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Geschrieben von Elke28 am 22.07.2004, 22:56 Uhr

wann in den Kindergarten

Hallo!
Alle, alle, alle sind ganz erpicht darauf, dass die Kinder möglichst früh in den Kindergarten kommen!
Ich bin da bei meinem Kleinen (fast drei Jahre alt) ziemlich unsicher, da er sehr zurückhaltend, zierlich und sensibel ist.
Einerseits habe ich die Befürchtung ihn zu überfordern und zu frustrieren, wenn ich ihn zu früh in den Kiga schicke , auf der anderen Seite möchte ich ihn auch nicht unterfordern und hoffe, dass ihm die 2-Tages-Gruppe, in die er ab September gehen wir ausreicht!
Wer kann mir da ein bissl weiterhelfen?
Elke

 
21 Antworten:

Re: wann in den Kindergarten

Antwort von TineS am 22.07.2004, 23:16 Uhr

Hallo,

also ich habe ab september 2 kiga kinder

Beim großen (nun 4) wäre es absolut undenkbar gewesen ihn vor dem 3. geb in den kiga zu geben. Er kam mit 3,5 rein und das war das richtige alter für ihn.

Der kleine ist da schon immer wiefer gewesen. War jetzt auch ein jahr in der 1tagesgruppe (3 tage war erst ab 3 jahren) also von 1 3/4 jahr an bis nächste woche. Wenn er in den kiga kommt, ist er 2 3/4. Dieses jahr ist uach glück, da sie plätze freihaben.
Das eine Jahr denke ich hat ihm auch gutgetan etwas zur vorbereitung.

Ich würde deinen sohn echt erstmal in die 2 tagesgruppe geben (ab diesem jahr wird unsere 1tagesgruppe auch eine, aber das bringt uns nu nix mehr) Da kann er sich mit weniger kinder erstmal an alles gewöhnen. Es ist nicht gleich soviel wie im kiga.
Und evlt kommen dann nächstes jahr mit ihm noch andere von der gruppe gleichzeitig in den kiga, da kennt er dann schon mal spielkameraden, und das ist bestimmt schön für ihn.

viele grüße

tine

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Re: wann in den Kindergarten

Antwort von mobsi am 23.07.2004, 1:28 Uhr

also, mein motte (20 monate) wird am august in den kiga gehen...erstmla zur eingewöhnung, dann nach ca 4 wochen für halbtags bis 14 uhr....

ich denke sie wird sich sehr gut einfnden, sie ist zwar auch etwas schüchtern, aber nach ner weile taut sie auf, und speilt, wenn sie will auch mit anderen kindern....aber manchmal doch lieber alleine....sie wird es aj cniht schlecht im kiga haben....

da ich die ausbildung noh amchen muss, bleibt mir nix anderes übrig, als lena an die kigazeit zu gewöhnen....ich denke ihr wird es dort gefallen....mit 3 jahren wäre mir zu spät geworden...ich finde 2 jahre sind absolut ok....

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Re: wann in den Kindergarten

Antwort von *Sam am 23.07.2004, 8:42 Uhr

Hallo,
ich habe meine Tochter mit 3 Jahren in den Kindergarten gegeben, weil wir gerade da einen Platz bekommen haben und die ja auch gerne immer so tun, als müsste man den Platz nehmen, weil es sonst monatelang keinen mehr gibt. Nach 3 Tagen habe ich sie wieder abgemeldet, weil sie totunglücklich war.
Wenn Du jetzt schon das Gefühl hast, dass es zu früh sein könnte, dann ist das bestimmt so!!! Ich hatte nämlich auch das Gefühl, aber alle meinten, sie müsste ja wohl irgendwann gehen. Hätte ich mal lieber auf mich gehört. Ich habe auch mal bei Dr. Posth nachgelesen. Niemand sagt, dass ein Kind mit 3 Jahren soweit sein muss. Er hält es für besser, wenn die Kinder später gehen. Und ein halbes Jahr macht viel aus. Und wenn Dein Kind eben erst mit 4 in den Kiga geht, ist das immer noch voll ausreichend. Höre auf Dich. Niemand kennt Dein Kind besser als Du.
Eine gute Entscheidung.
LG Sam

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Re: wann in den Kindergarten

Antwort von molly1 am 23.07.2004, 10:36 Uhr

hallo, meine maus ist 1,5j. leider kann man bei uns nur 2 jahre erz.geld bekommen. dann bin ich arbeitslos und eigentlich muss sie dann in die krippe. aber ich werde es auch nicht tun. ich will sie nicht weg bringen. ich bin der meinung, wenn sie nicht wollen, sollten sie auch nicht. man kann sie ja dann noch in die vorschule geben. ich finde der ernst des lebens fängt früh genug an und wann hat das kind dann schon noch mal die wahl, ob es gehen möchte. gib deinem kleinen die chance freiwillig gehen zu möchten. dann gibt es später auch keine probleme. wenn du die möglichkeit hast....natürlich. lg silvia, die bissi wirr geantwortet hat UND eigentlich noch wissen wollte, was 1tages und 2tagesgruppen sind?

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Re: wann in den Kindergarten

Antwort von bine99 am 23.07.2004, 11:48 Uhr

Hi,

also ich bin der Meinung dass sich jüngere Kinder (so bis 2) mit dem Kindergarteneinstieg leichter tun.
Hab auch mal eine Studie darüber gelesen.
Je später desto schwieriger.
Meiner wird in einem halben Jahr (dann ist er 2) in den Kindergarten gehn.
Ich glaub für mich ist es schwieriger als für ihn! Wenn ich nur daran denke, ihn allein lassen zu müssen, ... schrecklich!!

