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Geschrieben von Konfusius am 27.08.2019, 11:03 Uhr

Mein Kind hasst mich - Ein Mut-mach-Beitrag

Hallo Community,

vielleicht erinnern sich manche daran, wie ich vor einiger Zeit ziemlich verzweifelt war, weil ich dachte, mein Sohn (damals etwas über einem Jahr alt) würde mich hassen.

Ich habe sehr viel Rückmeldung bekommen, das dies nur eine Phase sei, meine eigene Wahrnehmung getrübt wäre und kein Kind seine Mutter (in so zartem Alter) hassen würde. Damals tat ich mich schwer, das wirklich zu glauben, obwohl ich mir selbst eingestehen musste, dass da vielleicht tatsächlich etwas dran ist.

Mittlerweile ist mehr als ein halbes Jahr vergangen und nun IST meine Situation seit ein paar Wochen eine völlig andere. Mein Sohn zeigt mir (und auch dem Papa) uneingeschränkt seine Liebe. Er ist zwar ziemlich ungestüm dabei - wir nennen ihn liebevoll unseren "Kampfkuschler" - aber von Ablehnung ist keine Spur mehr zu sehen. Im Gegenteil, so viel gelebte Zuneigung kenne ich nicht mal aus der Babyzeit, als er mir quasi 24/7 an der Brust hing.

Es ist kaum zu glauben, dass ich noch Anfang des Jahres fest davon ausging, ich hätte dermaßen als Mutter versagt, dass mein Kind mich nicht mehr lieben würde. Tatsächlich machte ich mir selbst zu sehr den Druck, absolut perfekt sein zu müssen und gierte natürlich nach Bestätigung dafür, dass ich auch wirklich alles richtig mache. Als diese nicht (mehr) kam, stürzte ich Hals über Kopf in eine tiefe Sinnkrise, die mir aus heutiger Sicht direkt etwas peinlich ist.

Im Rückblick habe ich mich tatsächlich sehr albern verhalten, aber die Erfahrung hat mich weiser gemacht und nun weiß ich, dass ich meinen Selbstwert nicht an der Reaktion meines Kindes festmachen darf, sondern darauf vertrauen muss, dass mein Kind mich auch dann liebt, wenn es mir diese Liebe (im Moment) nicht zeigt.

Ich musste erst lernen, dass "perfekt sein" nicht bedeutet, dass man niemals Fehler machen darf, sondern dass man aus Fehlern lernt und alles in seiner Macht stehende tut, um Schaden vom Kind abzuwenden und bedingungslos Liebe, Wärme, Geborgenheit, Sicherheit, Anerkennung und Zuneigung zu schenken.

Da man im Internet normalerweise nur die "schlechten" Sachen findet und kaum positive Erfahrungen zu lesen bekommt, will ich da mal was dran ändern und hoffe, dass ich damit auch anderen jungen Müttern (oder auch jungen Vätern) Mut machen kann, die zufällig über diesen Beitrag stolpern. Eure Kinder müssen ihre Liebe nicht "beweisen", sondern ihr müsst einfach daran glauben, das euer Kind euch genauso innig liebt wie umgekehrt und dass auch wieder andere Zeiten kommen.

Habt Mut und haltet durch!

 
13 Antworten:

Re: "Mein Kind hasst mich" - Ein Mut-mach-Beitrag

Antwort von Perspektiven am 27.08.2019, 14:20 Uhr

Hallo Konfusius,

vielen Dank für diesen interessanten Beitrag.

Das wird sicherlich alle Mütter freuen, die sich die Mühe gemacht habe dir zu helfen, sagt ein Opa.

Dein Problem hat Euer Kind gelöst. Was Kinder so alles können?!

