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Eine neue Impfstoffgeneration

Eine neue Impfstoffgeneration

Konjugat-Impfstoffe bieten mehr Schutz

Bereits vor mehr als 10 Jahren begann die neue Entwicklung der Konjugat-Impfstoffe am Modell des Haemophilus influenza Typ b - Konjugat-Impfstoffes (HIB).

Die Zahl der invasiven Haemophilus influenzae-Infektionen konnte durch die HIB-Impfung in Deutschland binnen 10 Jahren um gut 97 % reduziert werden. Nur bei ungeimpften Kindern wurden noch Todesfälle beobachtet.

Angeknüpft an diesen Erfolg wurde 2000 der Meningokokken Konjugat Impfstoff gegen die Meningokokken-Infektionen wie der Meningokokkenmeningitis entwickelt. Die Inzidenz von Meningokokken-Erkrankungen in Deutschland liegt seit Mitte der 90er Jahre bei etwa 1 pro 100 000 Einwohnern. In Großbritannien gibt es hingegen so viele Infektionen wie seit 50 Jahren nicht mehr; 1530 Fälle und 150 Todesfälle in 1999. In 1999 bis 2000 wurde in Großbritannien eine erfolgreiche landesweite Impfkampagne mit dem neuen Impfstoff der Serogruppe C durchgeführt. Nach der Kampagne wurden bei den 15- bis 17-jährigen von 16 im Vergleich zu 77 zu erwartenden Fällen berichtet, das entspricht einem Rückgang von 77 % in dieser Altersgruppe. Bei Kindern unter 1 Jahr wurde eine Abnahme von 73 % beobachtet.

Die jüngste Innovation auf dem Gebiet der Konjugat-Impfstoffe ist der 13-valente Pneumokokken-Konjugat-Impfstoff. Mit ihm können Säuglinge und Kleinkinder unter 2 Jahren einen noch wirksameren Impfschutz vor invasiven Pneumokokkenerkrankungen (wie zum Beispiel Hirnhautentzündung, Blutvergiftung und einer bestimmten Form der Lungenentzündung) erhalten als mit dem bis dahin verfügbaren 7-valenten Impfstoff. Außerdem werden durch die Impfung Mittelohrentzündungen und Nasennebenhöhlenentzündungen reduziert.

Seit August 2006 ist die Pneumokokken-Impfung mit dem Konjugatimpfstoff auch fester Bestandteil der deutschen Impfempfehlungen für alle Kinder ab dem Anfang des 3. Lebensmonats. Und der Erfolg ist bereits messbar!

Impfstoffe schützen vor Infektionskrankheiten - aber wie?

Bei einer Impfung wird das Immunsystem mit unschädlich gemachten Erregern bzw. mit harmlosen Teilen der Viren oder Bakterien in Kontakt gebracht. Das Immunsystem "merkt" sich dadurch charakteristische Strukturen des Krankheitserregers - das Antigen - und kann bei einem späteren Kontakt mit diesen Erregern sehr schnell und effektiv die körpereigene Abwehr mobilisieren.

Bei manchen Krankheitserregern allerdings löst eine Impfung allein mit dem Antigen keine ausreichende und nachhaltige Immunreaktion aus, so auch bei Hämophilus influenza, Meningokokken und Pneumokokken. Die bislang verfügbaren Polysaccharid-Impfstoffe waren daher für Kleinkinder besonders unter zwei Jahren ungeeignet, da hier das Immunsystem noch nicht vollständig ausgereift ist. Diese Kinder sind besonders gefährdet durch Pneumokokkeninfektionen, da sie eine eingeschränkte Fähigkeit haben, gegen die bakteriellen Kapselpolysaccharide (die Hülle der Pneumokokkenerreger) eine adäquate Immunität zu generieren.

Ältere Menschen haben hier ebenfalls keinen langanhaltenden Impfschutz, da ihre Abwehr mit der Zeit nachlässt. Es war eine neue Technologie nötig, die den Impfschutz für diese Personengruppen realisiert - die Konjugat-Impfstoffe. 

Was macht den Konjugat-Impfstoff beim Impfschutz so hochwirksam?

Da die Kleinkinder noch keinen Kontakt mit den entsprechenden Bakterien hatten, verfügen sie nicht über opsonierende Antikörper. Das Immunsystem ist darüber hinaus noch nicht in der Lage, gegen die bakteriellen Kapsel-Polysaccharide mit einer IgG-Antwort zu reagieren und mit der Bildung von IgM.

Diese "immunologische Unreife" kann man umgehen, in dem man das Kapselpolysaccharid eines Erregers an ein Trägerprotein bindet (konjugiert). Aus der B-Zellantwort wird also eine T-Zell-vermittelte Immunreaktion mit der Bildung von IgG und Gedächtniszellen, auch gegen die bakteriellen Zuckermoleküle. Die Folge ist eine stärkere Immunreaktion und der Aufbau eines immunologischen Langzeitgedächtnis.

 

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Video: Moderne Konjugat-Impfstoffe


 
 
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