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Fruktoseintoleranz bei Kindern

Fruktoseintoleranz bei Kindern

Jedes Kind weiß: Obst und Gemüse sind gesund. Weniger bekannt ist, dass sie leider nicht für jeden bekömmlich sind. Bei den Nahrungsmittelunverträglichkeiten kommen im Kindesalter die Fructose- und die Laktoseunverträglichkeit am häufigsten vor.

Schätzungen gehen davon aus, dass ungefähr 15 % aller Menschen Fruchtzucker nur schlecht verdauen können. Manche Kinder und Erwachsene bekommen nach dem Verzehr von Bananen, Birnen und Co. Bauchschmerzen und Durchfall. Diese Magen-Darm-Beschwerden sind zwar unangenehm, aber grundsätzlich harmlos. Der Laie bezeichnet dies als "Fruktoseintoleranz". Mediziner sprechen jedoch korrekterweise von einer "intestinalen Fructoseintoleranz" oder von einer "Fruktosemalabsorbtion", also von einer schlechten Fruchtzuckeraufnahme des Körpers.

Ursachen für Fruchtzuckerintoleranz

In den meisten Fällen ist die Ursache der Verdauungsprobleme ein Enzymmangel. Der Körper produziert zuwenig von dem Enzym Fructase, das den Fruchtzucker aufspalten kann. Gelangt der Fruchtzucker nicht ausreichend aufgespalten in den Darm, verursacht er dort Beschwerden wie z. B. Bauchschmerzen, Blähungen und Durchfall. Typisch für eine Fruktosemalabsorbtion ist die Tatsache, dass die Beschwerden auch von der Menge der verzehrten Lebensmittel abhängen. In der Regel vertragen fruchtzuckersensibel Kinder kleine Mengen an Obst, da ihr Körper durchaus eine geringe Menge des Enzyms Fructase produziert. Einige kleine Patienten reagieren aber auch schon bei der kleinsten Menge sensibel. Bei den meisten Betroffenen spielt es auch eine Rolle wann sie fructosehaltige Lebensmittel zu sich nehmen: Morgens wird etwas Obst in der Regel besser vertragen als abends, wenn das Enzym bereits verbraucht ist. Jeder Patient muss deshalb für sich selbst testen wie viel an Obst und Gemüse er verträgt und wo seine individuelle Grenze liegt.

Extrem selten: die "hereditäre Fruktoseintoleranz"

Unterscheiden muss man diese Beschwerden von der sehr selten vorkommenden "hereditären Fruktoseintoleranz", einer angeborenen Stoffwechselkrankheit. Nur etwa eines von 20 000 Kindern kommt mit dieser angeborenen Stoffwechselstörung zur Welt. Bei den Betroffenen kann der Körper durch einen genetischen Defekt Fruchtzucker aber auch Saccharose, also Haushaltszucker, nicht verdauen. Als Folgereaktion kann es bei dieser sehr seltenen Erkrankung zu schweren Leberschäden kommen. Betroffene müssen deshalb konsequent auf fruchtzuckerhaltige und oft gänzlich auf zuckerhaltige Nahrungsmittel verzichten.

Für Babys kann diese angeborene Stoffwechselstörung gefährlich werden, wenn die Kinder zu früh eine fruktose- oder saccharosehaltige Nahrung gefüttert bekommen. Obwohl diese Erbkrankheit sehr selten ist, ist auch dies ein Grund, weshalb für Babys in den ersten vier Lebensmonaten das Stillen am besten ist, oder man ihnen eine geeignete Säuglingsanfangnahrung füttern sollte.

In diesen Lebensmitteln steckt Fruchtzucker

Doch nicht nur Äpfel, Ananas und Bananen enthalten Fruchtzucker. Auch in anderen, eher unverdächtigen Lebensmitteln findet sich Fruchtzucker, der im Darm Probleme machen kann:

  • Fruchtsäfte und Limonaden
  • Marmeladen und Honig
  • manchen Wurstwaren
  • Hülsenfrüchte
  • Süßigkeiten und Kuchen
  • als Feuchthaltemittel Sorbit in Fertigprodukten
  • auch in speziellen Diabetikerprodukten ersetzt die Fructose den Haushaltszucker
  • Alle Produkte, die Süßstoff enthalten, denn Süßstoff wird auf Fructosebasis hergestellt (Light-Limonaden, Bonbons, zuckerfreier Kaugummi)
  • Medikamente als Begleit- und Zusatzstoffe, meist in Form von Süßstoffen

Wichtig zu wissen wenn es um Fruktoseintoleranz geht:

Zuckerfreie Lebensmittel enthalten neben Fruktose häufig auch den Zuckeraustauschstoff Sorbit. Auf Sorbit sollten Kinder und Erwachsene mit Fruktoseintoleranz am besten ganz verzichten, weil er die Enzymarbeit zusätzlich blockiert. Wie der Milchzucker werden Sorbit sowie Fructose auch bei der Produktion von industriell gefertigten Nahrungsmitteln verwendet. Bei den meisten Kindern reichen geringe Einschränkungen aus, um die Beschwerden deutlich zu verringern. Am besten ist es, man streicht in einem ersten Schritt besonders fruchtzuckerhaltige Lebensmittel wie Honig, Fruchtsäfte, Trockenfrüchte, diätische Produkte oder zuckerfreie Süßigkeiten vom Speiseplan.

Diagnose von Fruktosemalabsorbtion

Fruktoseintoleranz lässt sich wie auch Laktoseintoleranz durch einen einfach durchzuführenden Atemtest feststellen. Nach einer Einnahme von einer größeren Menge Fruchtzucker bzw. Milchzucker gibt das Kind oder der Erwachsene Atemproben ab, deren Wasserstoffgehalt gemessen werden. Wasserstoff entseht immer dann, wenn es zur Vergärung von Zuckerstoffen durch die Darmbakterien kommt. Übersteigt er eine kritische Marke, so kann man relativ zuverlässig auf eine Nahrungsmittelunverträglichkeit schließen.

Therapie bei fruchtzuckersensiblen Menschen

Diagnostiziert der Arzt nach einem Atemtest bei einem Kind eine Fructosemalabsorption, sollte man sich vom Arzt oder von einem Ernährungsberater über eine Ernährungsumstellung informieren lassen. In der Regel vertragen die Betroffenen geringe Mengen an Obst und bestimmte, fructosearme Gemüsesorten. Dabei gilt jedoch der logische Zusammenhang: Je süßer das Obst, desto mehr Fructose enthält es. Aber auch stärkehaltige Kartoffeln und Kürbis enthalten Fructose und können daher Verdauungsbeschwerden auslösen.

Kinder und Erwachsene, die Fruktose schlecht verdauen können, vermeiden es verständlicherweise Obst zu essen. Doch gerade Kinder brauchen ausreichend Vitamine für eine gesunde und altersgerechte Entwicklung. Auch deshalb sollte man sich genau vom Arzt über die Ernährung und falls nötig über die Gabe von Vitaminpräparaten informieren lassen.

von Dagmar Fritz

Zuletzt überarbeitet: Oktober 2016

   

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