Ist ein Wasserbett für uns geeignet?

Ist ein Wasserbett für uns geeignet?

Sanft schaukelnd auf einer gewärmten Unterlage in den Schlaf sinken - das klingt phantastisch. Ein Wasserbett lockt so manchen. Schließlich gilt das Schlafen in diesem Bett auch als gesund. Doch ist ein Wasserbett wirklich für jeden geeignet?

Insgesamt ist das Schlafen in einem Wasserbett eine persönliche Geschmackssache. Auch wenn dem Wasserbett einige Vorteile zugeschrieben werden: Besonders Menschen, die sehr unruhig schlafen und die an der Volkskrankheit Nummer eins, an Rückenschmerzen leiden, sollen mit einem Wasserbett eine Verbesserung ihres Schlafverhaltens herbeiführen können. Für Allergiker, die auf Hausstaubmilben reagieren, können Wasserbetten in jedem Fall eine Option sein

Rückenschmerzen adé?

Auf Wasserbetten sinkt der Körper nicht zu tief ein. Damit ist der Auflagedruck geringer und der Schläfer dreht sich weniger. Dadurch wiederum soll man fester schlafen. Dies konnten Hersteller in Studien nachweisen: Im Wasserbett hat man insgesamt längere Tiefschlafphasen, so der Fachverband Wasserbett e.V. Wissenschaftliche Untersuchungen, die den tiefen Schlaf bestätigen, gibt es aber bislang nicht.

Zudem sollen durch das geringere Einsinken in die Matratze auch der Rücken und die Bandscheiben besser entlastet werden. Da das Gewicht gleichmäßig auf dem Wasserbett verteilt wird, werden die verschiedenen Körperpartien besser unterstützt. Ob ein Wasserbett nun tatsächlich gegen Rückenschmerzen hilft, ist aber umstritten. Zwar ist eine Linderung der Schmerzen naheliegend, jedoch beziehen Mediziner hier keine eindeutige Stellung. Fakt ist nur, dass ein Wasserbett in 80 Prozent aller Fälle von Menschen mit Rückenbeschwerden gekauft wird - und nicht wenige davon sind zufrieden mit der Anschaffung. Vor allem auch die wohltuende Wärme, denn ein Wasserbett muss beheizt werden, möchte so mancher Besitzer nicht mehr missen. Schließlich sorgt die Wärme dafür, dass sich die Muskeln optimal entspannen.

Eindeutig ist dagegen, dass ein Wasserbett für Hausstauballergiker gut geeignet ist. Denn das Bett hat eine Oberfläche aus Vinyl, dieses Material bleibt für Milben undurchdringlich und es kann einwandfrei gereinigt werden.

Entscheidender Punkt: der Härtegrad

Ganz wichtig, damit der Körper nicht zu tief einsinkt, ist der Härtegrad der Matratze. Diese sogenannten Beruhigungsstufen werden durch die Füllmenge an Wasser reguliert, die richtige Füllmenge muss jeweils individuell an die Körpergröße, ans Gewicht und an die typische Schlafposition angepasst werden, damit nicht das Gegenteil eintritt: Ist das Wasserbett zu weich eingestellt, können Rückenschmerzen erst recht verstärkt werden.

Paare sollten immer ein Wasserbett mit Dualsystem wählen, hier können auf jeder Bettseite ganz separat zwei individuelle Schlafzonen mit unterschiedlichen Beruhigungsstufen ausgewählt werden. Schließlich sind die wenigsten Partner gleich groß und gleich schwer.

Keine Angst vor einer Überschwemmung!

Beim Gedanken an ein Wasserbett sind Klischeevorstellungen schnell da: unruhiges Schwappen bei dem man seekrank wird, am Ende vielleicht eine Überschwemmung, wenn das Bett platzt - diese Ängste sind aber unbegründet. Grundsätzlich kann ein Wasserbett nicht platzen. Ein Wasserbett besteht aus verschiedenen Kammern. Mit einem spitzen Gegenstand kann gerade mal die oberste Schicht, die zwar sehr robust und dick ist, aber doch beschädigt werden, so dass aus dem Leck langsam Wasser austritt. Für diesen Notfall besitzen die Betten eine Auffangkammer, in der das austretende Wasser gesammelt wird. Das Wasserbett ist in diesem Fall auch kein Fall für die Deponie, die Matratze muss einfach professionell geflickt werden.

