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Geschrieben von Maddingluck2108 am 18.06.2020, 15:51 Uhr

Wie einer Mutter erklären, dass sie mehr auf ihr brüllendes Kind hören sollte

Hallo, ich komme hier ins Forum mit einer vielleicht eher unüblichen Frage.
Unsere Kleine ist gerade 16 Monate alt. Wenn sie mit mir (Papa) zusammen ist, ist sie ein total angenehmes und fröhliches Kind. Manchmal etwas anhänglich aber alles im Rahmen.

Insgesamt ist sie etwas spät in der Entwicklung, hat z.B. vor kurzem mit ca. 13-14 Monaten zu Laufen begonnen.

Kaum ist die Mama in der Nähe fängt sie an zu brüllen. Dabei glaube ich nicht, dass es Angst ist, weil sie sofort versucht, zu Mama zu kommen. Manchmal hilft es, dass sie sie auf den Arm nimmt, manchmal nicht. Und sie darf sich auf keinen Fall setzen - Auf den Arm und Rumlaufen, was anderes geht nicht.

Das ist teilweise so stark, dass die Kleine einen Großteil des Tages brüllt (höre ich jetzt beim Homeoffice zu Corona-Zeiten noch stärker). Das ist für sie sicherlich nicht besonders gut, für uns (Mama+Papa) erst recht nicht.

Jetzt habe ich oft das Gefühl, dass durch dieses Schreien ein Teufelskreis entsteht. Kleine schreit, Mama wird frustriert, Kleine glaubt Mama mag sie nicht, schreit lauter etc.
Manchmal beobachte ich auch beispielsweise, dass die Kleine sich gerade beruhigt hat, da versucht Mama schon, sie auf den Boden zu stellen, damit sie ein bisschen selbst läuft.
ICH versuche sie immer noch etwas länger auf dem Arm zu halten, weil ich glaube zu merken, dass sie da einfach immer etwas Karenzzeit braucht. Ich habe das Gefühl, meine Frau bemerkt das nicht (sie ist allgemein nicht unbedingt die einfühlsamste - und die Frustration verstärkt das noch).
Oder WENN die Kleine schreit glaube ich immer ganz gut zu erkennen ob hochnehmen oder Ablenken hilft - oft funktioniert es bei mir. Bei meiner Frau in der Regel nicht.

Jetzt habe ich ein paar mal versucht ihr das zu sagen, leider ist in der letzten Zeit auch das Selbstbewusstsein stark in Mitleidenschaft gezogen worden. Jedesmal wenn ich versuche das anzusprechen, endet es in Streit und sie fühlt sich bevormundet.

Ich bin mir auch nicht sicher, ob meine Frau da tatsächlich irgendwas falsch macht, oder ob das ein reines Thema bei der Kleinen (oder mir??) ist... Ratlos bin ich.
Auf jeden Fall belastet es das komplette Familienleben - ebenso wie unsere Beziehung. Ich merke wie oft meine Frau frustriert und ein wenig eifersüchtig schaut, wenn die Kleine mal wieder ewig geschrien hat, ich sie dann für einige Zeit nehme damit meine Frau mal kurz Pause (oder Toilette) machen kann und die Kleine dann nach 5 Minuten wieder ruhig ist (oft allerdings nur, bis Mama wieder da ist).

Ich weiß nicht ob ihr mir helfen könnt - habt ihr (vielleicht auch aus Mami-Sicht) eine Idee, wie ich meiner Frau meine Vermutungen schonend beibringen könnte, sodass sie nicht sofort in Verteidigungsstellung geht und wenigstens mal in Erwägung zieht, irgendwas anders zu machen?

Oder vielleicht eigene Erfahrungen mit so einem Verhalten beim Kind? Ganz oft heißt es ja "das ist nur eine Phase". Leider hält diese Phase schon seit bestimmt 6-10 Monaten an ;)

 
9 Antworten:

Könnte Wiederannäherungskrise sein.

Antwort von emilie.d. am 18.06.2020, 16:18 Uhr

So nennen das manche Kinderpsychologen. Mit 1 Jahr entdecken die Kinder, dass Mama und sie nicht eins sind, sondern dass sie eine eigene Persönlichkeit, ein eigenes 'Ich' sind. Gleichzeitig wird die Welt größer, weil der Bewegungsradius sich erweitert. So ein Entwicklungsschritt macht je nach Temperament des Kinder mehr oder weniger Angst. Und Angst führt dazu, dass Kleinkinder in den sicheren Hafen flüchten und an Mama kleben wie eine Klette und jammern, wenn man nur die Tür aufmacht. Ich denke, das kennt fast jede Mutter.

