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Geschrieben von steffi220 am 01.05.2020, 20:49 Uhr

Zur streng mit ersten kind?

Hallo in die Runde,

Ich bin zur Zeit richtig verzweifelt.
Kind 1 fast 3 Jahre und kind 2 5 Monate.
K1 ist sehr wild, frech und sehr aufbrausend.
Mit der Geburt des Geschwisterchen kam sie anfänglich, scheinbar auch gut zurecht...
Aber sie versucht ihrem geschwisterchen ständig weh zu tun.

Da wird hier gezogen, da getreten, da drauf gelegt. Und natürlich muss ich dann dazwischen gehen und sie tadeln. Und das mach ich mittlerweile ständig und immer lauter.
Die corona Situation macht es auch nicht einfacher. Ihr fehlt der kiga und gleichaltrige.
Ich will sie nicht ständig anschreien oder schlechter behandeln als ihr geschwisterchen.... Aber warum ist sie so?
Wie soll ich ihr das beibringen, anderen nicht weh zu tun. Sie hört auch einfach nicht. Sie macht es immer und immer wieder...

Nur um so Aufmerksamkeit zu bekommen? Ich versuche schon wirklich beiden gerecht zu werden. Aber ich kann mich doch nicht nur um sie kümmern. Da ist auch noch ein baby was sehr viel Aufmerksamkeit brauch...

 
4 Antworten:

Re: Zur streng mit ersten kind?

Antwort von Baerchie90 am 02.05.2020, 0:36 Uhr

Ich glaube in dem Alter ist das gar kein "böser Wille", sondern auch einfach der Grobmotorik geschuldet oder eben der Tatsache, dass die lieben Kleinen noch gar keinen Sinn für so manche gefährliche Situation haben.
Ich selbst hatte beim zweiten Kind sehr lange die Angst, dass das ältere Kind (2 Jahre und 3 Monate alt als Kind 2 geboren wurde), dem jüngeren ausversehen weh tut. Dazu hätte ja gereicht, dass "Kind groß" das kleine Geschwisterchen hochheben möchte (so wie alle Erwachsenen das ja auch ständig tun), oder es ganz simpel zudeckt und dabei die Decke über den Kopf zieht, während es schläft. So kann super schnell aus einer "netten Geste" eine "gefährliche Situation" entstehen.
Deswegen hatte ich bestimmt das erste halbe Jahr permanent mindestens einen der beiden direkt neben mir. Erst als die kleinere etwas "robuster" wurde, lockerte ich das ganze allmählich auf, aber so richtig "unbeobachtet" (zb Kinder im Kinderzimmer, während ich was in der Küche mache) waren die beiden glaube ich erst, als die kleine 1,5 Jahre alt war.

Ansonsten half es hier immer sehr gut, wenn ich statt Verbote zu benennen ("Lass XY", "Hör auf mit YZ"), sagte was getan werden darf ("Hol doch mal ihre Spieluhr", "streichel sie am Bauch" , "scheide doch mal eine Grimasse" etc).

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Geschwister-Eifersucht...

Antwort von Banu28 am 02.05.2020, 10:59 Uhr

Hallo,

ich weiß, wie wahnsinnig nervig es ist, wenn das ältere Kind das jüngere triezt. Das kennen wohl alle Eltern ab dem zweiten Kind, ich auch. Es entlastet Dich aber sicher schon etwas, wenn Du besser verstehst, warum das ältere Kind sich verhalten muss, wie es das tut.

Zum Beispiel muss man wissen, dass Geschwister-Eifersucht absolut unvermeidbar ist, egal wie gleich Du Deine Kinder liebst und wie gerecht Du sie behandelst. Alle Geschwisterkinder werden davon geplagt. Und Eifersucht ist ein schlimmes Gefühl, das gemein weh tut (kennen wir Erwachsene ja auch). Ein kleines Kind kann dieses Gefühl noch nicht verstehen, nicht handhaben, nicht kontrollieren und nicht auflösen.

Wenn Du schimpfst, verstärkst Du das schlimme Gefühl Deiner älteren Tochter noch. Sie wird dann für ein Gefühl bestraft, für das sie nichts kann. Das erhöht das Elend. Denn sie kann ihre Eifersucht nicht einfach abstellen, das gelingt ja nicht einmal uns Erwachsenen, gell.

Eine Freundin von mir ist Familientherapeutin. Sie sagte - einfach zum Vergleich -, wie Eifersucht sich für ein älteres Geschwisterkind anfühlt: Es ist, als ob Dein Mann eines Tages heimkommt und eine langbeinige, schlanke Blondine mitbringt. Auf Deinen erstaunten Blick sagt er: „Schatz, sieh mal, das ist unsere neue Mitbewohnerin. Ist sie nicht süß? Ihr werdet Euch ganz bestimmt richtig gern haben und ganz toll miteinander auskommen. Gell, da freust du dich aber!“

Das ist natürlich scherzhaft gemeint, aber so können wir besser nachfühlen, wie ein Kind, das bisher die Hauptperson für Mama und Papa war, sich fühlt. Nämlich oft richtig schlecht, und es kann dann nicht anders, als dies auch zu zeigen.

Trotzdem, und das ist wichtig, liebt das ältere Kind das kleine Geschwisterchen auch. Wie alle Menschen können auch Kinder mehrere Gefühle gleichzeitig haben. Auch meine Tochter liebt ihren kleinen Bruder heiß und innig, was man daran merkt, dass sie sich manchmal mit ihm gegen uns Eltern „verbündet“ oder dass sie mit mir schimpft, wenn ich in ihren Augen mal zu streng mit dem Bruder bin. Oder auch, dass sie früher, als beide noch klein waren, geweint hat, wenn er krank war.

