Birgit Neumann

Birgit Neumann

Dipl. Ökotrophologin

Birgit Neumann studierte Ökotrophologie mit dem Schwerpunkt Ausbildung und Beratung und schloss ihr Studium mit dem Titel Diplom Ökotrophologin (Dipl.oec.troph.) ab. Seit dem Studium ist sie als Ernährungs­beraterin und Kursleiterin tätig. Mit regelmäßigen Fortbildungen hält sie ihr Wissen zur Baby- und Kinder­ernährung auf dem aktuellen Stand.

Birgit Neumann

Langt Hirsebrei als Eisenquelle aus?

Antwort von Birgit Neumann

Frage:

Hallo,

mein kleiner 9 1/2 Monate alt verweigert seit einigen Wochen den Gemüse Fleischbrei, er möchte mittags immer gestillt werden, er isst ca 3 Getreidekringel am Tag sowie am Abend ca. 100-150 gramm Hirsebrei mit etwas Obst. Ansonsten isst er sowie keinen Brei sobald sich Stücke darin befinden. Aber FIngerfood mag er unbedingt verschluckt sich jedoch sehr oft. Er wird nach Bedarf gestillt.

Langt der Abendbrei als Eisenliferant aus? Wenn nicht was kann ich ihm Eisenhaltiges anbieten?

LG

von orchidee1201 am 10.10.2019, 19:48 Uhr

 

Antwort auf:

Langt Hirsebrei als Eisenquelle aus?

Hallo orchidee1201
biete deinem Kind eine möglichst bunt gemischte, d.h. ausgewogene Kost an und stille dazu nach Bedarf. Die Mumi hilft ganz wesentlich (durch enthaltene spezielle Moleküle) dabei, das Eisen zu resorbieren und die Beikost insgesamt besser zu verdauen.
Wenn du im Besonderen auf Eisen zu achten möchtest, kannst du dein Baby an Haferflocken gewöhnen.
Es ist ganz wunderbar, dass dein Baby auch bereits schon erste Erfahrungen mit stückiger Kost gemacht hat. Mit 10 Lm ist jetzt der Zeitpunkt erreicht, ab dem die allermeisten Babys nicht mehr gefüttert werden wollen und stattdessen lieber selbständig essen. Es ist die Zeit für die Familienkost und allgemein für stückige (gefahrenfrei kau-und schluckbare) Kost.
Bei einer babygeeigneten (= gut kau - und schluckbar) Familienkost brauchst du keine allzu große Sorge vor einem versehentlichen Verschlucken zu haben.
Das Verschlucken bzw das Würgen ist ein Schreckmoment für Mama und Baby. Das Verschlucken bzw Würgen kommt vor, doch gilt es bei babygeeigneten Speisen als nicht wirklich gefährlich - Aber klar: zu Vorsicht wird immer - auch beim Breiessen und später im Kleinkinderalter - geraten. Sicherheit geht immer vor!
Das Verschlucken bzw Würgen und Husten passiert, wenn die Nahrung versehentlich in den Rachen rutscht. Das kann passieren, bspw bei nicht angemessener Sitzhaltung, bei Müdigkeit oder Ablenkung, und weil das Kauen (Kaubewegungen machen) und Zerdrücken der Nahrung und das Schlucken kleiner Partikel bspw noch besser gelernt (koordiniert) werden muss. Wenn Nahrung versehentlich in den Rachen rutscht, wird ein Hust- und/oder Würgereiz ausgelöst, um die Nahrung wieder hochzuwürgen, um anschließend am besten von dir (Mama, Papa, andere) aus dem Mund geholt zu werden. Wenn das Hochwürgen nicht ganz reibungslos funktioniert, musst du natürlich sofort eingreifen.
Wenn sich dein Kind noch häufiger verschluckt und du tatsächlich sehr vorsichtig vorgehen solltest, könntest du es versuchen, die Gefahr des versehentlichen Verschluckens größerer Stücke zu verringern und diese in angepasster Weise zubereiten - pürieren, klein schneiden, raspeln, häckseln, etc.

Der Energiebedarf sinkt ab diesem Zeitpunkt und die meisten Babys essen jetzt weniger als das was du gewohnt bist. Da du dein Baby auch noch nach Bedarf stillst, wird dein gesundes Baby mit allen Nährstoffen gut versorgt. Das wichtigste was du tun kannst ist: gewöhne deinen Kleinen an Vielfalt.
Schreckmoment:...

Hier sind ein paar Ideen:
Hafer-Bananen-Cookies:
1 große, reife, gelbe Banane (oder Apfelmus)
ca 100-120g feine Haferflocken
viel weniger als 1 Msp Bourbonvanille
zerkleiner die Haferflocken in einem Blitzhacker zu "Mehl". Zermuse oder püriere die Banane, vermische sie mit der Vanille.
Gib das Hafermehl dazu und bereite aus allen Zutaten einen Brei
Heize den Ofen auf 175° hoch und bereite ein Backblech mit Backpapier vor. Mit Hilfe von 2 TL und deinen Händen kannst du jetzt aus dem Teig kleine Kekse formen, etwas flach drücken und ca 10-12, ggf länger, im Ofen backen. Anschliessend auf einem Kuchengitter auskühlen lassen.
Diese Kekse sind bei vielen Müttern beliebt. Ggf musst du etwas experimentieren, bis du nach dem Backen die richtige Konsistenz erhält

Tomaten-Haferbratlinge:
Prinzip:
Tomate roh pürieren, etwas Tomatenmark zugeben, würzen (Salz und Co), feine Haferflocken zugeben, so dass eine dicke Masse entsteht. Etwas Paniermehl/Semmelbrösel zugeben, bis die Masse ganz fest ist. getrocknete Petersilie (1 TL für den verfeinerten Geschmack) zugeben. Ggf Semmelbrösel (Paniermehl zugeben, bis di Masse gut formbar wird, dickt aber noch nach). Quellen lassen. Anschließend mit den Händen Bratlinge formen und in Öl braten.