Aber das muß eh jeder für sich entscheiden!!
LG

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Re: wann in den Kindergarten

Antwort von RenateK am 23.07.2004, 12:17 Uhr

Hallo,
also im Endeffekt kannst Du es nur selber beurteilen. Ich selber finde aber 3 Jahr schon sehr spät, was soll das Kind zu Hause machen. Unserer kam mit 13 Monaten ganztags in die Kita, wir hatten es nie anders vor, und ich hatte da schon das Gefühl, dass es Zeit wurde, dass er täglich unter andere KInder musste.
Gruß, Renate

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@renate

Antwort von molly1 am 23.07.2004, 13:17 Uhr

öhm....man kann basteln , spielen, lesen...alles , was im kiga auch passiert. für die kontakte gehe ich in eine spielgruppe und treff mich privat mit frendinnen und deren kindern oder geh auf den spielplatz. also mit ein bißchen eigeninitiative langweilt sich auch ein kind zu hause nicht. find ich. was nicht heißt, dass ich mich zum sklaven mache, aber ich hab das kind ja bekommen , also beschäftige ich mich die 1. jahre auch gern mit ihm. *gg* , die andern natürlich auch.
lg molly, die übrigens 3 kinder hat

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Re: wann in den Kindergarten

Antwort von drahtseil am 23.07.2004, 13:26 Uhr

Hallo, meine Große habe ich mit 2 1/4 Jahren in den Kindergarten. Sie fand es von Anfang an toll, es gab nie Tränen, ich mußte auch vom 1. Tag an nicht dableiben. Meine Zweite ist ein ganz anderer Typ und da sie im Moment im Kiga sowieso erst ab 3 Jahren Kinder annehmen, da die Kleine Gruppe voll ist, werd ich sie auch nicht früher hinbringen. Ich finde so mit 3 Jahren solltest Du Deinen Sohn schon hinbringen. Der Kontakt mit anderen Kindern ist unheimlich wichtig für die Kleinen. VG chris

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Re: wann in den Kindergarten

Antwort von tanzmaus am 23.07.2004, 14:23 Uhr

bei uns kommen kinder erst am 3 jahren in den kindergarten, vorher sind sie in der kinderkrippe.

ich muss sagen, dass ich es nicht bereut haben, meinen sohn schon mir einem jahr in die kinderkrippe zu geben. er hat von anderen kindern sehr viel gelernt.

heike

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Re: wann in den Kindergarten

Antwort von Antonia17 am 23.07.2004, 14:41 Uhr

Wie schon an vielen anderen Stellen in diesem Forum geschrieben, geht unsere Tochter seitdem sie 7 Monate alt ist in die Krippe. Es bekommt ihr ausgezeichnet und sie entwickelt sich gut.

Ich denke, mit 3 Jahren ist es höchste Eisenbahn, dass ein Kind regelmässig mit anderen (eben nicht durch die Mutter handverlesenen!!!) Kindern in Kontakt tritt, um sein Sozialverhalten zu schulen.

Und was jetzt kommt, bezieht sich nicht explizit auf Elke, sondern ist eher allgemeiner Natur.

Wie schon häufiger bemerkt, ist Fremdbetreuung von Kleinkindern (ab wenigen Monaten) in anderen Ländern (z.B. Frankreich, Schweden, etc.) etwas völlig normales. Die Deutschen sind da etwas "rückständiger" - auch was die "Erwerbsneigung" von hiesigen Müttern kleiner Kinder betrifft.

Ich zitiere (s.u.): "Nur rund fünf Prozent kehren nach dem dreimonatigen Mutterschutz [in Deutschland] auf ihre volle Stelle zurück – in Frankreich sind es 70 Prozent! Rund zwei Drittel der berufstätigen Mütter arbeiten Teilzeit. Nicht, was ihren Anteil an den Erwerbstätigen betrifft, wohl aber bei der Arbeitszeit belegen die deutschen Frauen im Europa-Vergleich einen der unteren Plätze.

Und französische oder schwedische Kinder entwickeln sich mit Sicherheit auch völlig normal.

Auch auf die Gefahr hin, mich (nicht zum ersten Mal ;-) in diesem Forum hier unbeliebt zu machen, kopiere ich gern einen Artikel aus der ZEIT (ja, ja - das Intellektuellen-Wochenblättchen) hinein und hoffe, er wird von vielen deutschen Müttern gelesen.

So long, LG A.


Mütter - Büro & Klammern
Von Ilka Piepgras

Was ist eine gute Mutter? Die meisten beantworten diese Frage so: Ausgeglichen und glücklich – das überträgt sich aufs Kind. Was einfach klingt, scheint jedoch den wenigsten zu gelingen. Die berufstätige Mutter scheitert heute vorzugsweise an den eigenen hohen Ansprüchen: Sie fühlt sich mal unzulänglich im Job, mal unzulänglich oder unterfordert zu Hause. Die Vollzeitmutter schämt sich ihrer vermeintlich langweiligen Hausfrauenrolle. Die Teilzeitmutter kann die Zeit mit den Kindern nicht genießen, weil sie mit schlechtem Gewissen an die aufgegebene Karriere denkt. Gründe für das Unbehagen einer neugeborenen Mutter gibt es genug. Und alle hätten sie ein leichteres Leben, wären sie nicht so versessen darauf, eine »gute Mutter« zu sein.

