Medizinische Vorsorge mit Weitblick

Mutter freut sich über ihr Kind

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Über die Einlagerung von Nabelschnurblut sollten sich werdende Eltern bereits frühzeitig in der Schwangerschaft Gedanken machen.

Wie lange vor der Geburt sollte man sich für die Einlagerung von Stammzellen aus der Nabelschnur entscheiden?

Eltern, die sich mit dem Gedanken tragen, die Stammzellen aus der Nabelschnur ihres Kindes zu sichern, sollten sich umfassend über dieses wichtige Thema informieren. Hierzu ist es ideal, wenn man bis zum 6. oder 7. Schwangerschaftsmonat mit der Blutbank Kontakt aufnimmt und sich Informationsunterlagen zuschicken lässt oder sich auf der Internetseite der Stammzellbank informiert. Eltern, die sich für eine Entnahme entschieden haben, sollten dies ca. 10 Wochen vor dem Entbindungstermin der Stammzellbank mitteilen.

Was muss ich organisieren?

Zuerst müssen Sie eine geeignete Entbindungseinrichtung finden. Nabelschnurblut und Nabelschnurgewebe dürfen nur durch geschultes Klinikpersonal entnommen werden. Ob das Personal in Ihrer Wunscheinrichtung geschult ist, erfragen Sie am besten bei der Stammzellbank Ihrer Wahl. Schauen Sie auf der jeweiligen Webseite nach entsprechenden Angaben, beispielsweise einem Klinikfinder. Alternativ können Sie auch direkt bei Ihrer Wunscheinrichtung nachfragen. In den meisten Entbindungskliniken in Deutschland sind die Kreißsaal-Teams geschult.

Zur Geburt müssen Sie nur an das Entnahmepaket denken. Dieses nehmen Sie mit in die Klinik oder ins Geburtshaus und übergeben es dem Kreißsaal-Team. Nach der Entnahme werden der Beutel mit dem Nabelschnurblut und der Behälter mit der Nabelschnur in die Transportbox gelegt. Die Entnahmebox wird versiegelt. Anschließend verständigt das Kreißsaal-Team den Kurierdienst. Dieser holt die Box ab und bringt sie direkt zur Stammzellbank.

Was kostet die Einlagerung?

Ab einem monatlichen Betrag von derzeit etwa 20 Euro können Eltern die Stammzellen aus der Nabelschnur ihres Kindes bei einer privaten Stammzellbank einlagern lassen. Weil die Einlagerung meist eine langfristige Entscheidung von mehreren Jahren oder sogar Jahrzehnten ist, können sich die Kosten über die Jahre gerechnet auf mehrere Tausend Euro belaufen. Die genauen Kosten hängen davon ab, für welches Einlagerungsmodell man sich entscheidet. Am besten ist es, man lässt sich von unterschiedlichen Unternehmen Angebote erstellen, um einen Überblick über den Markt zu gewinnen.

Macht es einen Unterschied, ob man spontan entbindet oder per Kaiserschnitt?

Ob spontane Geburt oder Entbindung per Kaiserschnitt: In beiden Fällen können das Nabelschnurblut mit den enthaltenen Stammzellen und die Nabelschnur selbst entnommen werden. Weil das Entnahmeset doppelt steril verpackt ist, darf es auch im Operationssaal bei einer Kaiserschnittentbindung verwendet werden. Der Prozess ist sehr diskret, unkompliziert und absolut schmerzfrei. Das Bonding von Mutter und Kind wird nicht beeinträchtigt.

Wann kann man auf Stammzellen zurückgreifen?

Fakt ist, dass heute die Verwendung von Stammzellen aus der Nabelschnur noch selten vorkommt. Stammzellen werden zwar heute schon regelmäßig bei der Behandlung von Leukämie und anderen Blutkrankheiten eingesetzt. Hier kommen aber bevorzugt nicht die körpereigenen Stammzellen des Erkrankten zum Einsatz, sondern körperfremde Stammzellen von einem Spender.

Stammzellen sind noch nicht spezialisierte Zellen. Je nach Typ haben sie das Potential, sich in unterschiedliche Gewebe- oder Zellarten zu entwickeln. So ist es beispielsweise heute schon möglich, mit einer bestimmten Stammzellart kleinere Hautstücke herzustellen, die für Transplantationen geeignet sind. Auch bei der Behandlung von Knorpel- und Hirnschäden werden Stammzellen bereits eingesetzt. Für die Zukunft gehen einige Mediziner davon aus, dass Stammzellen bei der Behandlung von bislang nicht heilbaren Krankheiten, wie z. B. einer Herzschwäche, neue Therapiemöglichkeiten bieten.

Wie schnell kann im Notfall geliefert werden?

Ein großer Vorteil von eingelagerten Stammzellen aus der Nabelschnur ist, dass sie unmittelbar verfügbar sind. Die eingelagerten Stammzellen werden aus dem Stickstofftank geholt, schonend aufgetaut und können für den medizinischen Einsatz verwendet werden.

In der Regel hat der medizinische Einsatz von Stammzellen einen gewissen organisatorischen Vorlauf. Die jeweilige Stammzellbank führt, beispielsweise im Rahmen ihrer Qualitätssicherung, gegebenenfalls im Vorfeld einen Identitätscheck durch und überprüft die Aktivität und Qualität der Stammzellen. Im Notfall sollte in der Stammzellbank ein Laborteam jedoch immer abrufbereit sein.

Kann man Stammzellen auch spenden?

Viele werdende Eltern in Deutschland entscheiden sich jedes Jahr, die Stammzellen aus der Nabelschnur ihres Kindes zur medizinischen Eigenvorsorge einzulagern. Wer das Potential der Stammzellen nutzen möchte, hat mehrere Möglichkeiten, Nabelschnurblut aufzubewahren oder zu spenden. Eine private Stammzellbank bietet zumeist eine Kombination aus privater Einlagerung zur Eigenvorsorge und Abgabe von Stammzellen als Spende zu einem günstigen Einstiegspreis an.

Zuletzt überarbeitet: Februar 2019

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