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Re: "Mein Kind hasst mich" - Ein Mut-mach-Beitrag

Antwort von DK-Ursel am 27.08.2019, 14:26 Uhr

Ein toller Beitrag, Konfusius, und ich freue mich,daß es sich für Euch zum, Guten gewendet hat.
Indem Alter, in dem Dein (damals) war, ist die Loslösephase heftig, vergleichbar mit der Pubertät.
Sie macht dem Kind Angst und Mut zugleich, und man muß die Erwachsenen ablehnen (um es mal neutral zu sagen), um sich selbst und die Welt (neu) zu entdecken.
Für mich war in einer schweren pubertären Phase meiner Tochter die Erkenntnis wichtig, daß mein Kind mich ablehnt, ja.
Aber oft nicht mal mich persönlich, sondern mich als Vetrrterin einer ganzen Institution: der Institution MUTTER.
Da hätte ich jede andere Mutter sein können - ich wäre abgelehnt worden.
Ich habe oft am Fenster gelehnt und mir wie ien Mantra vorgesagt: Sie meint nicht mich. Sie meint nicht mich. Sie meint nicht...
Denn das gehört nun mal zum Erwachsenenleben dazu.
Und auch hier ist es deutlich besser geworden.

Ich würde mir als Mutter wohl eher Vorwürfe machen,wen nmein Kind so gar keine "ich-,muß-hier-weg-laß-mich-los-Ansprüche" stellte, egal wie heftig.
Denn bedingungslose Folgebereitschaft - nee, das ist gehört nicht zu mreifen eines Menschen dazu.
"Am Widerstand erstarkt der Mensch", deshalb snid wir erwachsenen - oft ja auch zu mschtz des kindes - aufgerufen, unpopuläre Grenzen zu setzen und und auchdem auszusetzen, was manche als "Haß" deuten.
Wenn man sich klar macht, daß man damit aber enie wichtige Funktion erfüllt, läßt sich diese Ablehnung besser ertragen, egal wie alt das Kind ist.
Und perfekte Eltern - nein,d ie gibt es wohl nicht.
Und das ist gut so.
Dennso lernen unsere Kinde rauch, wie man mit Fehlern ,Einsichten umgeht und wie auch wir Großen immer weiterlenen und nicht stehenbleiben!

Danke für Deinen Beitrag.

Gruß Ursel, DK

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Re: "Mein Kind hasst mich" - Ein Mut-mach-Beitrag

Antwort von Perspektiven am 27.08.2019, 14:38 Uhr

Hallo DK-Ursel,

besonders Dein Hinweis: ".. bedingungslose Folgebereitschaft - nee, das ist gehört nicht zum reifen eines Menschen dazu" hat mir besonders zugesagt.

Nebenbei: Am kommenden Sonntag werden wir von den Medien daran erinnert, was am 01.09.1939 geschah.

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Re: "Mein Kind hasst mich" - Ein Mut-mach-Beitrag

Antwort von DK-Ursel am 27.08.2019, 19:25 Uhr

Ja, ich glaube, da sind / sollten wir Deutschen aus besonderen, historischen Gründen sehr anders als die Lemminge sein.
Als man mir sagte, daß meine Tochter eine Individualistin sei, war ich stolz - Erziehungsziel geglückt.
Wobei ich heute einsehe: Das hat sie in den Gegen.
Wenn da erziehungstechnisch was zu machen ist, dann eben das, daß man sein Kind auch im Für-sich-sein, im Anderssein (was wir hier ja immer etwas waren) bestätigt und Mut macht - auch wenn die Gesellschaft drumherum Indivualismus anders interpretiert und aus derselben Geschichte andere Lehren gezogen hat - nachvollziehbar, trotzdem oft unakzeptabel für mich.

Ich habe mal gelesehn, daß man zuerst alles dafür tue, damit das Kind so schnell wie möglich sprechen, laufen etc. lernt - und wenn sie es dann können, ist es uns oft nicht recht. wenn sie wider-sprechen, wenn sie weg-laufen von uns...
Aber Loslassen, einen eigenen Weg suchen udn finden und auf die eigene Art glücklich werden gehört immer und von Anfang an dazu, zur Eltern-Kind-Beziehung.-
Wer sich daran erinnert,wird wenigerenttäuscht, sich weniger zurückgesetzt, geliebt oder gar gehaßt fühlen.