Heute stehen die Frauen aller westlicher Länder unter dem Druck, die schönen Feminismus-Theorien der siebziger Jahre endlich mit Leben zu füllen. In Deutschland jedoch scheinen der Anspruch der Frauenbewegung und das tatsächliche Selbstverständnis der Frau besonders weit auseinander zu klaffen. Wie sonst wäre es zu erklären, dass die Frage geeigneter Kinderbetreuung in Deutschland noch immer ideologisch aufgeladen ist und die Vereinbarkeit von Beruf und Familie mehr als in anderen europäischen Ländern diskutiert wird? Warum nur kommen andere Sprachen ohne das Wort »Rabenmutter« aus, das in Deutschland regelmäßig die Schlagzeilen bestimmt? Warum bloß ist die deutsche Mutter nur im Schuldbewusstsein Spitze?

In den USA und Großbritannien wird mittlerweile gegen die Idee rebelliert, eine Frau könne heutzutage alles gleichzeitig haben – Job, Kinder und ein funktionierendes soziales Leben –, ohne den Verstand zu verlieren. Zahlreiche Autorinnen entlarven diese Vorstellung als bloße Theorie. Ihre Bücher sind Bestseller – außer in Deutschland. Denn deutsche Mütter haben eine Abwehrschwäche: Sie suchen Fehler immer zuerst bei sich selbst und halten unverändert an einer Rolle fest, die ihnen über lange Zeit hinweg anerzogen wurde: der Rolle der Übermutter.

Eine Mutter gehört zu ihrem Kind. Dieser Kernsatz aus den Pädagogikbüchern der fünfziger Jahre hält sich hartnäckig in den Köpfen deutscher Frauen. Denen, die nach ihm leben, beschert er Frustration; denen, die es nicht tun, Schuldgefühle. Natürlich gibt es die Studien, die belegen, dass Kinder in den ersten Lebensjahren konstante Bezugspersonen haben sollten. Doch auch als es noch keine Studien gab, ist über Jahrhunderte in Deutschland die Rolle der Mutter mythisch überhöht worden. Die Folge ist eine Symbiose von Mutter und Kind, eine exklusive Mutterbindung, die anderen Aspekten im Leben der Frau, etwa dem Beruf, im Weg steht. Da leugnet deshalb die Karrierefrau schon am Telefon mit einer Freundin, dass sie im Büro sei. »Nein, nein – ich bin bei den Kindern. Die schlafen gerade.« Die Autorin Barbara Vinken spricht in ihrem Buch Die deutsche Mutter von einem »deutschen Sonderweg«, der von Luther über Pestalozzi bis hin zu den Nazis einen Mutterkult gefördert habe: »Das Kind wird in Deutschland nicht in das Leben integriert, sondern es wird zum Sinn und Zweck des Lebens der Mutter – eine religiös anmutende Verkehrung.«

Man muss nicht bis zu den Nazis zurückgehen, um dem deutschen Mütter-Mythos nachzuspüren. Nur etwa jede fünfte Frau entscheidet sich in Deutschland heute für schmerzlindernde Maßnahmen wie eine Periduralanästhesie unter der Geburt. Die Leidensbereitschaft ist hoch, denn vielen gilt eine schwere Geburt als erstes Indiz dafür, eine gute Mutter zu sein. Auf der Entbindungsstation findet die Wöchnerin dann auf ihrem Nachtkästchen haufenweise Material der Leche-Liga, einem Verein zur Förderung des Stillens. Sowie Broschüren darüber, wie man Gehörlosigkeit und andere Krankheiten seiner Kinder früh erkennen kann. Es gibt ja so viel falsch zu machen! Legionen von »Still-Beraterinnen« weisen den Müttern unaufgefordert den Weg zur Brustnahrung – während etwa die Informationsbroschüren französischer Krankenhäuser auch daran erinnern, wie man den Busen in Form hält. Hier wird ausschließlich die Mutter angesprochen, dort auch die Frau.

Kein Wunder, dass die meisten Frauen das Krankenhaus mit einem Gefühl von Unzulänglichkeit verlassen. Die Unsicherheit bekämpfend, müht sich die deutsche Mutter um ständige Übererfüllung des Plans: Unermüdlich wacht sie an der Seite des Säuglings, reagiert pflichtschuldig auf jede Regung des Kleinen – und gibt die eigenen Bedürfnisse komplett auf.

Weil ihre Rolle kulturell und gesellschaftlich mit einem (unnatürlich) hohen Anspruch verbunden ist, es aber keine klaren Qualifikationsmerkmale gibt, flüchtet sich die Mutter in messianischen Eifer. Um die Routine-Untersuchung beim Kinderarzt maximal zu nutzen, faxt sie vorab einen Fragenkatalog in die Praxis, damit ganz sicher kein Thema zu kurz kommt. Ihre knapp bemessene Freizeit investiert sie in die Lektüre von Ratgebern. Die Psychoanalytikerin Nadja Bruschweiler-Stern, Autorin des Buches Geburt einer Mutter, beklagt: »Heutzutage haben Mütter das Gefühl, überhaupt nichts im Umgang mit Kindern zu wissen und hören deshalb nicht mehr auf ihre Intuition.«



Unbefangenheit, Leichtigkeit und Selbstverständlichkeit sind Qualitäten, die Müttern abhanden gekommen sind. Stattdessen dominieren Opfermentalität, Pflichtgefühl und verbissener Ehrgeiz. Zwar hört man häufig den Satz »Ich fühle mich als gute Mutter« (alles andere wäre bei dem Einsatz auch das Eingeständnis einer Niederlage), viel seltener jedoch: »Ich fühle mich gut als Mutter«. Mit irgendetwas lässt sich immer hadern. Sei es die Furcht, das Kind zu früh in die Krippe gegeben zu haben oder die Furcht, die ersten Jahre mit dem Kind nicht genug genossen zu haben. Die deutsche Mutter fühlt sich vorzugsweise schlecht.

