Interesse an seinem Vater. Kann ich auch verstehen.

Klar, ist nicht leicht, aber man kann Umgang schließlich nicht erzwingen. Wichtig würde ich nur finden, dass es eine andere männl. Bezugsperson für deine Tochter gibt. Viell. ein (platonischer) Freund von dir, der Mann/Freund einer Freundin, Kindergärtner,...

Wirst sehen, dann klappt das schon!

lg max

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Re: besser 'schlechter Vater' als 'kein Vater'? (ziemlich lang)

Antwort von Elisabeth mit Fumi & Temi am 23.08.2005, 16:25 Uhr

Das hast Du sehr schön geschrieben, Yola!

Mein Grundsatz ist ähnlich: Es ist NICHT meine Entscheidung, ob die Kinder ihren Vater sehen dürfen oder nicht. Es ist SEINE Entscheidung und irgendwann - wenn sie größer sind - auch ihre. Meine Aufgabe ist lediglich, den Kontakt zu ermöglichen und zu fördern. Dazu gehört aber nicht, ihn auf der Welt zu suchen und zu seinen Kindern zu tragen. Er müßte sich schon zumindest in eine Stadt begeben, die ich erreichen kann, ohne tagelang unterwegs zu sein *grins*.

Was dann wird, liegt in Gottes Hand. Natürlich gibt es gewisse Wahrscheinlichkeiten (wie in Robs Studien geschildert). Aber es gibt auch Studien, die ähnliche negative Auswirkungen auf fremdbetreute Kinder attestieren. Trotzdem wurden meine Kinder mit 15 bzw. 6 Monaten in eine Krippe gegeben. Erstens gibt es auch Studien, die zu anderen Ergebnissen kommen, zweitens war es eh nicht zu ändern, und drittens "versaut" nicht ein einziger Faktor eine ganze Kindheit. Möglicherweise gibt es eine erhöhte Wahrscheinlichkeit für gewisse Gefährdungen, aber es gibt keinen zwangsläufigen Zusammenhang zwischen fehlendem Vater und Teenagerschwangerschaften. Soll (überspitzt) heißen: Nicht JEDES Mädchen, das ohne Vater aufwächst, wird mit 12 schwanger.

Ich gebe mein Bestes. Ob es reicht, wird die Zeit zeigen. Der Vater gibt wahrscheinlich auch sein Bestes. Ich vermute, die Väter, die sich nicht kümmern, KÖNNEN gar nicht anders. Zumindest bei meinem Ex ist das wohl so. Ich kann es nicht ändern, so schade das auch ist. Ich kann nur die Folgen abfedern.

Und ich werde NIE NIE NIE den Umgang in irgendeiner Art und Weise verbieten oder verhindern. Es wird sicher das Schwerste, was ich zu leisten habe, aber wenn der Vater seinen Kindern das Herz bricht, kann ich nur ihre Tränen trocknen. Ich werde sie vor dieser Trauer und Enttäuschung nicht bewahren können. Auch nicht durch Unterbinden des Umgangs. Die Gefahr ist eher, daß diese Enttäuschung bei mir landet, wenn ich versuche, sie zu schützen. Und dann haben sie gar keinen mehr......

Temi klammert sich derzeit ganz eng an den Vater von Fumis Freundin. Der ist ein ganz lieber, und für mich ist es Okay.

Liebe Grüße,
Elisabeth.

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@Yola

Antwort von bettina72 am 23.08.2005, 22:50 Uhr

oh Yola, Du kannst Dir nicht vorstellen, was Deine Antwort bei mir ausgelöst hat!!
Ich habe erst mal richtig kräftig angefangen zu heulen. Das waren wohl die Angst, Verzweiflung und Ratlosigkeit, die da raus mussten :-)

Es ist das erste Mal, dass ich mich überhaupt über dieses Thema auslasse (deswegen wohl auch die langen Antworten), und obwohl mir klar war, dass ich nicht die einzigste in dieser Situation bin, ist es doch was anderes, die Erlebnisse von anderen zu hören!
In letzter Zeit hatte ich soviel darüber gelesen, welche 'Schäden' ein fehlender Vater verursachen kann, dass ich schon richtig Angst um mein Kind hatte.
Doch jetzt: Du hast Recht!
Ich habe versucht, dem KV den Kontakt zu ermöglichen, mehrfach und ebenso seiner Familie, aber ich kann sie nicht zwingen.
Meine Aufgabe ist jetzt meine Tochter zu fördern, wo ich kann, eben ohne Vater!
Nach deinem Text ist mir aber noch was klar geworden: ich muss jetzt anfangen, ihr die Fotos ihres Papas zu zeigen und ihr von ihm zu erzählen und nicht erst wenn sie älter ist und nachfragt!

Vielen vielen Dank!!!
Du hast mir nur durch deine Erzählung den Kopf zurecht gerückt und wieder Mut gemacht.
Dafür drück ich Dich und deine Jungs ganz fest (unbekannterweise) und wünsch euch eine tolle und glückliche Zukunft!

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@Rob

Antwort von bettina72 am 23.08.2005, 23:20 Uhr

1. intakte Familie bedeutet nicht, sich einsperren zu lassen, und man muss dafür auch nicht zusammen wohnen (vorallem nicht, wenn es sich um eine 30 m² Whg. handelt)
Wo ist das nötige Vertrauen, wenn ich nicht mal alleine nach Hause darf?

2. ist es mir klar, dass es Mütter gibt, die den Kindern Lügen über den Vater erzählen, aber ich denke auch, dass ein Kind, das im Alter von 10 Jahren vom Vater getrennt wird, das Warum und Wieso irgendwann selber rausfinden will.

3. konnte er sein Kind jederzeit, jeden Tag sehen, aber zum Schluß haben wir uns nur noch angeschrien und gestritten (da waren wir bereits kein Paar mehr), auch vor dem Kind und so konnte das nicht weitergehen, deshalb war der Abstand nötig. Er wußte aber von vornerein, dass es sich dabei um eine Dauer von ca. 1 Monat handelte. So war es ausgemacht.

4. Frage an Dich: mal alles andere weggelassen, warum erzählt er die Lügen, ich würde jeden Kontaktversuch von seiner Seite abbrechen, wenn es diese gar nicht gibt?
Warum stellt er sich als leidender Vater hin, der angeblich alles versucht, wenn er in Wirklichkeit nichts macht??

Natürlich hat jeder seine Fehler, ich eingeschlossen, aber dieser Mensch ist schlichtweg charakterlos.

Ich habe mehrfach versucht, ihn in das Leben seines Kindes miteinzubeziehen, aber ich kann ihn nicht zwingen, wenn ER seiner PFLICHT nach dem Gesetz nicht nachkommen will.

Meine Gedanken gelten jetzt nur noch dem Glück meiner Tochter ohne diesen Vater, solange er sich nicht um sie bemüht.
Ich habe nun nicht mehr die Befürchtung, dass sie deswegen schwer geschädigt ins Leben gehen wird.

Ins diesem Sinne wünsche ich eine gute Nacht und süsse Träume für all die kleinen Mäuschen da draussen. Passt gut auf sie auf!

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@Elisabeth mit Fumi & Temi

Antwort von bettina72 am 23.08.2005, 23:25 Uhr

Du hast so Recht!

Leider hatte ich mich durch andere verunsichern lassen, aber nun weiß ich wieder wo's lang geht!
Sollte er sich melden, gut.
Wenn nicht, werde ich es ihr so gut wie möglich erklären und für sie da sein, wenn sie traurig ist.

DANKE DANKE DANKE

für deine Unterstützung und alles Liebe für euch!

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