Gruß Ursel, DK

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Re: "Mein Kind hasst mich" - Ein Mut-mach-Beitrag

Antwort von Perspektiven am 27.08.2019, 19:48 Uhr

Bei dem Beitrag von Konfusius denke ich an meine familienpolitischen Beobachtungen und die Erlebnisse hier in den Foren.

Eine Mutter wird von der Gesellschaft so behandelt, als falle der Meister vom Himmel. Wir haben alle unsere Elternfamilie erlebt. Aber das war eine ganz andere Perspektive. Selbstverständlich gibt es die natürlichen Gefühle, die einer Mutter sagen wo es lang gehen könnte. Aber jedes Kind ist eine besondere Herausforderung, der sie oft augenblicklich gewachsen sein sollte. Wenn sie es schafft, hat sie ein Wunder vollbracht. Das sage ich als Großvater.

Für die Allgemeinbildung und für die berufliche Ausbildung gibt es Schulen bis zu den Universitäten. Eine Ausbildung mit Kindern umzugehen, bekommen nur Erzieherinnen in Tagesstätten. Die Voraussetzung, eine Tagemutter zu sein ist an eine Ausbildung von 160 Unterrichtsstunden gebunden.

Von Müttern erwartet man, dass sie das ohne solche Unterstützungen können.
Deshalb habe ich auch eine Hochachtung vor Müttern, die meinen, mit ihren Kindern grade nicht klar kommen zu können. Mit Hilfe aus den Foren und eigenen Überlegungen schaffen das einige auch, wie oben dargestellt.

Es geht nach meinen Erfahrungen um die Frage: wie gut kenne ich das einzelne Kind?

Ein Mutter hat gesellschaftlich gesehen eine besondere Aufgabe: Sie gibt Liebe (höchstwertig) und vieles mehr für die Kinder. Gleichzeitig lässt sie sie los für ein eigenes Leben. Die zukünftige Gesellschaft nutzt diese Leistungen später (Humankapital).

Das Erwerbsleben sieht ganz anders aus. Hier gibt es Leistungen und Gegenleistungen.

Das sind meine familienpolitischen Erkenntnisse.

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Re: "Mein Kind hasst mich" - Ein Mut-mach-Beitrag

Antwort von niccolleen am 27.08.2019, 23:33 Uhr

" dass ich meinen Selbstwert nicht an der Reaktion meines Kindes festmachen darf,"

Das wuerde mich sehr verunsichern. Immerhin sind wir, solange die Kinder noch so klein sind, einfach in der Verantwortung, ob da Dank, Liebe oder sonstwas kommt, oder nicht.
Wie geht es denn einer Mutter eines Autisten, der sie immer nur wegstoesst?
Meine Tochter war ein Fruehchen und hat mich jahrelang nur weggestossen, trotzdem hat sie kaum meinen Rockzipfel losgelassen und ohne mich waere sie nie da, wo sie heute mit 10 ist. Bei mir liegt die Verantwortung von einem kleinen Kind und ich muss ihr im Moment meine Liebe und Unterstuetzung beweisen, nicht umgekehrt. Es ist nicht immer ein dankbarer Job, aber du wirst sehen, so vieles bekommst du trotzdem zurueck.

lg
niki

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Re: "Mein Kind hasst mich" - Ein Mut-mach-Beitrag

Antwort von DK-Ursel am 28.08.2019, 10:00 Uhr

Nicollen, Du führst jetzt aber schon das aus, dem Du eigentlich widersprechen willst.
Oder verstehe ich Euch falsch?