Und sie macht es sich besonders schwer. Das Gefühl, den eigenen Wert zu steigern, indem sie sich aufopfern, lässt Frauen an der falschen Stelle sparen. Eher wird auf Putzfrau oder Babysitter verzichtet als auf die Vollkasko-Versicherung oder den Fitness-Club. Die Übermutter tut sich schwer, zu delegieren. Ihre Leitsätze heißen »Man muss es auch alleine schaffen!« und »Ich kann es sowieso am besten selbst!«

In Frankreich und England ist es dagegen nicht nur in der Oberschicht üblich, sich in der verflixten ersten Zeit von Nachtschwestern, Haushälterinnen und nannies helfen zu lassen. Es gibt dort ein großes Angebot an Agenturen, die Hilfe vermitteln. Und sie in Anspruch zu nehmen ist völlig normal, sofern man, jedenfalls bei regelmäßiger Beanspruchung, über ein überdurchschnittliches Gehalt verfügt. Wer in Deutschland aber legal professionellen Beistand engagieren will, kann lange suchen. Fast nur soziale Dienste bieten sich als »Familienhilfe« an. Zwar kostet eine Stunde bei solchen, meist gemeinnützigen Organisationen ähnlich viel (etwa 20 Euro für Selbstzahler) wie die nanny aus England oder die assistante maternelle aus Frankreich, beide staatlich geprüft. Doch die Leistung ist so grundverschieden wie Sozialdienst und bezahlter Service es eben sind.

Im Gegensatz zu anderen europäischen Ländern liegt in Deutschland der private Dienstleistungssektor für professionelle Kinderbetreuung brach. Wo keine Hilfe beansprucht wird, wo keine Nachfrage besteht, entwickelt sich auch kein Angebot. Und natürlich spielt es auch eine Rolle, dass Kinderfrauen – anders als etwa in Frankreich, Belgien und Schweden – in Deutschland nicht von der Steuer abgesetzt werden können. Stattdessen belohnt es das deutsche Steuerrecht, wenn verheiratete Mütter zu Hause bleiben. So tragen sowohl die gesellschaftlichen Bedingungen als auch die kulturelle Norm dazu bei, dass Frauen die Mutterrolle mit Selbstaufgabe gleichsetzen.

Jede Diskussion über die Vereinbarkeit von Beruf und Familie mündet in Deutschland in die Forderung nach einem umfassenderen Angebot staatlicher Kinderbetreuung – jedoch ist zu bezweifeln, dass diese Betreuung tatsächlich gewünscht ist. Einerseits ist die Erwerbstätigkeitsquote von Frauen in den letzten Jahren weiter gestiegen. Andererseits nehmen die wenigsten Frauen ihren Beruf in der Form wieder auf, in der sie ihn ausübten, bevor sie Mutter wurden. Nur rund fünf Prozent kehren nach dem dreimonatigen Mutterschutz auf ihre volle Stelle zurück – in Frankreich sind es 70 Prozent! Rund zwei Drittel der berufstätigen Mütter arbeiten Teilzeit. Nicht, was ihren Anteil an den Erwerbstätigen betrifft, wohl aber bei der Arbeitszeit belegen die deutschen Frauen im Europa-Vergleich einen der unteren Plätze. Die überaus angenehme und luxuriöse Möglichkeit, drei Jahre Elternzeit zu nehmen, ist vordergründig zwar ein großer Gewinn, katapultiert Frauen jedoch nachhaltig aus dem Berufsleben heraus. Und wer draußen ist, braucht keine staatliche Ganztagsbetreuung für seine Kinder.

Das immense Bedürfnis nach Teilzeitarbeit, so argumentiert Mütter-Autorin Barbara Vinken, ist ein Indiz dafür, wie sehr Frauen in Deutschland noch an ihrer traditionellen Rolle hängen, allein für alle Familienbelange zuständig zu sein. Tief sitzt die Berufung zum Bemuttern. So gesehen schaden Teilzeitmodelle den Frauen mehr als sie nützen. Und so gesehen verspricht volle Berufstätigkeit – sofern Haushalt und Kinderbetreuung an Dienstleister delegiert werden können – Erleichterung.



Nur beim Joggen fühlt sie sich zehn Minuten bei sich selbst
Schauen wir uns jene zwei Drittel berufstätiger Teilzeitmütter genauer an. Wie sehen die Managerin oder die freischaffende Künstlerin ihre Situation? Allen beiden sind Schuldgefühle und schlechtes Gewissen wohlvertraut. Die Künstlerin fährt ihre elfjährige Tochter jeden Tag zur Schule und holt sie dort auch wieder ab. »Irgendeinen Grund, sich Vorwürfe zu machen, gibt es doch immer«, sagt die Alleinerziehende. »Mal hat man zu wenig Zeit, die Hausaufgaben zu überwachen, dann gibt’s tagelang nur vitaminarme Tiefkühlkost, oder der Fernseher läuft auch zu Zeiten, an denen er eigentlich aus sein sollte.«

Die Managerin, deren Mann Vollzeit arbeitet, fühlt sich schlecht, wenn sie ihren Kindern nach dem Job nicht »quality time« geben kann, sondern insgeheim erschöpft darauf wartet, dass die lieben Kleinen müde werden. Sie redet von »teilweise grotesker Überforderung«, obwohl (oder weil?) sie ihre volle Stelle in eine Teilzeitstelle umgewandelt hat. Sie erzählt von Phantomgeräuschen wie dem vermeintlichen Klingeln eines Handys, das sie hört, und davon, wie private Post ungeöffnet liegen bleibt. Oft tagelang, manchmal Wochen. Sie hetzt vom Büro in den Kindergarten, vom Supermarkt nach Hause, sitzt dort spätabends am Computer, um EMails aus dem Büro aufzuarbeiten und fühlt sich nur morgens beim Joggen zehn Minuten lang mal richtig bei sich selbst. Friseurbesuche, Fußpflege, Massagen, Konzertbesuche – all die Dinge, die sie sich als berufstätige Frau ohne Kinder regelmäßig geleistet hat, bleiben heute auf der Strecke.