1-2 kleine Tomaten (roh) mit ggf frischem Basilikum pürieren, 1 EL Tomatenmark, 1 kleine Zwiebel (oder Zwiebelgranulat, wenn es schnell gehen muss)
1,5 Tl Öl zugeben, 50-60g feine Haferflocken. 15-20g Mehl oder Semmelbrösel, ca 1 TL getr. Petersilie, würzen (=Salz, Zucker, Pfeffer, Paprika)

1 kleine Zwiebel ganz fein schneiden, in etwas Öl/Wasser gar und weich dünsten.
Die Haferflocken mit den Tomaten und Gewürzen, den gedünsteten Zwiebeln vermengen. Danach das Mehl zugeben. Masse ca 20 min quellen lassen.
Bratlinge formen und in eine Pfanne mit heißem Fett geben und braten.
Schmecken auch kalt und aufgewärmt sogar noch besser

Kartoffel-Hirse-Bratling
50g Hirse in 200 ml Gemüsebrühe in ca 15 min weich kochen.
400g Salzkartoffeln kochen.
Das Wasser von den gekochten Kartoffeln abgießen.
Die Kartoffeln stampfen. Die gekochte Hirse dazugeben. Würzen mit Salz, Paprika und einem Hauch Curry.
ca 6 EL Haferflocken darunter mischen und alles gut vermischen, bis ein fester Teig entsteht. Den Teig ca 1/2 h quellen lassen.
Danach die Bratlinge (flach) formen und in Semmelbröseln wälzen. Je nach Gefallen und Festigkeit des Teiges kann man auch Semmelbrösel in den Teig geben.
Die geformten Bratlinge in ausreichend Öl von beiden Seiten leicht angaren und hellbraun leicht anbraten.


Haferbrötchen
170g Mehl (1050 Dinkel)
80g Haferflocken
12g Butter
10g Hefe
1/4 TL Salz, Prise Zucker
150 ml Wasser
alles zusammen kneten, bis der Teig die richtige Konsistenz hat. Teigruhe.
Teig auf eine bemehlte Arbeitsfläche geben. Mit der Teigkarte 4 Teile abtrennen.

Von den Teigkugeln jeweils ein kleines Stück (fürs Schwänzchen) wegnehmen. Die Teigkugeln jetzt nacheinander zu Brötchen formen. Die Kugel etwas langziehen und in der Mitte einmal falten. Den Brötchen jeweils eine Mäuschenform geben, in dem du vorne ein Schnäuzchen formst und mit dem kleinen Teigstückchen jeweils Schwänzchen rollst und an den Teig anzwirbelst.
Forme Öhrchen und drücke zwei Rosinen für die Augen über das Schnäuzchen hinein.
Mäuse auf ein Backblech legen
Brötchen abdecken und ca 1h gehen lassen.
Ofen vorheizen auf 230°. Vor dem Backen die Brötchen mit Wasser besprühen und das Blech in den Ofen schieben. Temperatur auf 200° drosseln.
ca 22-27 min backen
Brötchen heraus holen und auskühlen lassen.
Hier die Augen: meine Plastikaugen aus dem Kawaii-Deko Sortiment für LM


bereite einen Kartoffelbrei zu (mit Milch oder ohne, ggf mit Pflanzendrink und Butter/Margarine). Der Brei soll fest sein. In diesen Brei kannst du bspw gekochten Couscous oder gekochte Hirse/Reis mischen und mit den Händen kannst du kleine Bällchen formen. Fertig ist das Fingerfood.


Kartoffelwaffeln (dazu passt Apfelkompott)
450g Kartoffeln
1Zwiebel
3 Eier
1 TL Salz
2 EL saure Sahne
75g Mehl
Kartoffeln schälen, waschen, fein reiben. Zwiebel schälen, fein würfeln.
Alle Zutaten vermischen, Mehl zuletzt unterrühren.
Waffeln backen.


Kartoffelwolken:
160g gekochte (Salz-)Kartoffeln
30 ml Öl
2 Eier
100g Schmand (oder saure Sahne/Creme Fraiche)
80g Mehl
1 Msp Backpulver
aus den Zutaten einen Teig (mit dem Handrührgerät) mixen.
Den Teig in kleinen Klecksen auf ein Backblech (Backpapier/Backmatte) geben uund bei 180° ca 20 min bis sie gar sind, backen.
dazu: Brokkoliröschen zum knabbern

Grüße
Birgit Neumann

von Birgit Neumann am 13.10.2019

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