Du könntest das Selbständigwerden Deiner Tochter prima unterstützen, indem Du Aufgaben wie Füttern, Baden, ins Bett bringen, Spielen übernimmst. Wenn Deine Tochter neugierig ist und keine Lust hat rumzusitzen, könntest Du mit ihr rausgehen, ins Auto setzen und Tanken... Mein Mann hat unsere, wenn sie gemault und gejeimelt haben, oft zum Bahnhof geschleppt und dort Züge geschaut. Oder vom Aldi aus die Autobahn geguckt. Waschstraße fanden sie toll.

Ich würde das mal ausprobieren. Es klingt schon auch ein bisschen so, dass Euer Kind vielleicht gelangweilt ist. Auf jedenfall entlastet das Deine Frau und stärkt Deine Bindung zum Kind.

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Re: Könnte Wiederannäherungskrise sein.

Antwort von Maddingluck2108 am 18.06.2020, 16:35 Uhr

Danke für die Tipps - da sind auch ein paar Dinge dabei, die mir als nie ganz erwachsen gewordenen Papa auch noch Spaß machen
Füttern, Bett, Spielen etc. mache ich schon recht oft - rausgehen habe ich noch nie probiert - werde ich mal machen. Das Problem hier ist halt, dass ich dann jedes mal die traurigen Augen meiner Frau sehe, wie sie sich Vorwürfe macht und sich immer mehr einredet, dass sie nicht gut genug ist für die Kleine.

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Re: Könnte Wiederannäherungskrise sein.

Antwort von Frolle am 18.06.2020, 17:52 Uhr

Puh. Das stelle ich mir sehr anstrengend vor. Mein vollstes Mitgefühl für diese schwierige Situation. Absolut verständlich, dass es für die Mutter hart ist und die Situation auch eure Beziehung belastet und du dir Sorgen machst und in einer Zwickmühle steckst zwischen die-Situation-ertragen-um-nicht-anzucken und Versuche-unternehmen-die Situation-zu-ändern-und-damit-Streit-entfachen.
Toll, dass du so ein einfühlsamer Papa zu sein scheinst.

So richtig einen Tipp habe ich leider auch nicht...
Weil ich nicht weiß, woran es liegt. Ob es ein tiefgründigeres Bindungsproblem ist, ob deine Frau in Stress-Situationen zu „unruhig“ wird und dadurch nur noch mehr Stress verursacht auf beiden Seiten, ob es diese „Wiederannäherungskrise“ ist (noch nie gehört) oder, oder, oder.
Ohne Ursachenverständnis ist es schwer, Ratschläge zu geben. Vor allem ist es ja schon einen echt langen Zeitraum so.
Puh.

Macht ihr denn manchmal auch schöne Sachen zusammen? Oder ist es eher so, dass entweder du oder deine Frau die Kleine betreut? Auf dem Spielplatz spielen oä, also „neutrale“ Orte, die nicht schon so „vorbelastet“ sind wie das Zuhause (wo es ja ein eingefahrenes Schema zu geben scheint)? Dass ihr versucht, schöne Spielsituationen zu schaffen, und wenn es gut läuft, ziehst du dich kurz zurück - zum Mülleimer gehen in Sichtweite oder so, so dass deine Frau einen Moment Quality-Time mit der Tochter verbringen kann? Dass deine Tochter schöne Zeit mit einer ruhigen, entspannten Mutter verbringen kann und alle dich als „sicheren Hafen“ in Sichtweite haben?

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Re: Könnte Wiederannäherungskrise sein.

Antwort von Frolle am 18.06.2020, 17:58 Uhr

Also was ich damit meine, ist, dass du es „vormachst“, wie es ganz gut läuft.
Grundsätzlich ist es aber glaube ich wichtig, dass ihr über das Problem sprecht und deine Frau lernt, es nicht als Kritik aufzufassen. Vielleicht kannst du es nochmal ganz behutsam versuchen? „Mich belastet die Situation, ich würde es gerne schöner haben, vielleicht finden wir zusammen eine Lösung, ... Was ist deine Vermutung, woran es liegen könnte? , ...“
Also sanft das Problem gemeinsam besprechen, ich-Botschaften senden, ...

