Eisenmangel in der Schwangerschaft vorbeugen

Eisenmangel in der Schwangerschaft vorbeugen

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In der Schwangerschaft bildet der Körper zusätzlich Blut, um die Gebärmutter und damit auch das Baby ausreichend zu versorgen. Doch zur Blutbildung benötigt der Körper auch das Spurenelement Eisen. Welche Rolle dabei Eisen spielt und warum manche Frauen bei Eisenmangel in der Schwangerschaft Tabletten nehmen müssen, erklären wir hier:

Reich an Eisen: Leber, Weizenkleie und Co.

Eisen ist ein lebenswichtiges Spuren­element, das jeden Tag aufs Neue mit der Nahrung aufgenommen werden muss, weil es vom Körper selbst nicht produziert werden kann. Um einen Eisenmangel zu verhindern sollten Frauen sollten täglich ca. 15 mg Eisen zu sich nehmen - Schwangere benötigen mit 30 mg sogar die doppelte Menge. Eisen ist in tierischen oder pflanzlichen Nahrungs­mitteln enthalten. Aus tierischen Nahrungsmitteln kann der Körper Eisen leichter aufnehmen, als aus pflanzlichen Quellen. Ernähren sich werdende Mütter rein vegetarisch oder sogar vegan, sollte noch bewusster darauf geachtet werden genug eisenhaltige Lebensmittel zu essen um einem Eisenmangel in der Schwangerschaft vorzubeugen.

Besonders viel Eisen steckt in Leber. Entenleber ist hier der Spitzenreiter mit 30 mg pro 100 g. Schweineleber enthält 22 mg Eisen je 100g und Kalbsleber noch 8 mg/100g. Wer kein Freund von gebratener Leber ist, bekommt über Leber­wurst und Blut­wurst noch gut 5 mg je 100g - jedoch enthalten Leber- und Blutwurst auch sehr viel Fett und sind daher nicht gut geeignet, um in größeren Mengen verzehrt zu werden.

Die Mischung macht´s auch in Sachen Eisenzufuhr. Denn auch pflanzliche Nahrungs­mittel sind sehr eisenreich. Weizenkleie enthält 16 mg je 100 g, Kürbiskerne 12 mg und Sesam, Leinsamen und Soja­bohnen um die 10 mg jeweils bezogen auf 100 Gramm verzehrte Menge. Gut zu wissen: Auch wenn man Kräuter nicht in großen Mengen isst, sollte man großzügig beim Würzen sein: Getrocknete Petersilie, Kardamon und Zimt sind überaus eisenreich. Aber auch frische und getrocknete Pfifferlinge sind gute Eisenlieferanten.

Eisen wichtig für Blutbildung

Der größte Teil der Eisenmenge wird für die Blut­bildung benötigt. Den verbleibenden Rest braucht der Organismus für Stoff­wechsel­funktionen oder lagert über­schüssiges Eisen über den Dünndarm ein.

Eisen wird im Dünndarm aus der Nahrung resorbiert und anschließend mit dem Blut zum Knochen­mark transportiert, wo es wesentlich an der Bildung von Hämoglobin, dem roten Farbstoff der Blut­körperchen beteiligt ist.

Die Aufgabe der roten Blutkörperchen ist es, den Sauer­stoff­transport von der Lunge bis in die entfernteste Zelle des Organismus zu gewährleisten. Dieser Anforderung sind sie rund vier Monate lang gewachsen, bevor sie durch neue ersetzt werden müssen. Bei Erwachsenen sind sage und schreibe 25 Billionen von ihnen Tag und Nacht mit diesem Transport beschäftigt. Um die "Ausfälle" sofort wieder ersetzen zu können, muss das Knochen­mark innerhalb von jeweils 24 Stunden rund 170 Milliarden neue rote Blutkörperchen produzieren.

Diese Leistung ist aber nur dann möglich, wenn der Körper neben bestimmten Vitaminen auch genügend Eisen zur Verfügung hat.

Eisenmangel in der Schwangerschaft

Während bei einer etwa 60 kg schweren Frau normalerweise etwa fünf Liter Blut in den Gefäßen "unterwegs" sind, erhöht sich der Bedarf an Blut während der Schwanger­schaft um 30 bis 40 % auf etwa sechs bis sechseinhalb Liter. Eisen zählt deshalb in dieser Zeit zu den überaus wichtigen Nähr­stoffen - der Bedarf steigt auf das Doppelte (!) an, so dass etwa 30 Milligramm pro Tag benötigt werden. Dies ist auch die Menge, die die Deutsche Gesellschaft für Ernährung DGE empfiehlt.

Untersuchungen haben gezeigt, dass im Durchschnitt nahezu die Hälfte aller Frauen schon vor der Schwanger­schaft einen Eisenmangel haben, bzw. über keine oder nur minimale Eisen­speicher verfügen. Bei einer dauerhaften Unter­versorgung kann es zu einer Blutarmut, also zu einem Mangel an roten Blut­körperchen (Anämie) kommen. In der Folge besteht die Gefahr einer ungenügenden Sauer­stoff­versorgung des Babys, sowie einer erhöhten Infekt­anfälligkeit der werdenden Mutter.

Bei Schwangeren mit einer Blutarmut - der sogenannten Schwangerschaftsanämie - kommt es deshalb häufiger zu Fehl­geburten. Ist die Blut­versorgung bei einer Anämie um etwa ein Drittel verringert, beobachtet man meist auch eine zu kleine Plazenta.

Wichtig ist eine ausreichende Eisen­versorgung der Mutter auch während der Stillzeit, weil das Baby bei voll stillenden Müttern alles Eisen, was es zur Blutbildung und Sauer­stoff­versorgung braucht, nur über die Muttermilch bekommen kann. Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung empfiehlt stillenden Müttern eine tägliche Eisenaufnahme von 20 Milligramm.

Eisentabletten gegen Eisenmangel

Gute Eisenlieferanten für die Ernährung während der Schwanger­schaft sind mageres Fleisch, Fisch, Vollkorn­produkte, Hülsen­früchte und Gemüse.

Grundsätzlich ist Eisen aus pflanzlicher Nahrung für den Körper schlechter zu verwerten, als aus tierischen Lebensmitteln. Nahezu alle Pflanzen enthalten Stoffe, die die Verwertung des Nahrungseisens hemmen - z. B. das Phytin in Getreide, Reis und Soja - oder die Oxalsäure in Spinat und Rhabarber. Keinen Einfluss auf die verwertbare Eisen­menge hat übrigens, ob man Lebensmittel roh oder gegart zu sich nimmt - oder wie lange sie gekocht, gegrillt oder gebraten werden. Ein Glas Fruchtsaft zum Essen kann die Aufnahme von Eisen aufgrund des hohen Vitamin-C-Gehaltes wesentlich verbessern.

Da eine wirklich optimale Ernährung auf Dauer nur selten gewährleistet ist, wird der Eisengehalt im Blut von Schwangeren und stillenden Müttern im Rahmen der Vorsorge- und Nach­sorge­untersuchungen kontrolliert. Der Arzt kann dann entscheiden, ob die zusätzliche Einnahme eines Eisen­präparates sinnvoll ist. Heute wird besonders ab dem zweiten Schwanger­schafts­drittel - ab dem 2. Trimester - häufig eine zusätzliche Eiseneinnahme verordnet, um einer Sauerstoff­unterversorgung vorzubeugen.

Zuletzt überarbeitet: Mai 2019

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