Denn auch wen ndasKind dich zurückstößt, bedeutet - oder sollte es eben gerade - nichts für denSelbstwert der Mutter, deinen Selbstwetr.
Nichtsan anderes steht doch da.
An der Reaktion, am Verhalten eines Kindes sollte man nie seinen eigenen Selbstwert festmachen, denn diese Reaktionen sind ja eben, egal ob Autist oder Teenager, ob trotziges Kind im Loslöseprozeß oder Frühchen, niemals IMMER bejahend, bestätigend, aufbauend (für die Mutter).

Im übrigen finde ich Eltern,die ihre Selbstbestätigung, ihren Selbstwert, ihre Lebeninshalt über die Kinder beziehen,sowieso schrecklilch, vor allem für ihre Kinder, denn was für eine Verantwortung legt man denen damit auf!!!

Gruß Ursel, DK

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Re: "Mein Kind hasst mich" - Ein Mut-mach-Beitrag

Antwort von niccolleen am 28.08.2019, 13:56 Uhr

Hallo Ursel!

Ich bin nicht sicher, wie du das genau meinst, auf meinen Post bezogen. Irgendwo habe ich mich offenbar schlecht ausgedrueckt. Vielleicht hab ich den ersten Satz einfach sehr ungluecklich formuliert?

Fuer mich persoenlich war dieser Thread ein bisschen absurd, wobei ich es natuerlich auch schoen gefunden habe, dass diese Mama Licht am Ende des Tunnels sieht und das fuer andere postet.
Prinzipiell ist es doch ein Wahnsinn, um es jetzt mal ganz überzeichnet zu beschreiben, sich Kinder "zuzulegen", in sie "investiert", und dann Bilanz zieht und die Hand hinhaelt, um den Lohn einzunehmen, noch dazu solange sie noch Kleinkinder sind. Es stimmt massiv mit dem Selbstbewusstsein etwas nicht, wenn daran dann auch noch der Selbstwert haengt. Wobei, ich bin ja auch eine menschliche Mama, und natuerlich verstehe ich, dass es nicht lustig ist, wenn man von seinen eigenen Kindern, die man bemuttert, zurueckgewiesen wird. Die gedanklichen Folgerungen in diesem Thread sind halt schon krass, finde ich. Wenn man das alles hinter sich hat, und die Kinder erwachsen sind, und dann es nicht schaffen, bisschen Zeit und Geduld fuer ihre Mama aufzubringen, auch wenn sie dann schon etwas anstrengend geworden ist, dann wird dieses Thema aktuell. Aber als Kleinkind? Darf nicht sein, in meinen Augen.
Aber wie so oft gerate ich da wieder in Grundsatzgedanken rein, die wahrscheinlich wegen einem normalen Post einfach nicht angebracht sind. Bei mir rattert dann halt immer gleich die Maschinerie los.

lg
niki

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Re: "Mein Kind hasst mich" - Ein Mut-mach-Beitrag

Antwort von DK-Ursel am 28.08.2019, 15:49 Uhr

Ach, ich fand nur, Du hast dem von Dir zitierten Satz nicht widersprochen (falls das Deine Absicht war, aber da habe ich Dich anscheinend schon mißverstanden).

