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Die fünf wichtigsten Fragen zum Thema Nahrungsmittel­unverträglichkeit

Die fünf wichtigsten Fragen zum Thema Nahrungsmittelunverträglichkeiten

Nahrungsmittel­unverträglichkeiten sind heute ein wichtiges Thema. Eltern sind oft verunsichert, ob ihr Kind ebenfalls unter einer Laktose-, Fruktose- oder gar Gluten­unverträglichkeit leidet. Die wichtigsten Informationen für Eltern haben wir hier zusammengestellt.

Warum leiden immer mehr Kinder und Erwachsene unter Nahrungsmittel­unverträglichkeiten?

Wenn es um Nahrungsmittelunverträglichkeiten geht, ist die Bevölkerung heute in höherem Maße sensibilisiert als noch vor einigen Jahren. Das Thema ist in den Medien und im Bewusstsein sehr präsent. Unverträglichkeiten können heute durch moderne Diagnoseverfahren auch besser diagnostiziert werden - auch deshalb steigt die Zahl derer, die nachgewiesenermaßen an einer Intoleranz leiden.

Grundsätzlich geht man davon aus, dass in Mitteleuropa ungefähr 15 bis 20 Prozent der Bevölkerung laktoseintolerant sind. Zum Vergleich dazu: In Asien und Afrika sind ungefähr 90 Prozent der Bevölkerung laktoseintolerant.

Bei einer sehr hohen Fruchtzuckeraufnahme von ca. 25 Gramm bekommen ungefähr 10 Prozent der Bevölkerung Verdauungsprobleme. Die Fruktosemalabsorbtion tritt heute auch deshalb häufiger in Erscheinung, weil bei der industriellen Verarbeitung von Lebensmitteln häufig größere Mengen Fruchtzucker zugesetzt werden.

Nur sehr wenige Menschen leiden jedoch an einer genetisch bedingten Glutenunverträglichkeit, auch bekannt unter dem Namen Zöliakie: in Deutschland sind es zwischen 0,1 und 1 Prozent der Bevölkerung. Sie vertragen das Klebereiweiß Gluten nicht, das in Weizen, Dinkel, Roggen, Gerste und anderen Getreidesorten enthalten ist. Patienten müssen Lebensmittel auf Getreidebasis meiden oder versuchen, konventionelles Mehl durch glutenfreies Mehl zu ersetzen.

Sind Nahrungsmittelunverträglichkeiten erblich?

Bei der angeborenen Laktoseintoleranz muss von beiden Elternteilen das entsprechende Genmerkmal vererbt werden, damit beim Kind ebenfalls diese primäre Form der Laktoseintoleranz auftritt.

Wenn es um die genetisch bedingte Autoimmunerkrankung Zöliakie geht, erhöht sich das Risiko, wenn bereits ein Familienmitglied ersten Grades erkrankt ist. Ist also Mutter oder Vater oder ein Geschwisterkind betroffen, steigt das Risiko an Zöliakie zu erkranken auf 1:10 an. Besteht keine Zöliakie in der Familie, beträgt das Risiko 1:200.

Bei Nahrungsmittelallergien wird lediglich die grundsätzliche Neigung zur Allergie genetisch weitergegeben. Eine Kuhmilch- oder Hühnereiweißallergie sowie die Nussallergie können zwar bei mehreren Familienmitgliedern auftreten, vererbt wird bei diesen Allergien aber nur die Bereitschaft zur Entwicklung einer Allergie - es muss nicht zwangsläufig die gleiche Allergie auftreten.

Wie erkennt man Nahrungsmittelunverträglichkeiten?