So wird es auch bei Euch sein: Die Große wird zwar fast jeden Tag von der ganz normalen Geschwister-Konkurrenz geschüttelt werden, und zwar solange, bis Deine Zwei von zu Hause ausziehen. Trotzdem wird Deine Tochter ihr Geschwisterchen immer auch lieben. Das aber wird man im Alltag sehr oft nicht sehen, sondern eher in Ausnahmesituationen und wenn die beiden etwas älter sind. Trotzdem ist es so.

Aber nun zum Alltag: Kluge Psychologen raten: Wenn das ältere Kind das jüngere ärgert, haut, oder schubst, bitte NICHT schimpfen (auch wenn das sehr, sehr schwer fällt, ich weiß). Sondern das ältere Kind neutral aus der Situation herausnehmen. Es ablenken, ihm eine kleine Aufgabe geben („Kannst Du mir beim Tischdecken, Staubsaugen etc. helfen?“). Immer neutral reagieren, denn jeder Vorwurf, jedes Schimpfen, jede „Konsequenz“ verstärkt die Eifersucht. Und das bekommt das jüngere Kind bei nächster Gelegenheit dann erst recht zu spüren.

Je neutraler, gelassener und konstruktiver Du das löst, desto schwächer fällt auf Dauer die Eifersucht aus, auch wenn sie nie ganz aufhören wird. Ablenkung ist dabei immer am besten, vor allem, wenn das größere Kind mithelfen darf und dafür jeden Tag oft und ausführlich gelobt wird. Denn dann spürt es, dass es auch irgendwie cool ist, schon „groß“ zu sein und kein Baby mehr, weil man Mama da schon richtig helfen kann. Das macht stolz und froh. Und es lindert die Eifersucht, das war bei uns in den schwierigen Phasen auch so.

LG

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Re: Zur streng mit ersten kind?

Antwort von Sommerblume269 am 05.05.2020, 22:22 Uhr

Hallo,
Ich bin selbst Erzieherin und vertrete die Meinung, dass Kinder mit drei Jahren durchaus schon verstehen, dass sie anderen, insbesondere kleineren Kindern, nicht mit Vorsatz wehtun dürfen.
Genau wie du schon vermutest, gehe auch ich davon aus, dass dein älteres Kind durch die aktuelle Situation (Kitaschließung) unterfordert ist und gleichzeitig deine Aufmerksamkeit bekommen will. Langeweile und Frust, dass das kleine Geschwisterchen naturgemäß etwas mehr Aufmerksamkeit bekommt, scheint sie in Form von "Aggressionen" zu regulieren. Das ist wiederum für Ihr Alter normal und ich finde es richtig, dass du konsequent dazwischen gehst. Achte nur darauf, ihr auch regelmäßig in positiven Situationen Beachtung zu schenken, damit sich nicht eine negativ Spirale der "schlechten Aufmerksamkeit" entwickelt. Überlege dir so viel wie möglich Wege, sie im Alltag mit einzubinden und ihr positive Rückmeldungen zu geben.
Alles Gute

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Re: Zur streng mit ersten kind?

Antwort von Minztee am 27.05.2020, 15:44 Uhr

Würde hier zustimmen. Gar kein Feedback zu geben, dass das Verhalten falsch ist, wie im vorletzten Beitrag nahe gelegt, halte ich für ein Problem. Kinder müssen gespiegelt werden, um z.B. Empathie zu lernen.
Gleichzeitig müssen wir Erwachsenen ihnen helfen, ihre Gefühle zu benennen und den Umgang damit einüben.

Insofern durchaus sagen: "Lass das, das tut der Kleinen weh."
Und dann vielleicht: "Tu doch mal lieber/Hilf mir doch mal lieber bei..." etc.
Den netten Umgang mit der Kleinen zeigen und erfahren lassen, dass sich das gut anfühlen kann.
Und bei Gelegenheit auch mal ansprechen: "Das ist doof, wennn man immer warten muss." oder "Manchmal wäre man auch gern wieder das Baby, nicht wahr?"
Fehlverhalten unterbinden, konstruktiven Umgang mit Problemen unterstützen, Gefühle benennen und ernst nehmen. Alles leider im Idealfall gleichzeitig notwendig.

Ich denke, Eifersucht stachelt das nur dann mehr an, wenn es erniedrigend und zu persönlich wird ("Was bist Du bloß für ein Rotzblag.") und/oder wenn kein vernünftiger Umgang aufgezeigt wird.

Diese ganze indirekte Erziehung (einfach ablenken) ist mir zu viel Manipulation, zu weit von tatsächlichen zwischenmenschlichen Interaktionen entfernt und die Kinder spüren sowieso, dass da eigentlich mehr im Busch ist. Lob der Eltern, wenn die eigentlich sauer sind, kann nicht ernst genommen werden oder unterstützt ein falsches Selbstbild, wie toll man doch ist (obwohl man gerade total fies war). Und später in der Außenwelt reagieren die Spielkameraden im Sandkasten bei Fehlverhalten durchaus auch noch viel direkter und weniger pädagogisch mit Schaufel auf den Kopf oder Ausschluss aus der Gruppe. Auch für sowas sollte Erziehung irgendwie wappnen.

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