Du hast natürlich Recht:
Bei einem Kleinkind sollte sich das eh nicht stellen, ich habe das auch nie so persönlich genommen wie andere, scheint mir, und meine Große war von Anfang an ein Vaterkind - aber das war ich wohl auch, nach den Erzählungen meiner Mutter hatte die erst selbst ein Kind, als mein Bruder geboren war
Ich kann aber andererseits dann doch ein bißchen nachvollziehen, daß man - vor allem, wie du ja selbst auch schreibst - in späteren Jahren manchmal an sich zweifelt, verzweifelt, sich in Frage stellt.
Vor allem, wenn man eben Elternsein, Muttersein derart ernstnimmt wie in den heutigen Tagen.
Ich kann mir nicht so richtig vorstellen, daß sich unsere Großmütter darüber derart viel Gedanken gemacht haben, machen konnten oder auch nur wollten.
Aber gerade weil viele, vor allem junge Mütter, die vielleicht an sich noch selbst ein bißchen unsicher sind, was sich ja auch oft im Umgang mit (Schwieger-)Eltern zeigt, alles "richtig" machen wollen,, gerade darum mißt man dann leider (!) doch den Wert seiner elterlichen Arbeit und sich selbst daran, wie gelungen das "Endprodukt" ist. Das ist normal, wie eben bei jeder Arbeit möchte man auch Erfolg haben, umso mehr, je mehr man "investiert".
Daß da nicht jede Mutter in jeder Stunde gleichermaßendie Verpflichtung und große Aufgabe sieht, sondern oft auch ein Nehmen und Geben erwartet, kann ich nachvollziehen - auch wenn es eben gerade in der Kindererziehung (oder im zwischenmenschlichen Zusammensein generell?) unrealistich oder zumindest keine logische Konsequenz ist.
Kopf und Bauch sind 2 verschiedene Dinge - und es ist ein sehr langer Weg zwischen dem einen und dem anderen, der mit dem Bewußtmachen mancher Dinge anfängt - und lange nicht aufhört!!!

Davon muß man sich erstmal freimachen.
Das muß man erstmal lernen, daß man Dinge anders als die Umgebung macht und trotzdem Recht haben kann.
Das ist niemals leicht, bei Kindererziehung schon mal gar nicht.
Und das erfordert eben auch Selbstbewußtsein - und zwar, ganz richtig! - eins, das eben gerade NICHT von der Zustimmung oder Ablehnung, vom (scheinbaren) "Gelingen" oder "Versagen" abhängt.


Insofern finde ich den Ausgangsbeitrag wichtig und gut - aber auch Deine "Maschinerei", denn je mehr man das verinnerlicht und nicht nur auf die spezielle Situation anwendet, umso leichter fällt es einem ja auch.
Grob gesagt, und das gilt ja für alle Jahre, sollten Eltern das entscheiden, was gut für das Kind und seine Entwicklung ist - und nicht das, was gut für ihre Beziehung zueinander ist oder dazu beiträgt,daß sie gemocht werden.
Da kann man dann streckenweise mächtig unpopulär sein. Solange man aber überzeugt ist, es ist gut so, sollte die Zustimmung des Kindes nicht der Maßstab des Handelns sein.
Meine Große kam übrigens nach ihrem Schulwechsel in der Mitte der 6. Kl. nach Hause und sagte, ihre neue Freundin habe zuhause gesagt: "Endlich ist da auch ein Mädchen mit so einer komischen Mutter wie du es bist, mor."
Manchmal kann das also sowohl für die Mutter als auch die Kinder nicht nur eine längere Strecke, sondern auch eine "einsame"sein - und doch gelingen.

Gruß Ursel, DK - wo es gerade ein bißchen zu heiß zum Draußensitzen und urlauben ist, daher bin ich zum Abkühlen mal wieder hier --- herrlich!!!

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Re: "Mein Kind hasst mich" - Ein Mut-mach-Beitrag

Antwort von Konfusius am 28.08.2019, 17:03 Uhr

Oh Gott, dann ist total falsch rübergekommen, was ich eigentlich sagen wollte. Tut mir leid!

DK-Ursel hat Recht, mir wollte gerade mit dem zitierten Satz eben genau das Gleiche sagen wie du: Man darf eben nicht Bilanz ziehen und einen Lohn einfordern, wie du schön geschrieben hast, ich gehe aber noch weiter und sage, dass ich meinem Sohn das Leben geschenkt habe, dafür ist er mir nichts schuldig, auch später als Erwachsener nicht.

