Biggi Welter

Biggi Welter

Stillberaterin

Biggi Welter absolvierte ab 1996 ihre Ausbildung zur Stillberaterin bei der La Leche Liga Deutschland e.V., einer Organisation in 78 Ländern in offizieller Beziehung zur Weltgesundheitsorganisation (WHO), die Schwangeren und stillenden Mütter in Fragen rund um das Stillen Beratung anbietet. Danach leitete Biggi Welter viele Jahre lang eigene Stillgruppen mit intensiver Betreuung. Ab 1999 übernahm sie zudem die Online-Stillberatung von Rund-ums-Baby.de, die sie heute noch leitet. Ihre Beratungen bei Rund-ums-Baby.de werden jeden Monat hunderttausendfach weltweit von stillenden Müttern gelesen. Ein achtsamer und wertschätzender Umgang mit Kindern liegt ihr am Herzen.

Biggi Welter

Baby beißt und Medikament gegen Nagelpilz

Antwort von Biggi Welter, Stillberaterin

Frage:

Hallo Fr Welter,
meine Tochter ist jetzt 8 Monate und hat schon 2 Zähne seit 2 Wochen. Jetzt beißt sie mich ständig in die Brustwarze. Hab schon alles versucht, ihr ruhig zu erklären das mir das weh tut, habe ihr die Brust weggenommen, laut geschrien... nix hilft , sie beißt trotzdem immer wieder und grinst mich dabei auch noch an-Grummel.
Dann noch ein peinliches Problem: ich habe mir Nagelpilz eingefangen schon vor der Schwangerschaft. Als ich dann davon erfahren habe habe ich den medizinischen Lack (Ciclopirox) weggelassen und so konnte sich der Pilz natürlich ungehemmt ausbreiten. Benutze schon seit Monaten Clotrimazol-Salbe aber das nutzt überhaupt nichts.
Mein Hautarzt sagt das da nur noch spezielle Tabletten helfen aber da darf ich nicht mehr stillen.
Gibt es da wirklich nichts was ich machen kann?

von malis am 20.10.2010, 11:22 Uhr

 

Antwort auf:

Baby beißt und Medikament gegen Nagelpilz

Liebe malis,

ein Baby beißt nicht aus böser Absicht, sondern meist (zumindest beim ersten Mal) aus Versehen. Manche Kinder stellen allerdings mit großem Interesse fest, dass die Mama sehr interessante Töne von sich gibt, wenn sie gebissen haben und wollen ausprobieren, ob sie diese Reaktion nochmals hervorrufen können.
Sobald dein Baby zubeißt, reiß es bitte nicht von der Brust weg, sondern ziehe es nahe an dich heran. Wenn Du es nahe an dich heranziehst, muss es los lassen, weil es sonst nicht mehr atmen kann. Es ist besser für deine Brust, wenn das Baby loslässt, als wenn Du es von der Brust wegreißt.
Kleine Babys verstehen schon mehr als allgemein angenommen. Es gibt einige Tipps, wie man einem "bissigen" Baby das Beißen an der Brust abgewöhnen kann:
das Baby ohne großes Aufheben von der Brust nehmen, damit es nicht versucht ist zu probieren, ob es die Mutter nochmals zusammenzucken lassen kann.
etwas Angemessenes zum Beißen anbieten. Sobald es zu einem Biss oder einem Beinahe Biss kommt, bietest Du dem Baby einen Beißring oder ein Spielzeug an, damit es weiß, wo es seine Zähne einsetzen darf.
das Baby schnell auf den Boden legen. Einige Mütter wollen auf das Beißen strenger reagieren. Nach ein paar Schrecksekunden für das Baby, die dem Ablegen folgen, sollte es beruhigt werden und die Rückmeldung bekommen, dass Beißen unangenehme Folgen hat.
einen Finger in die Nähe des Mundes des Babys legen, um den Saugschluss schnell zu unterbrechen, wenn es seinen Kopf dreht. Manche Babys lieben es, die Brustwarze nicht loszulassen, wenn sie abgelenkt werden und ihren Kopf drehen. Dies kann verhindert werden, wenn die Mutter einen Finger bereit hält, um den Saugschluss zu unterbrechen. Es wird nicht lange dauern, bis das Baby gelernt hat, dass sich wegdrehen bedeutet, die Brustwarze zu verlieren.
- mit dem Baby reden und ihm erklären, dass Du das Beißen nicht lustig findest (klingt vielleicht noch verfrüht bei einem Baby, aber es funktioniert vielfach tatsächlich).

Es gibt die Möglichkeit, auch Medikamente einzunehmen. Ich zitiere dazu unten aus dem Fachbuch "Arzneiverordnung in Schwangerschaft und Stillzeit" Spielmann, Steinhoff, Schaefer, Bunjes, 7. Auflage, 2006.