Die größte Schwierigkeit, heutzutage Mutter zu sein, liegt in der vermeintlichen Wahlfreiheit. Alles geht, nur eines nicht: beiläufig seine Kinder großzuziehen. Kindererziehung ist – zumindest im Milieu großstädtischer Mittelschichten – zu einem ehrgeizigen Unternehmen geworden, dem alles andere untergeordnet wird. Wohlsein und gutes Gelingen des Nachwuchses, für den man ja schließlich Freiheit und Ambitionen aufgegeben hat, werden zur bestimmenden Größe. Dreijährige lernen Englisch im Kindergarten, Vorschulkinder sind Mitglieder im Schachclub, man kennt das.

Alles ist möglich – Vollmutter, Teilzeitmutter, Karrieremutter –, und alles wird untereinander kritisch beobachtet. Es gibt keine Solidarität in der Generation von Frauen, deren Mütter mehrheitlich als Hausfrau unbekümmert dem Ehemann den Rücken freihielten (oder vereinzelt aktiv den Feminismus vorantrieben). Was früher die gemeinschaftliche Aufgabe von Großfamilie oder Kirchengemeinde war, ist heute Einzelkampf: Mütter begeben sich zur Aufzucht des Nachwuchses in den ersten Jahren vorzugsweise in die Isolation und erledigen ihre Arbeit allein. Dabei widmen sie sich ihrer Aufgabe mit derselben Systematik, Disziplin und Intensität, die es zur Vorbereitung eines Marathons bedarf.

Die heutige Generation berufstätiger Mütter kennt kaum Vorbilder: Nur wenige Frauen vor ihnen konnten scheinbar unbegrenzte berufliche Möglichkeiten mit dem Wunsch nach Kindern kombinieren. Vielmehr sind sie größtenteils geprägt von den eigenen Müttern, die ihrerseits im Geiste von Johanna Haarers Standardwerk aus der Nazizeit Die deutsche Mutter und ihr erstes Kind erzogen wurden. Zitat: »…es gilt, die eine größte, vom Schöpfer gestellte Aufgabe zu bewältigen und das Mutterschicksal zu erfüllen.«

Das Kleben von Fotoalben gilt als Zeitkiller
In ihren Entscheidungen fühlt sich jedoch kaum eine Frau sicher – zumal Emanzipation nur am Erfolg im Beruf gemessen wird. Zu schwer lastet die unausgesprochene Erwartung, dass eine moderne Frau sich auch beruflich verwirklicht, auf denen, die zu Hause bleiben – denn was von den Frauenrechtlerinnen mühsam erkämpft wurde, soll nicht umsonst gewesen sein. Aber ist es wirklich eine Errungenschaft, wenn eine Frau sich schuldig fühlt, weil sie die ersten Jahre beim Kind bleibt und den Beruf auf Eis legt? Ist es tatsächlich ein Fortschritt, wenn Frauen zwar Kinder und Karriere stemmen, dabei aber vor Erschöpfung die eigene Post nicht mehr öffnen können? Spricht es für unsere Zeit, wenn das Kleben von Fotoalben in einem Ratgeberbuch für Mütter als »Zeitkiller« abgelehnt wird? Ist es ein Gewinn, immer müde zu sein und gehetzt?

Nur Mutter zu sein ist ein verlorenes Ideal. Was an seine Stelle tritt, ist unklar. Die Familienmanagerin? Der Kindercoach? The Bitch in the House? Letzteres ist der Titel eines Sammelbandes, der unlängst in den USA Furore machte. »26 Frauen erzählen die Wahrheit über Sex, Einsamkeit, Arbeit, Muttersein und Ehe«, so der Untertitel des Buches, das 26 autobiografische Geschichten wütender Frauen vereint. Wütend sind die Frauen auf ihre Männer, Mütter, Kinder, Liebhaber, Lehrer und Kollegen, auf Gloria Steinem und Nancy Friedan – und auf sich selbst. Weil es ihnen verdammt noch mal nicht gelingt, das Ideal der modernen Frau, die alles haben kann und dabei auch noch zufrieden ist, zu verwirklichen.

The Bitch in the House wurde im Mutterland der Frauenbewegung überraschend ein Bestseller. Der Erfolg oder allein schon die Existenz von Büchern, die ebenfalls damit hadern, dass die moderne Frau vermeintlich alles haben kann und obendrein noch glücklich zu sein hat (What Our Mothers Didn’t Tell Us. Why Happiness Eludes the Modern Woman; Life’s Work. Confessions of an Unbalanced Mom; I Don’t Know How She Does It), geben ihr Recht. Schon fürchten manche einen Rückfall in vorfeministische Zeiten. Andere wie Ann Crittenden oder Sylvia Ann Hewitt rufen den maternal feminism aus – einen Feminismus, der den Mutterinstinkt als etwas Einzigartiges, Unschätzbares und vor allem nicht zu Delegierendes oder nicht Erlernbares feiert. Was aber kann schon passieren, wenn endlich offen über den hohen Preis geredet wird, den das Ideal der berufstätigen Mutter kostet? Das Wahlrecht wird uns Frauen mit Sicherheit nicht aberkannt, ganz gleich ob an der Urne oder im persönlichen Bereich.