Mein Problem war eben NICHT, das ich bewusst meinen Selbstwert (teilweise) an mein Kind geknüpft habe. Das finde ich nämlich auch furchtbar.
Ich habe UNBEWUSST Bestätigung dafür gesucht, das ich als Mutter "alles richtig" mache. Woher soll dieses Feedback kommen, wenn nicht vom Kind selbst? Wie soll diese Rückmeldung aussehen von einem Kleinkind, das noch nicht sprechen kann? DAS war das Problem!

Es stimmt, was Perspektiven geschrieben hat:
Wir werden gemeinsam mit unserem ersten Kind in eine Rolle "hineingeboren", in die wir erst hineinwachsen müssen, aber jeder geht scheinbar automatisch davon aus, dass man irgendwelche magischen Mutterurinstinkte hat, die einem immer genau das Richtige tun lassen. Wehe, wenn nicht! Wie oft fingen Sätze aus meinem Umfeld an mit: "Du als Mutter müsstest doch wissen, dass..."

Ich hab so viel Gegenteiliges gehört und egal, was ich tat, es gab immer irgendwo jemanden, der es vermeintlich besser wusste und mich auf meine Fehler hinwies. Nach außen hin konnte ich das prima abschmettern und mich als die coole Mama geben, die NATÜRLICH am besten weiß, was das Kind braucht, aber der Zweifel nagte unterbewusst doch an mir.

Als mein Kind plötzlich nicht mehr von mir gehalten und getröstet werden wollte, gar nach mir schlug oder weinte, wenn ich ihm zu nahe kam, schnappte die Falle in meinem Unterbewusstsein zu: "Mein Kind hasst mich, weil ich eine miserable Mutter bin."

Mir wurde auch Dank des Forums hier klar, wie falsch dieser Rückschluss war. Doch darauf musste ich erst kommen. Ich musste erstmal die Arschbacken zusammen kneifen und mir BEWUSST werden, dass ich nicht versagt habe. Dass ich keine Bestätigung brauche, sondern weiterhin meinem Kind ein liebevolles Umfeld ermöglichen muss, in dem es behütet aufwachsen kann. Und wie das funktionieren soll, das müssen wir irgendwie gemeinsam als Familie - da gehört der Vater natürlich dazu - herausfinden, dafür gibt es keine Ratgeber.

Ich muss nicht die beste Mutter der Welt sein, es reicht, wenn ich die beste Mutter für meine Kinder bin! Das wurde mein neues Motto.

Und genau dafür ist mein Post da. Dass andere erkennen, dass sie nichts falsch gemacht haben und dass ihre Kinder sie auch nicht hassen. Dass sie einfach nicht den Mut verlieren, sondern unbeirrt ihr Kind auf ein selbstbestimmtes Leben vorbereiten. Sie dürfen niemals auf die Idee kommen, dass sie versagt hätten. Denn wenn sie alles tun, damit es ihren Kindern gut geht, dann KÖNNEN sie gar nicht versagen.

Und wie gesagt, bei mir wurde es, NACHDEM ich diese Erkenntnis hatte, plötzlich "besser". Das sollte eigentlich nur untermauern, dass die Kinder einen wirklich nicht hassen, auch wenn man gerade das Gefühl haben könnte. :-)

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Re: "Mein Kind hasst mich" - Ein Mut-mach-Beitrag

Antwort von niccolleen am 28.08.2019, 17:04 Uhr

Hi!

Ja du hast natuerlich mit allem recht, was du sagst, und wieder sehr einfuehlsam beschrieben.
Stimmt, ich wollte nicht das Zitat widerlegen, sondern es war einfach so markant, so richtig die schreiende Quintessenz des ganzen Posts bzw. Problems, dass ich den einfach als Aufhaenger genommen habe.