Auch das hohe Gewicht bereitet vielen Sorgen. Ein Doppel-Wasserbett wiegt mal schlappe 800 Kilogramm. Jedoch sind Horrorvorstellungen von durchgebrochenen Fußböden Nonsens. Rechnet man die Belastung auf die Fläche kommen auf einen Quadratmeter "nur noch" etwa 150 bis 200 Kilogramm - dies halten Wohnungen und Häuser aus.

Nachteil: der Kaufpreis und die Unterhaltskosten

Es ist klar: Wasserbetten sind eine teure Anschaffung. Für ein Doppelbett mit Dualsystem zahlt man etwa 2000 Euro. Dafür kann man es dann durchschnittlich 15 Jahre lang nutzen und damit länger als eine normale Matratze. Aber zum Kaufpreis kommen auch noch relativ hohe Kosten für die laufende Nutzung, denn Wasserbetten müssen in aller Regel auf durchschnittlich 28 Grad geheizt werden. Auf der Vinyl-Oberfläche können Schweiß und Kondenswasser natürlich nicht einsickern, deshalb sorgt eine Folien-, Keramik- oder Carbon-Heizung für das Verdunsten der Flüssigkeit. Dabei wird Strom verbraucht - und auch wenn es heutzutage hochmoderne, energieeffiziente Technologien gibt, entstehen doch Kosten von etwa 100 Euro im Jahr. Ansonsten reicht es aus, die Matratze regelmäßig zu reinigen. Dazu benötigt man einen speziellen Vinyl-Reiniger. Und um die Wasserqualität zu sichern, sollte zweimal im Jahr ein spezieller Wasseraufbereiter, ein Conditioner zum Wasser gegeben werden. Dieser bekämpft Keime und verhindert, dass sich Blasen bilden.

Eine Verunreinigung des Wassers mit Keimen kann ansonsten zu Geräuschen führen. Wenn es in einem Wasserbett gluckert, kann sich entweder Luft darin befinden. Diese kann mit einer Pumpe abgesaugt werden. Es kann sich ein Leck in der Oberfläche befinden oder das Wasser ist eben verkeimt. In diesem letzten Fall muss das Bett vollständig entleert und neu gefüllt werden. Eventuell kann aber auch der Wasserbetten-Conditioner die Keime beseitigen.

Ein anderer Nachteil neben den Kosten ist das Gewicht des Bettes, dadurch wird ein schnelles Verrücken im Raum unmöglich.

Tipps für den Kauf

Ein Wasserbett ist gar nicht so leicht zu erkennen, denn die mit Wasser gefüllte Matratze wird durch ein normales Bettgestell begrenzt. So müssen Sie zunächst entscheiden, ob Sie ein Hardside-Wasserbett, also ein eigenständiges Wasserbett mit festem Bettkastenrand, oder ein Softside-Wasserbett, welches Sie in ein bereits vorhandenes Bettgestell einbauen, wollen. Außerdem unterscheidet man Masterpiece, eine Mischung aus Soft- und Hardside, ein Leichtgewicht, dieses kann auf gewöhnliche Matratzen aufgelegt werden oder sogar höhenverstellbare Modelle, die über einen flexiblen Kopf- und Fußbereich verfügen.

Kaufen Sie Qualität! Bei solch einer Anschaffung sollten Sie sich an ein Fachgeschäft wenden, sparen Sie nicht am falschen Ende! Ein Fachmann wird Sie genau beraten können. Im Geschäft für Wasserbetten bieten spezielle Schauwürfel einen Blick ins Innere eines Bettes. Außerdem liefert der Fachmann und stellt das gute Stück bei Ihnen auf. Er wird den Härtegrad des Wasserbetts individuell an Sie anpassen, damit Sie wirklich entspannt schlafen können.

Bevor Sie sich tatsächlich für ein Modell entscheiden, ist es hilfreich, wenn Sie im Geschäft ausgiebig Probe liegen. Und nicht nur das: Vereinbaren Sie auch, dass Sie mehrere Tage Probe schlafen können - bevor Sie das Bett kaufen. Schließlich sind Schlafgewohnheiten doch sehr verschieden. Manche Geschäfte bieten zusätzlich ein längeres Umtauschrecht für den Fall, dass Sie auf dem Wasserbett nicht gut schlafen können und vielleicht lieber ein angesagtes Boxspringbett kaufen möchten.

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