Wenn die Zerrissenheit heutiger Frauen als Freiheit gefeiert wird, müssen die Zustände früher wahrlich unerträglich gewesen sein. Die durchschnittlich getriebene, von schlechtem Gewissen geplagte, alles perfekt machen wollende berufstätige Mutter überzeugt als neues Ideal jedoch nur wenig. Dabei geht es nicht darum, sich Zeiten zurückzuwünschen, in denen es die Qual der Wahl noch nicht gab. Schlimmstenfalls erledigt sich das Dilemma ohnehin von selbst: Die wirtschaftliche Krise beendet für viele zwangsläufig das Paradies der freien Entscheidung und zwingt Frauen entweder in die Arbeitslosigkeit oder zur Erwerbstätigkeit.

Frauen müssen wohl – um an den eigenen unbegrenzten Möglichkeiten nicht zu scheitern – ihren Anspruch an sich selbst zurückfahren. Vielleicht hilft es, von allem etwas weniger haben zu wollen, um das Ganze zu retten: Nicht alles selbst machen wollen. Nicht alles perfekt machen wollen. So viel Distanz zum Kinderzimmer herstellen, wie sie längst schon zur Küche besteht.

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Re: @renate

Antwort von KaMeKai am 23.07.2004, 14:47 Uhr

was soll ein Kind zu Hause?
Tja, uns war es nie langweilig und obwohl meine Kinder erst mit 3 1/2 bzw. knapp 3 in den KiGa kamen (und das nur halbtags) haben sie keinen nennenswerten Defizite.
Ich würde es wieder so machen. Für die Zeit vor 3 gibt es hier Spielkreise, wo die Kinder 2-3 mal die Woche einige Stunden allein hingehen.
LG
Kathrin

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Nachtrag

Antwort von Antonia17 am 23.07.2004, 14:47 Uhr

Stammt von der hiesigen Website:

"Voneinander lernen - schon Kleinkinder prägen so ihr soziales Verhalten

Eine gerade beendete Untersuchung des Marie-Meierhofer-Instituts für das Kind in Zürich kam zu dem Ergebnis, dass Kleinkinder soziales Verhalten vor allem im Spiel miteinander und weit weniger von den Eltern und anderen Erwachsenen lernen. Für diese Erkenntnis hatten Wissenschaftler das soziale Verhalten von Kindern in der vorsprachlichen Phase untersucht. Sie filmten drei Jahre lang 17 Mädchen und 12 Jungen im Alter von acht bis 24 Monaten beim Spielen in einer Kinderkrippe und beobachteten ihr Verhalten zu Hause.

In der Mitteilung des schweizerischen Nationalfonds zur Förderung der wissenschaftlichen Forschung heißt es, "Säuglinge interessieren sich bereits mit wenigen Wochen nicht nur für ihre Hauptbezugspersonen, sondern auch für andere Kinder." Während die Kleinen bei den Erwachsenen vor allem Hilfe, Trost und Zuneigung suchen, lernten sie gerade im Kontakt mit anderen Kleinkindern Wichtiges über den Umgang miteinander, dabei gehe es um die Herstellung von Kontakten, Parallelspielen, Tausch von Spielsachen oder um Konflikte. "Bei der Kontaktaufnahme verfügen Kleinkinder unter einem Jahr bereits über beachtliche Kompetenzen", betonte Heidi Simoni vom Forschungsteam. Beispielsweise handelten die Kleinen Interessenskonflikte meist gütlich miteinander aus. Die Forscher kommen daher zu dem Schluss: "Wenn Erwachsene vorschnell in entstehende Konflikte eingreifen, nehmen sie den Kindern die Möglichkeit, eigene Lösungen zu erproben und aus Erfahrungen zu lernen."

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Re: wann in den Kindergarten

Antwort von riki- am 23.07.2004, 15:40 Uhr

Hallo Antonia,
ich stimme dir da voll zu. Meine beiden (inzwischen 3,5 Jahre und 1 3/4 Jahr) sind auch in der Kita seit sie 6 Monate bzw. 4 Monate alt sind. Die Eingewöhnung war völlig problemlos. Alle "gratulieren" uns immer, was wir für tolle selbstbewusste, selbständige Kinder haben. Sogar die Schwiegereltern, die beim ersten Kind richtig erschreckt waren, dass wir es so früh "weggegeben" haben, sind inzwischen überzeugt, dass das positiv ist.
Wenn man die ganze "Entwicklungsgeschichte" der Menschheit betrachtet, ist es doch das normalste überhaupt, dass Kinder von Anfang an mit vielen anderen Kindern gemeinsam aufwachsen, dass Mütter und Väter gar nicht die Zeit haben, sich den ganzen Tag den Kindern zu widmen, so dass sie auch viele andere Bezugspersonen haben.
Da wir heute in Kleinfamilien und (meistens) recht kleinen Wohnungen in der Stadt leben, ist die beste Form dieser "gesellschaftlichen" Betreuung der Kinder heute auf jeden Fall die Kita.

Ich will keiner Mutter zu nahe treten, die überzeugt davon ist, ihr Kind ein paar Jahre zu Hause zu behalten. Viele haben ja auch gar keine andere Möglichkeit.
Ich wollte nur die "andere" Position hier auch unterstützen, da dies eben hier gesellschaftlich nicht so üblich ist.

Viele Grüße
Riki

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Schliesse mich RenateK an und...