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Du warst mit Deinem Kind noch nie allein draußen?

Antwort von emilie.d. am 18.06.2020, 22:33 Uhr

Krass. Sag Deiner Frau halt, dass sie die Zeit für sich nutzen soll, Freunde treffen, Sport, was ihr Spaß macht. Dann grübelt sie vielleicht auch weniger.

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Re: Wie einer Mutter erklären, dass sie mehr auf ihr brüllendes Kind hören sollte

Antwort von Ivdazo am 19.06.2020, 5:10 Uhr

Ich würde auch versuchen an deiner Stelle, so viel es geht mit der Kleinen rauszugehen. Dann kann deine Frau sich von dem Gebrüll erholen.
Es geht nämlich wirklich auf die Nerven, wenn ständig jemand herumschreit, ich habe hier auch gerade zwei sehr laute Kinder, und sie brüllen meist weder mich an, noch weinen sie, ist also nicht mal persönlich. Trotzdem bin ich froh, wenn der Papa sie übernimmt für 30 Min, damit meine Ohren sich erholen können. Ich kriege auch oft genug Kopfschmerzen davon, deine Frau ja vielleicht auch?

Ansonsten würde ich auch zu einem klärenden Gespräch raten, in einer entspannten Situation, und nicht direkt während/nach einem Schreianfall eurer Tochter. Vielleicht hilft es, wenn du ihr Mut machst, es richtig zu machen, oder zeigst, dass du sie als Mutter wertschätzt (vielleicht machst du das aber auch schon). Dann kannst du auch die Situation besprechen, ohne dass deine Frau das als Angriff auffasst. Viel Erfolg!

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Re: Wie einer Mutter erklären, dass sie mehr auf ihr brüllendes Kind hören sollte

Antwort von Tini_79 am 19.06.2020, 9:20 Uhr

Klassischer Vorführeffekt :-)

Mein Schreibaby schrie täglich über Stunden und wenn mal jemand zu Besuch kam und es auf den Arm nahm, war eine Stunde am Stück Ruhe :-)

Mal im Ernst, deine Tochter ist bei dir über Stunden bester Laune und bei der Mutter weint sie immer? Und das geht so seit Wochen und Monaten? Das ist echt merkwürdig.

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Re: Wie einer Mutter erklären, dass sie mehr auf ihr brüllendes Kind hören sollte

Antwort von Monroe am 19.06.2020, 15:47 Uhr

Spricht eure Tochter schon ein paar wenige Wörter?
Was könnte deiner Meinung nach der Grund f7r das viele Weinen sein? Wird sie mir so "gehört"? Also befasst ihr euch erst dann mit ihr wenn sie schreit?
Wie läuft euer Tag ab?

Mein Tipp wäre, dass ihr euch beide anders im das Kind kümmert. Rausgehen z.B. zum einen sind Kinder draußen ausgeglichener und abgelenkt von neuen Eindrücken, zum anderen tut es einfach gut draußen zu sein. Warum geht ihr nicht alle gemeinsam auf den Spielplatz?
Dann guckt deine Frau auch nicht traurig.

Ich würde auch einen Termin beim Kinderarzt machen und abklären lassen, ob eure Tochter evtl körperliche Beschwerden hat, die sie schreien lassen. In dem Ausmaß finde ich es nicht wirklich normal, dass ein Kind soviel schreit in dem Alter.
Also wenn ihr Hunger und Müdigkeit ausschließen könnt und sie schreit trotzdem so ausdauernd, ist irgendwas falsch.
Bitte vereinbart einen Termin. Wenn der Arzt nichts findet, müsst ihr an euch arbeiten, um eure Tochter zufriedener zu machen.

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Re: Wie einer Mutter erklären, dass sie mehr auf ihr brüllendes Kind hören sollte

Antwort von Minztee am 30.06.2020, 18:38 Uhr

Kinder spiegeln uns Erwachsene. Wen oder was spiegelt Deine Tochter? Auf wessen Gemütslage reagiert sie?

Wenn Du sagst, Deine Frau sei eh nicht die empathischste und das Verhalten ist so um die Mutter fixiert - hat Deine Frau eine verschleppte Wochenbettdepression?

Kam mir so der Gedanke. Das Kinderverhalten ist ja in erster Linie immer mal Symptom seiner Familie.

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