Sonderfall: Rückbildung nach dem Kaiserschnitt

Mama lächelt in die Kamera mit Hand am Baby

© fotolia, Hannes Eichinger

Nach einem Kaiserschnitt ist alles etwas anders: Zwar bleiben die Geburtsschmerzen aus, dafür hinterlässt der Kaiserschnitt eine tiefe Bauchnarbe.

Diese Narbe schmerzt vor allem in den ersten Tagen des Wochenbetts und schränkt die Beweglichkeit ein. Viele Frauen sind nach einem Kaiserschnitt enttäuscht und trauern dem verpassten Geburtserlebnis nach. Rückbildungsgymnastik? Der Gedanke liegt in der ersten Zeit noch fern. Viele Frauen mit Kaiserschnitt fragen sich auch: Der Beckenboden ist doch während der Geburt gar nicht strapaziert worden, wofür dann ein Rückbildungskurs? Das ist aber nur die halbe Wahrheit: Denn der wachsende Babybauch hat in den vergangenen Schwangerschaftsmonaten starken Druck auf den Beckenboden ausgeübt. Inkontinenzprobleme treten auch bei Frauen auf, die per Kaiserschnitt entbunden haben.

Den Beckenboden entdecken und schonen

Ein Rückbildungskurs ist also auch für sie gut. Allerdings sollte er etwas später beginnen: Zu zehn bis zwölf Wochen Wartezeit wird im Allgemeinen geraten. Wer sich aber schon früh anmeldet, geht sicher, zum benötigten Termin einen Platz zu haben.

Wichtig ist in der ersten Zeit des Wochenbetts vor allem, der Bauchnarbe die nötige Schonung zu verschaffen. Das heißt aber nicht, dass Kaiserschnitt-Mütter bis zum Beginn des Rückbildungskurses nichts für ihren Beckenboden tun können. Sie können sich auf ihren Beckenboden einstellen. Und damit ist vor allem das Bewusstsein dafür gemeint, alltägliche Bewegungen so zu gestalten, dass sie schonend für den Beckenboden sind:

  • In den ersten Wochen werden Sie viel Zeit im Liegen verbringen. Achten Sie beim Aufstehen unbedingt auf bewusste Bewegungen. Ein Ruck-Zuck schadet auch dem Beckenboden. Besser: Mit angewinkelten Beinen auf die Seite rollen, die Beine aufstellen, mit dem Arm aufstützen und ins Sitzen kommen.
  • Beim Husten und Niesen den Beckenboden bewusst anspannen und den Kopf so halten, dass Sie über die Schulter blicken. Zusätzlich den Bauch mit einer Hand stützen.
  • Tragen Sie Ihr Baby ganz dicht am Körper und achten Sie darauf, den Rücken gerade zu halten.
  • Beim Stillen immer daran denken: Mein Kind kommt zur Brust, nicht die Brust zum Kind. Ein runder Rücken schwächt den Beckenboden.
  • Die Bauchpresse ist ganz schlecht für den Beckenboden. Beugen Sie langwierigen Toilettensitzungen mit der richtigen Ernährung und mit viel Flüssigkeit vor.

Und nach der Rückbildung?

Die Kaiserschnitt-Narbe heilt in den meisten Fällen recht schnell ab. Auch nach Ablauf des Wochenbetts sollten Sie aber weiter ruckartige Bewegungen meiden. Verzichten Sie auch in den nächsten Monaten auf entsprechende Sportarten und machen Sie um schwere Gegenstände so lange wie möglich einen Bogen. Denn auch wenn die Narbe schon verheilt ist - um sie herum können kleinere Verletzungen auftreten, die dann zu Verwachsungen führen. Und die können später richtig wehtun.

Zuletzt überarbeitet: Januar 2019

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