Antwort von Tathogo am 23.07.2004, 17:02 Uhr

...füge noch hinzu,dass ich denke,dass viele Mütter den Kids schlicht und ergreifend "zu wenig zutrauen"-soll nicht so hart klingen,aber ich denk es ist oft eher die Mütter,die nicht loslassen WILL.;o).Ich denke gerade einem schüchternen Kind kann ein(gut ausgesuchter!) Kindergarten durchaus Vorteile bringen.Es lernt sich in eine Gruppe zu fügen,Gemeinschaftssinnlernt auch Konflikte zu ertragen bzw auszutragen...
Meine beiden sind mit knapp 24 Monaten in eine Einrichting gekommen(Ganztags).Ich würde es immer wieder so machen,ich persönlich finde mit 3 auch spät,die Kinder tun sich oft schwerer mit der Eingewöhnung als die jüngeren.

Aber klar:Im endeffekt muss das jeder für sich selbst entscheiden!

LG
Tanja

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Wie so oft diskutiert...

Antwort von schatzimann1 am 23.07.2004, 21:41 Uhr

bin ich der Meinung, daß ein Kind die ersten Monaten/Jahren NICHT in eine Kita gehört. Sicher, in manchen Fällen ist das Kind dort besser aufgehoben, wenn es daheim vernachlässigt wird. Aber im Regelfall (und wenn finanziell machbar!!!!) sollte Mutter oder Vater sich die ersten Jahre ums Kind kümmern und das Kind in der Familie - wenn es auch nur eine kleine Familie ist - aufwachsen. Ich finde es nicht normal, daß man ein Kind mit 4 oder 6 Monaten ev. schon ganztags in eine Kita gibt. Ähm, schließlich hab ich das Kind ja zur Welt gebracht, weil ich es mir gewünscht habe. Warum sollte ich es dann mit 4 Monaten von jemanden anderen betreuen lassen - genau in der Zeit, wo die Bindung zwischen Mama (Papa) und Kind entsteht und wächst????
Und warum soll ein Kind nicht wissen, was es zu Hause tun soll? Na klar, wenn es denn ganz alleine daheim ist und sich niemand drum kümmert, dann vielleicht. Mein Kind ist mittlerweile knapp 4 Jahre alt, war weder in Kita, noch sonst wo fremdbetreut und ist ein nettes, ausgegliches, freundliches, aufgeschlossenes Kind, hat viele Freunde und ist sozial aufgeschlossen, rücksichtsvoll usw. usw.

Ja klar ist es viel Arbeit, bis das Kind soweit ist, man muß es erziehen, Grenzen setzen, beschäftigen, etwas unternehmen mit dem Kind, lesen, spielen usw. usw. - aber das mache ICH in den ersten Jahren und nicht irgend eine Tante aus der Kita!!! Das ist meine Aufgabe, meine Verantwortung und die schiebe ich nicht einfach ab.

Habe gar nix einzuwenden gegen Spielgruppen oder Kitabesuche 1-2x/Woche vormittags in den ersten Jahren - nein, es geht mir nur um die Ganztagsbetreuung von 'Säuglingen' oder 1jährigen in einer Kita und die Behauptung, daß dies das beste wäre für das Kind... Da lügt man sich wohl selber was in die Tasche. Klar, wenn es nicht anders geht - keine Frage, aber sonst finde ich es nicht gut...

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Re: wann in den Kindergarten

Antwort von susli am 23.07.2004, 23:06 Uhr

huhu antonia,
ist der artikel irgendwie gekürzt oder übersetzt? ich finde er widerspricht sich an diversen stellen selbst. zuerst stellt er fest, daß man notwendigerweise frustriert ist (?), wenn man "nur-mutter" ist. später gehts dann darum, daß es vielleicht nicht die große errungenschaft ist, wenn man meint alles perfekt unter einen hut bringen zu müssen und ob man sich wirklich schämen muß, wenn man sich eben zum nur-mutter-dasein entschließt. dann wieder der schlußsatz mit der distanz zum kinderzimmer. was will die eigentlich? ich ärger mich schon seit langem, daß es offenbar nicht gesellschaftlich anerkannt ist (wenigstens nicht in meinem bekanntenkreis), wenn man sich fürs nur-mutter-dasein zumindest in den ersten jahren entscheidet. übrigens bin ich ziemlich zufrieden damit, ich hab es selbst gewählt. alles andere hätte ich übrigens auch ohne schuldgefühle gewählt. dann diese seltsame geschichte mit der teilzeit. was soll daran schlecht sein? ich kenn auch viele männer/väter deren ideal eine 3/4-stelle wär. gerade für familien fnde ich beide elternteile mit 1/2 bis 3/4 stelle wirklich erstrebenswert. wenn es wie es zumindest anklang in dem artikel eigentlich darum gehen sollte, daß frauen echte wahlfreiheit haben und für ihre wahl dann gesellschaftliche unterstützung bekommen, dann find ich das sehr unterstützenswert. ich finde es für alle sehr abträglich, daß es so wenig solidarität unter müttern gibt, egal welches modell sie leben.
und abschließend möchte ich dann doch nochmal zum immer wieder gern angeführten beispiel frankreich was sagen. wir haben da gelebt bis unser großer sohn 2,5 war. ich war eine der wenigen, die ihr kind nicht nicht in die örtliche krippe gegeben hat. aber null eingewöhnung für einen 1,5jährigen? einfach mal abgeben? die wollten noch nichtmal, daß ich die krippe betrete um sie mir mal anzuschauen. nein danke, nix für mich. ähnliches hab ich von vielen da gehört. es gibt zwar kinderbetreuung quasi ab geburt, aber meinen vorstellungen entspricht sie zum großteil leider nicht. und die bandbreite ist in frankreich leider viel kleiner als in d. was natürlich auch daran liegt, daß vom staat eine umfassende versorgung angeboten wird. ich bin mir auch sicher, daß sich französische kinder völlig normal entwickeln. allerdings gibt es in frankreich gesellschaftliche tendenzen, die ich nicht unbedingt gut finde und die ich im staatlichen kindererziehungssystem begründet sehe. versteh mich nicht falsch. hier läuft auch nicht alles toll, es gibt viele kritikpunkte und auch gesellschaftliche entwicklungen die ich nicht gutheiße (andere eben). ich kanns nur nicht haben, wenn frankreich immer als das leuchtendes beispiel dargestellt wird. der prozentsatz der vollerwerbstätigen mütter ist für mich nicht unbedingt ein wichtiger punkt um die qualität der kinderbetreuung zu bewerten. der prozentsatz der mütter die zu hause bleiben übrigens auch nicht ;-p. ich bin sehr froh, daß wir wieder nach d gezogen sind und hier eine wunderbare kita gefunden haben, in die auch mein kleiner bald gehen wird.