Ich wollte auch nicht gefuehllos wirken, denn ich bin wirklich eine sehr gefuehlvolle, oder euphemistisch-neudeutsch "authentische" Mutter. Aber das ist ja irgendwie auch das Schoene am Forum, dass man Situationen, auch seine eigenen, von einer gewissen Entfernung aus betrachten kann, wo man einiges nicht so gut einschaetzen, anderes dafuer erst so richig sehen kann.

lg
niki

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Re: "Mein Kind hasst mich" - Ein Mut-mach-Beitrag

Antwort von niccolleen am 28.08.2019, 17:07 Uhr

Auf der Fruehchen-Intensivstation hat mir eine der Schwestern damals gesagt: Es ist das Kind, das sich die Mutter aussucht. Das ist irgendwie ein sehr schoener Gedanke, und insofern bist du auch die beste Mutter der Welt fuer dein Kind!

lg
niki

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Re: "Mein Kind hasst mich" - Ein Mut-mach-Beitrag

Antwort von DK-Ursel am 28.08.2019, 17:35 Uhr

Nicolleen, daran glaubt meine Tante auch ganz fest, und irgendwie hat das abgefräbt.
Mich hat vor vielen Jahren eine traurige Geschichte beeindruckt.
ich kannte die Familie aus meinen ersten Berufsjahrne, die Eltern woltlen so perfekt sein,alles richtig machen - und genau darum, so stand es im Abschiedsbrief, hat sich deren Jüngster später umgebracht. Er hielte das perfekte Elternhaus nicht mehr aus.
Das hat mich gelehrt, daß wir eben NICHT perfekt sen müssen.
Kinder können uns unsere Fehler verzeihen wie wir ihre.
Sie brauchen keinen Pädagogen,darum wäre ich schno sehr gegen eine Ausbildung. Sie brauchen Menschen, familiäre Bindungen, nichts Professionelles zuhause.
Für die professionellen Ansätze sind Lehrer, Pädagogigen im KIGA etc. zuständig - WIR NICHT!
Aber wie ich schrieb,selbst wenn man eigentlich (dieses Un-Wort ) sicher ist, kann man leicht verunsichert sein,wen neinem die Umgebung anderes suggeriert und es anders macht und dann noch das Kind nach den anderen schielt oder einen abwehrt.

Ich würde heute vielleicht einiges anders machen, auch ich habe ja dazu gelernt.
Trotzdemeirnnere ichmich danarn, daß ich - wie Du, - eine Erkenntnis hatte:
(Damals ging es darum, in einer Gesellschaft, in der so gut wie alle Kinder schon als Baby zu Tagesmutter kommen, mit dem Kind zuhause zu bleiben)
es kann sein, daß das, was ich mache, falsch ist. Es kann genazuso gut sein,d aß das, was die Dänen um mich herum machen, falsch ist.
Keiner weißdas im voraus.
Aberwen nich mir später Vorwürfe anhören muß,dann will ich wenigstens sagen können:
Kann sein, daß es falsch war. Aber ich habe das getan, was ich für richtig hielt, wohinter ich (damals - und noch besser, auch in Zukunft) stehen konnte.
Denn wie schlimm ist es erst, sagen zu müssen:
Kann sein, daß es falsch war, aber ich habe eben getan, was alle anderen auch taten, wozu mir andere geraten haben.
Wohlgemerkt: Das heißt nicht, daß ich keinen Rat annehme.
Das habe ich gerade inderzeit, als meine Tochter große Probleme hatte, auch mit uns, sehr getan. Ich bin oft über meinenSchatten gesprungen. Aber auch da war irgwendwo das Gefühl, das Richtige zu tun.
Zumindest die Erkenntnis, daß ich nicht weiterkam mit dem, was ich bislang für richtig gehalten hatte.
Man darf ja wie erwähnt klüger werden.

Übrigens gibt es unendlich viele Mißverständnisse zwischen Eltern und Kindern - da kann manches auch ganz gemeint sein als es aufgefaßt wird.

Siehste, jetzt hat Dein AP doch einen guten Gedankengang in die Wege geleitet, von dem viele profitieren können - hoffen wir mal!

Gruß Ursel, DK - zwischenzeitlich auch mal draußen,.a ber mei, hier ist wirklich Sommer! Endlich!

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