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Laktoseintoleranz bei Kindern

Laktoseintoleranz bei Kindern

Die häufigsten Nahrungsmittel­­unverträg­­lichkeiten bei Kindern sind die Laktoseintoleranz und die Fruktoseintoleranz. Kindern, die an Laktoseintoleranz leiden, mangelt es grundsätzlich an dem Verdauungsenzym Lactase. Dieser Enzymmangel kann ganz unterschiedliche Ursachen haben.

Zwei Gruppen der Laktoseintoleranz

Bei der Lactoseintoleranz kann man zwei Gruppen unterscheiden: Die genetische Laktoseintoleranz und die nach einer Infektion erworbene Laktoseintoleranz.

Im Säuglings- und Kleinkindalter spielt die Laktoseintoleranz eher eine untergeordnete Rolle und tritt in der Regel dann nur vorübergehend auf. Bei Frühgeborenen kann es zu dieser Form Enzymmangels kommen, da sie noch eine unvollständig entwickelte Darmschleimhaut haben. Diese Form der kindlichen Laktoseintoleranz gibt sich aber meist im ersten Lebensjahr.

Sehr selten leiden Säuglinge unter Alaktasie. Hier führt ein angeborener Gendefekt zu einem absoluten Enzymmangel. Der Körper ist von Geburt an nicht in der Lage Laktase zu produzieren. Bereits in den ersten Lebenswochen des Babys kommt es deshalb bei Alaktasie zu schwerem Durchfall und Unterernährung. Nur eine konsequente, laktosefreie Ernährung kann in diesen Fällen beim Kind Entwicklungsstörungen verhindern.

Die meisten Menschen sind laktoseintolerant

Sogar bei der ebenfalls angeborenen, endemischen Form der Laktoseintoleranz treten erste Verdauungsbeschwerden frühestens im Vorschulalter auf. Diese Form der Laktoseintoleranz ist weltweit die häufigste Form. Weltweit sind etwa 75 Prozent aller Erwachsenen betroffen. In Deutschland leiden nur 10 bis 15 % der Erwachsenen darunter, weit weniger als in Ländern, in denen nie Milchwirtschaft betrieben wurde, wie z. B. in Asien. Bei der Hälfte aller Betroffenen läuft die Laktoseintoleranz fast symptomlos ab. Bei Kindern kommt es erst im Alter von 5 Jahren zu ersten Beschwerden.

Interessant zu wissen: Evolotionsbiologisch betrachtet ist es für den Menschen völlig normal nach dem Säuglings- und Kleinkindalter keine Milch mehr zu vertragen. Nur in den westlichen Ländern wird dies als unnormal angesehen. In Afrika beispielsweise haben ungefähr 90 % aller Kinder eine Laktoseintoleranz. In Asien ist es ähnlich. Menschen, die im Alter Laktose noch gut vertragen, sind genetisch gesehen die Mutation - Laktose nicht zu vertragen ist für erwachsene Menschen eigentlich der Normalzustand.

Deshalb handelt es sich aus medizinischer Sicht auch um eine zwar unangenehme, aber völlig harmlose Unverträglichkeit und nicht um eine Erkrankung.

Außerdem kann es bei Kindern und Erwachsenen aufgrund einer Schädigung der Dünndarmschleimhaut dazu kommen, dass der Körper zu wenig Laktase produziert. Wird die Darmkrankheit erfolgreich behandelt, verschwindet im Normalfall auch die erworbene Milchzuckerunverträglichkeit wieder.

Hier finden Sie weitere Infos zum Thema Laktoseintoleranz.

von Dagmar Fritz

Zuletzt überarbeitet: Oktober 2016

   

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