Glukosetoleranztest

Glukosetoleranztest

© fotolia, Africa Studio

Der orale Glukose­toleranz­test, kurz oGTT, wird auch Zucker­belastungs­test genannt. Mit diesem Test soll fest­gestellt werden, ob bei der werdenden Mutter ein Schwanger­schafts­diabetes vorliegt.

Diese Erkrankung, bei welcher der Zuckerstoffwechsel im Körper gestört ist, kann nur durch einen Glukosetoleranztest einwandfrei nachgewiesen werden. Bei Frauen, die an Diabetes mellitus leiden, muss der Test nicht durchgeführt werden. Diese Frauen werden bereits behandelt. Sie brauchen nur das weitere Vorgehen in der Schwangerschaft mit Ihrem Diabetologen abstimmen.

Wann wird ein Glukosetoleranztest empfohlen?

Der Glukosetoleranztest wir als Screening in der 24+0 bis 26+6 SSW angeboten. Bei Frauen mit besonderen Risiken für Diabetes (z.B. bei familiärem Diabetes, Übergewicht usw.) sollte der Test möglichst früh in der Schwanger­schaft um die 9. SSW durchgeführt werden.

Schwangeren, bei denen diese Risiko­faktoren auftreten, wird der Arzt in aller Regel zu einem Glukose­toleranztest raten. Der Glukose­toleranz­test gehört zur regulären Vorsorge in der Schwanger­schaft - die Kosten werden von allen Kranken­kassen getragen.

Wie läuft der Test ab?

Zwischen der 24+0 und 27+6 SSW erfolgt ein Vortest, bei dem die Glukose­konzen­tration eine Stunde nach oraler Gabe von 50 g Glukose­lösung bestimmt wird (die Schwangere muss nicht nüchtern sein). Ist der Blutzuckerwert höher als 135 mg/dl, sollte zeitnah ein oGTT mit 75 g Glukose erfolgen. Zu diesem Test muss die Schwangere dann nüchtern erscheinen. Das heißt, sie darf 10 Stunden vor dem Glukose­toleranz­test nichts essen und auch nichts trinken. Bereits die Tage vor dem Test sollte sie auf ihre Ernährung achten und drei Tage zuvor täglich mindestens 150 g Kohlen­hydrate essen. Am Tag des Testes sollte sie gesund und vor allem ohne Fieber sein.

Mit dem Test soll festgestellt werden, wie der Körper eine bestimmte Zucker­menge verarbeitet. Dazu benötigt der Arzt Blut­proben, die verglichen werden. Mit der Unter­suchung einer ersten Blut­probe wird der so genannte Nüchtern­wert ermittelt. Das heißt, der Zucker­gehalt des Blutes im nüchternen Zustand wird bestimmt.

Anschließend erhält die werdende Mutter eine Zucker­lösung, die sie binnen 5 Minuten trinken muss. Dabei handelt es sich um 250-300 ml Wasser mit Trauben­zucker (Glukose). In den folgenden zwei Stunden darf die Schwangere nichts essen und nichts trinken, wobei sie sich ohne körper­liche Anstrengung normal bewegen sollte. Nach Ablauf einer Stunde sowie nach zwei Stunden wird jeweils ein weiteres Mal Blut entnommen. Bei jeder Blutprobe wird der Blut­zucker­wert bestimmt. Bei einem erweiterten Test wird drei Stunden nach Einnahme der Zucker­lösung ein viertes Mal Blut entnommen.

Die Werte: Was bedeuten die Zahlen?

Als Normalwerte gelten gemäß den Diabetes-Leitlinien der Deutschen Diabetes-Gesellschaft (DDG) Nüchtern­werte, die unter 92 mg/dl liegen. Der Zucker­wert nach einer Stunde sollte 180 mg/dl und der Wert nach zwei Stunden sollte 153 mg/dl nicht überschreiten.

Ist ein Wert höher als diese Normwerte, liegt eine Zucker­erkrankung in der Schwanger­schaft, Gestations­diabetes, vor. Die betroffene Schwanger wird dann in Zusammen­arbeit mit einer Praxis für Diabetologie betreut.

Das Resultat: Wie zuverlässig ist das Testergebnis?

Verschiedene Faktoren können das Ergebnis des Glukosetoleranztests verfälschen.

Einerseits kann eine positive Diagnose "Schwangerschafts­diabetes" falsch sein, wenn entwässernde Medikamente und Abführ­mittel vor dem Test nicht frühzeitig abgesetzt wurden oder wenn in den voran­gegangenen Tagen zu wenig Kohlen­hydrate verzehrt wurden.

Andererseits kann auch ein negatives Ergebnis unzutreffend sein. Beispielsw­eise, wenn bei der Schwangeren eine Malabsorption vorliegt oder in den Tagen vor dem Test bestimmte, blutzucker­senkende Medikamente nicht recht­zeitig abgesetzt wurden. Auch wenn sie während der 2-stündigen Wartezeit raucht oder sich in dieser Zeit körperlich zu sehr belastet, kann dies das Ergebnis verfälschen.

Zuletzt überarbeitet: Februar 2020

Mobile Ansicht

Impressum Über uns Jobs Mediadaten Nutzungsbedingungen Datenschutz Forenarchiv

© Copyright 1998-2020 by USMedia.   Alle Rechte vorbehalten.