Wer eine Nahrungsmittelunverträglichkeit hat, leidet meistens unter Verdauungsbeschwerden: Nach dem Verzehr kommt es zu Blähungen, Durchfall, oder Verstopfung und Bauchkrämpfen. Es können aber auch Kopfschmerzen und Müdigkeit auftreten. Bei Kindern kann es zu Gedeihstörungen kommen. Wenn die Entwicklung von Körpergröße und Gewicht erheblich von den entsprechenden Werten in der Wachstumstabelle abweicht, sollte eine Abklärung durch den Kinderarzt auf Zöliakie vorgenommen werden. Auch ein niedriger Eisenspiegel ist typisch für eine Nahrungsmittelunverträglichkeit bei Kindern.

Grundsätzlich treten die Symptome bei Nahrungsmittelunverträglichkeiten weniger stark und auch nach dem Verzehr nicht so kurzfristig auf wie bei Nahrungsmittelallergien. Es können auch einige Stunden nach dem Essen vergehen, bis sich Unwohlsein einstellt.

Manchen Betroffenen ist gar nicht bewusst, dass sie unter einer Unterverträglichkeit leiden: Entweder verläuft ihre Unverträglichkeit weitestgehend ohne Symptome oder die Symptome sind für die Betroffenen schon so alltäglich, dass sie starke Blähungen, Kopfschmerzen oder Müdigkeit als "normal" ansehen.

Wichtig ist eine gründliche Diagnose, um eine Nahrungsmittelunverträglichkeit zu bestimmen und eine geeignete Behandlung einzuleiten.

Was kann man dagegen tun?

Um nicht unnötig viele Lebensmittel vom persönlichen Speiseplan zu streichen, ist eine genaue Diagnose sehr wichtig. Erst wenn durch Testungen zweifelsfrei feststeht, auf welches Nahrungsmittel der Körper empfindlich reagiert, sollte man zunächst konsequent darauf verzichten, damit sich der Verdauungstrakt beruhigt.

Auf Verdacht eine ganze Reihe von Lebensmitteln vom Speisplan zu streichen, kann gerade bei Kindern zu Nährstoffmangel führen. Eine Ernährungsumstellung sollte daher immer mit dem behandelnden Kinderarzt besprochen und auch von ihm überwacht werden.

Da der Körper bei Nahrungsmittelunverträglichkeiten wie Laktoseintoleranz oder Fruktoseintoleranz meist noch in der Lage ist, die zur Verdauung benötigten Enzyme in geringem Maße zu produzieren, hängt es auch ganz von der Menge der verzehrten Lebensmittel ab, ob sie vertragen werden oder nicht.

Deshalb ist es wichtig, dass man langfristig seine individuelle Menge an Milchprodukten und Früchten findet, die keine Beschwerden auslösen. Auch die Tageszeit kann beim Verzehr eine Rolle spielen: Betroffene vertragen oft morgens laktose- oder fruktosehaltige Lebensmittel besser, als abends.

Einmal unverträglich, immer unverträglich?

Gerade bei Kindern muss das nicht sein. Kinder können nach einem Infekt und Durchfällen kurzfristig z. B. unter einer Laktoseunverträglichkeit leiden. In der Regel gibt sich das aber und die Nahrungsmittelunverträglichkeit verschwindet, wenn der Körper wieder in ausreichendem Maße das Enzym Laktase produzieren kann.

In manchen Fällen können Nahrungsmittelunverträglichkeiten auch als Kreuzallergien bei Pollen- oder Hausstauballergikern auftreten. Leiden die Betroffenen gerade unter einem akuten Allergieschub, vertragen sie in dieser Zeit meistens auch bestimmte Nahrungsmittel wie z. B. rohe Äpfel oder Karotten schlechter. Ist z. B. im Winter die Pollenallergie kein Thema, verträgt man plötzlich auch bestimmte Lebensmittel wieder besser.

Bei der Zöliakie, einer autoimmunen Glutenunverträglichkeit, ist dies jedoch nicht der Fall. Hier handelt es sich um eine genetisch bedingte Erkrankung, die ein Leben lang besteht und eine strenge, glutenfreie Diät erfordert, da es sonst zu einer ernsthaften Schädigung des Dünndarms kommt.

von Dagmar Fritz

Zuletzt überarbeitet: Oktober 2016

   

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