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6. Monat

6. Monat

21. bis 24. Woche der Schwangerschaft

 

Das Baby scheint das beruhigende Hin- und Herschaukeln im Bauch zu genießen. Kaum kommt Mami mal einen Moment zur Ruhe, wird es unruhig und sein Bewegungsdrang größer - ein prima Zeichen, dass es ihm gut geht. In der Zeit zwischen der 16. und 26. Woche ist es am lebhaftesten. Wenn es nicht gerade am Daumen lutscht (Saugen üben!) und nach draußen lauscht (seine Umwelt kann es jetzt akustisch wahrnehmen), drückt es sich schon mal von der elastischen Wand der Gebärmutter ab und schlägt Purzelbäume nach hinten. Nahezu schwerelos im Fruchtwasser - wie ein Astronaut im All.

Etwa ein Liter Fruchtwasser umgibt es jetzt, ab dem siebten Monat wird sich die Menge etwas verringern, um dem Baby mehr Platz zu geben. Das Trinken davon übt Schluckmechanismen und bereitet den Verdauungstrakt auf künftige Aufgaben vor. Manchmal spürt man ein sanftes, regelmäßiges Pochen - das Baby hat Schluckauf! Das kommt schon mal vor und ist ganz normal. Um die Augenlider bildet sich ein feiner Kranz von Wimpern, die Finger und Fußnägel werden langsam härter, ebenso wie das Skelett - und auf der Brust erscheinen zwei winzige, blassrote Warzen.

Der Herzschlag wird nun so kräftig, dass man ihn bald durch die Bauchdecke hören kann. Das Baby bringt in diesem Monat sein erstes Pfund mit auf Mamis Waage - seine Scheitel-Steiß-Länge (SSL) beträgt jetzt etwa 20-25 cm.

Auch wenn der Kreislauf schon stark belastet ist, bewegen Sie sich weiter viel - wenn eben möglich an der frischen Luft. Neben Ihrem Kreislauf trainieren Sie dabei auch den des Babys - wenn sich mit erhöhtem Puls der Sauerstoffgehalt in Ihrem Blut erhöht, erhöhen sich auch Puls und Sauerstoffversorgung des Babys. Die Chancen, später ein Baby zu haben, das sich gern bewegt, werden dadurch erhöht. Mit der Ernährung ist es ganz ähnlich: Wenn die Mutter viel isst und sich nur wenig bewegt, dann begnügt sich bald auch das Baby mit der Nährstoffaufnahme und übt seine Muskulatur weniger.

Übrigens - wussten Sie, dass die Gebärmutter ein Muskel ist? Und während ihrer Entwicklung zum größten menschlichen Muskel überhaupt wird? Von der Größe einer Faust ausgehend wird sie bis zur Entbindung den Bauchraum weitgehend ausfüllen. Dabei verschiebt sie die anderen Organe nach oben und hinten. Als eine unangenehme Folge davon kommt es bei vielen Frauen zu Sodbrennen. Da der Schließmuskel zwischen Speiseröhre und Magen nicht mehr dauerhaft schließt und dadurch etwas Säure zurückfließen kann. Mit dem alten Hausmittel, zwei Haselnüsse gründlich zu zerkauen, bevor man sie herunterschluckt, sollten Sie vorsichtig sein, da Nüsse selbst Säure enthalten.

TIPP: Besser einen Teelöffel Heilerde (hat nur basische Substanzen, die die Säuren neutralisieren - gibt es in der Apotheke) in einem Glas Wasser auflösen und über mehrere Tage hinweg jeweils morgens und abends trinken.

Sicher werden Sie jetzt die Beine schon ein wenig öfter hochlegen und den Gedanken nachhängen, während Sie in sich hineinlauschen. Vermissen Sie das eine oder andere in dieser Zeit? Vorher brauchte es all diese Disziplin nicht - man konnte sich in einer verräucherten Kneipe bei fetziger Musik ganz ohne Gewissensbisse mal eine Nacht unter den Füßen wegtanzen. Stürmte man früher in Skigebieten die Hänge hinunter, soll man nun im Urlaub spazieren gehen - lief einem vorher beim Gedanken an Hamburger und Coke das Wasser im Mund zusammen, überlegt man jetzt, ob Müsli oder Vollkornbrot besser ist - stand man früher auf Pop, erzählen sie einem nun, dass Klassik für das Baby das Größte ist. Was Sie da fühlen, ist richtig - das Baby wird Ihr Leben umkrempeln und nichts ist mehr wie früher - aber was auf Sie zukommt, ist auch eine tolle neue Herausforderung. Lassen Sie alles nur in Ruhe auf sich zukommen - Sie werden noch eine Menge Freude an diesem brandneuen Lebensabschnitt haben. Und wenn sie doch mal down sind, kompensieren Sie ruhig ein wenig, was Sie vermissen und erfüllen sich beim Shopping in der City mal wieder einen Wunsch.

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Die Ernährung im zweiten Schwangerschaftsdrittel unterscheidet sich nicht von der im ersten - vielleicht brauchen Sie 100 Kalorien mehr am Tag. Denken Sie weiter an einen möglichst vollwertigen Speiseplan. Wenn Sie zu Sodbrennen neigen, können Sie dem Übel ein wenig entgegenwirken, indem Sie darauf achten, dass der Säure-Basen-Haushalt Ihres Körpers im Lot bleibt. Es gibt unter den Nahrungsmitteln solche, die säureüberschüssig sind - und solche, die basenüberschüssig sind. Basen neutralisieren die Säuren. Im Anschluss sehen Sie eine kleine Übersicht:

Säureüberschüssig:

  • Fleisch und Fisch
  • Getreide und Getreideprodukte
  • Mehlspeisen, Nudeln
  • Käse, Eier
  • Zucker, "Süßes"
  • Bohnen, Linsen, Erbsen, Sojabohnen
  • Fett und Speck
  • Bohnenkaffee

Basenüberschüssig:

  • Gemüse
  • Salat
  • Kartoffeln
  • Butter
  • Obst und Fruchtsäfte
  • Olivenöl
  • Haferflocken
  • Kräutertee

Wenn Sie mal Probleme mit dem Blutzucker hatten, lassen Sie um diese Zeit einen Blutzuckerbelastungstest machen. Da es an der Zeit ist, darüber nachzudenken, wo und wie Sie Ihr Baby zur Welt bringen möchten, verzichten Sie nicht auf die Meinung Ihrer Ärztin/ Ihres Arztes. Wenn Sie sich für eine Hausgeburt entscheiden, lassen Sie sich über die Risiken aufklären.

Zuletzt überarbeitet: Dezember 2018

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