liebe grüße
susanne

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Re: wann in den Kindergarten

Antwort von susli am 23.07.2004, 23:21 Uhr

huhu elke,
ich finde die frage kann man so nicht beantworten. es kommt auf die eltern an, aufs kind und auf den kindergarten. ich hab mal einen artikel dieser forschungsgruppe in binzen (komm grad nicht drauf, frau kirkilionis und herr bensel gehören dazu) der hieß: sind 2jährige reif für den kindergarten? die grundaussage war wohl die 2jähren sinds, aber sind die kindergärten reif für 2jährige? eine gute frage wie ich finde ;-). man kann einen kiga für 3-6jährige nicht einfach kleineren überstülpen. ich finde je kleiner, desto behutsamer muß z.b. die eingewöhnung sein. aber prinzipiell gibt es sicher auch für kleinere kinder eine gute und sinnvolle betreuung. ebenso wie es manchen kindern auch nicht unbedingt schadet wenn sie gar nicht in den kiga gehen. genauso kommts aufs kind an. mein kleiner wird im dezember 3 und geht jetzt ab september. er kennt dort schon alle, sein großer bruder ist seit 2 jahren dort und er kann es kaum erwarten. auch bei meinem großen war ich heilfroh, daß er mit 3 1/4 einen platz dort bekommen hat. er war sowas von reif und fand es super da. aber um den platz mußte ich auch kämpfen und nehm fahrwege auf mich. meine jungs sind allerdings das gegenteil von zierlich, zurückhaltend und sensibel.
wie siehts denn bei euch mit kiga-plätzen aus? könnte er bei gefallen an der spielgruppe auch vor nächstem jahr wechseln? auf jeden fall würd ich mir die kindergärten gut anschauen. ich würd unseren nicht gegen die spielgruppen die ich kenne eintauschen wollen. zumindest hier sind nicht alle spielgruppenleiterinnen unbedingt top ausgebildet. eingewöhnung ist so ne sache. dann ist bei uns in der kita der betreuungsschlüssel super, viel besser als in den spielgruppen. insgesamt gefällt mir das ganze angebot und wie mit den kindern umgegangen wird deutlich besser. also schau dir die verschiedenen angebote an wenn du die wahl hast und dann laß dein herz entscheiden. es ist nicht so wichtig, was andere machen oder richtig finden. für euch muß es passen.

liebe grüße
susanne

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@ Susli, schließe mich Dir an!

Antwort von krissie am 24.07.2004, 13:26 Uhr

Hallo Susli,

ich hatte damals beim Lesen der Zeit schon den selben Eindruck wie Du, obwohl ich von der Sorte MÜtter bin, die ihr Kind relativ früh "abgegeben" hat. Ich fand den Artikel widersprüchlich und extrem oberflächlich. Was da alles vermengt wird. Ich glaube auch fest, dass die SChreiberin nicht selber Mutter ist und nicht weiß, wovon sie schreibt. Es ist jedenfalls sicher nicht die schlechteste Eigenschaft der "deutschen Mutter", dass sie sich Gedanken macht, ob diese oder jene Lösung wohl gut für die Kinder ist...

LG Kristina

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Re: wann in den Kindergarten

Antwort von krissie am 24.07.2004, 13:33 Uhr

Hallo Elke,
ich glaube nicht, dass es für einen Dreijährigen zu früh ist. Mein Sohn kommt jetzt mit 2 3/4 in den Kindergarten, allerdings in einen kleinen, altersgemischten. In seiner Gruppe sind nur acht Kinder mit zwei Betreuuern. So ein normaler Regelkindergarten ist m.E. für viele gerade Dreijährigen echt zu früh. Zu große Gruppen, zuwenige Betreuer,... Also, ich finde, es kommt ganz auf den Kindergarten an, wenn es gut läuft mit der 2-Tagesgruppe kannst Du ja auch noch ein paar Monate abwarten.
LG Kristina

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Re: @KaMeKai

Antwort von Celmin am 24.07.2004, 15:34 Uhr

...und welche Defizite haben ganztagsbetreute Kinder? (und woher willst Du das wissen?)

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Elke an alle zu: wann in den Kindergarten

Antwort von Elke28 am 28.07.2004, 14:20 Uhr

Hallo an alle, die so nett und ausfühlich auf meine Frage bezüglich des Kindergartens eingegangen sind!
Eure Antworten haben mir sehr weitergeholfen:
Ich werde mit meinem Kleinen ab September die 2-Tages-Gruppe besuchen und abwarten, ob nach einem halben Jahr ein Platz im KiGa frei wird - dann entscheiden wir weiter, je nach seinem Entwicklungsstand!

(ich glaube Molly wollte wissen wie unsere 2-Tages-Gruppe abläuft: 2x pro Woche für jeweils 3 Stunden, 8-10 Kinder ,1 Betreuer, Freispiel, Brotzeit, Basteln,Singen)

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