Lokale Antimykotika

Erfahrungen. Zu den lokal wirksamen Antimykotika zählen Nystatin (z.B. Candio Hermal®, Moronal®) und Clotrimazol (z.B. Canesten®, Mykofungin®). Sie werden praktisch nicht resorbiert und sind enteral für den Säugling nicht verfügbar. Umfangreiche Erfahrungen mit der therapeutischen Anwendung im Säuglingsalter sprechen gegen ein toxisches Potenzial. Gleiches gilt für Miconazol (z.B. Daktar®), das ebenfalls kaum resorbiert wird.
Bifonazol (Mycospor®), Croconazol (Pilzcin®), Econazol (z.B. Epi-Pevaryl®), Fenticonazol (z.B. Lomexin®), Isoconazol (in Travocort®), Moconazol (z.B. Terzolin®), Omoconazol, Oxiconazol (z.B. Myfungar®), Sertaconazol (z.B. Mykosert®) und Tioconazol (Mykontral®) sind in Struktur und Wirkung dem Clotrimazol verwandt, aber weniger erprobt.
Keine Erfahrungen liegen vor zu Amorolfin (Loceryl®), Ciclopirox (Batrafen®), Naftifin (Exoderil®), Terbinafin (Lamisil®), Tolciclat und Tolnaftat (z. B. Tinatox®) sowie dem vaginal verwendeten Chlorphenesin.

Empfehlung für die Praxis: Lokale Antimykotika der Wahl für die Stillzeit sind Nystatin und Clotrimazol. Auch Miconazol ist akzeptabel. Diese drei Mittel sind den anderen lokal wirksamen Antimykotika vorzuziehen. Falls tatsächlich eines der anderen Mittel zwingend indiziert ist, kann uneingeschränkt weiter gestillt werden, wenn nur vorübergehend oder kleinere Flächen behandelt werden."

Ich hoffe, die Antwort beruhigt dich.

LLLiebe Grüße,
Biggi

von Biggi Welter, Stillberaterin am 20.10.2010

Antwort:

Darf ich Tipps geben?

Hallo,

ich bin med. Fußpflegerin, vielleicht kann ich Dir den einen oder anderen Tipp geben?

Also: Als aller erstes solltest Du zum Dermatologen gehen und ein wenig Substanz von unter dem Nagel entnehmen lassen (tut null weh) um eine Pilzkultur anlegen zu lassen, damit Du weißt, ob es ein Hefepilz, Fadenpilz... ist. Denn nur wenn man weiß, welcher Pilz es ist, kann man auch das richtige Präparat nehmen!

Viele Nagelveränderungen sehen aus, wie ein Pilz, sind aber ganz andere Erkrankungen und dann hlefen weder Ciclopirox noch sonst was!

Wenn es ein Pilz ist, habe ich die Besten Erfahrungen sammeln können mit Loceryl Lack. 1x die Woche auftragen. Am Effektivsten ist es, wenn Du bie der Fußpfleg den Nagel ganz dünn schleifen läßt, so daß möglichst alles an der Pilzerkrankten-Stelle entfernt ist. Dann den Lack drauf! Dann jede Woche den Nagel mit beiliegenden Einwegfeilen dünn schleifen und anrauhen, mit Alkoholtupfer fettfrei machen, dann Lack wieder auftragen. Drauf achten,d aß nur Du Nagelschere etc. für den Zeh nutzt und es danach immer desinfizierst - besser sterilisierst!

Nagelpilz ist ansteckend, deshalb während der Behandlung Badeanstalt, Sauna,... meiden! Auch wenn millionen Menschen mit Pilz hingehen - aber genau da liegt das Problem, daß so viele Menschen einen Nagelpilz haben.

Zu den Tabletten:
ist mehr als 80% des Nagels oder gar alle Zehnägel mit dem Pilz befallen, dann stimmt es, daß meist nur die Tabletten wirken. Die Tabletten sind verschreibungspflichtig und KÖNNEN die Leber angreifen. Diese Tabletten werden nur 8-10 Tage genommen, dann ist die Behandlung damit abgeschlossen und der Pilz wird von innen abgetötet. Der Nagel braucht jedoch noch 6-9 Monate, bis er gesund herauswächst.

Die Tabletten darfst Du erst nach der Stillzeit nehmen!

So lange würde ich den Loceryl nehmen! Auch hier: mindestens so lange anwenden, bis der Nagel gesund herausgewachsen ist. Nagelpilzbehandlungen sind leider eine sehr langwierige Geschichte von 9-12 Monaten! LEIDER!!!!

Konsequenz, Geduld... ist leider erforderlich!

Alles Gute!!!!!

Puw

von PuW am 20.10.2010

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